Mittendrin

André Häfliger mittendrin!

Wo Blitzlichtgewitter ist, ist auch der SI-Chefreporter.

Anninas fünf goldene Regeln als DJ

Seit sechs Jahren verzaubert Annina Frey als Moderatorin des SRF-Peoplemagazins «glanz & gloria». Bereiterin, Studien in Psychologie, Medien und Soziologie, Schauspielschule, Modespezialistin - so vielseitig ist der Werdegang der Baslerin. Doch SI-Chefreporter André Häfliger wollte vor allem etwas wissen: Wie macht sie sich als DJ?

Ich treffe Annina, wie immer elegant und in ihrem ganz persönlichen Stil gekleidet, an einem Event von «SI Style» im edlen Zürcher Hotel The Dolder Grand. Souverän sorgt sie für passende Hintergrundmusik, die man gerne im Ohr hat - und den Gästen trotzdem erlaubt, Gespräche zu führen. Doch wie ist sie eigentlich zum Auflegen gekommen? «Per Zufall», sagt sie. «Meine Freunde mochten meinen etwas unüblichen Musikgeschmack schon immer - und so war ich überall automatisch für den musikalischen Background zuständig. Da ich mit einigen DJs gut befreundet bin, habe ich eines Tages einfach angefangen, selbst aufzulegen. Und bin hängen geblieben. Es war Learning By Doing.»

Musikfan sei sie schon ihr ganzes Leben lang: «Seit meiner Jugend sammle ich CDs, könnte ganze Gestelle damit füllen.» Immer mehr fragt sich Annina aber, wohin sie denn soll mit dem ganzen Krempel. Sie stellt fest: «Die ganze Branche steckt gerade in einem grossen technischen Umschwung. DJs legen heutzutage mit zwei USB-Sticks auf, der Computer hat schon ausgedient.» Sie habe sich noch nicht mit dem Gedanken anfreunden können, umzusatteln: «Ganz oldschoolmässig schleppe ich - wenigstens im Moment noch - meine bleischweren Köfferchen herum.»

DJs hat Annina Frey schon immer bewundert. «Es ist ein Knochenjob, meistens ohne Glamour und bis auf die wenigen Topshots der Branche auch nicht sonderlich gut bezahlt», erzählt sie. «Man hat lange Arbeitszeiten, ist bis spät in die Nacht auf und dabei konstant unter Druck. Das geht an die Substanz!» Vollberuflich DJ zu sein, käme für sie nicht infrage: «Mit Fernsehen und Mode habe ich schon genug Standbeine. Aber das Auflegen ist eine grosse Leidenschaft von mir, in die ich gerne Zeit, Geld und Arbeit investiere. Und egal, welchen Job ich ausübe, mein Anspruch ist es, ihn möglichst gut zu machen.» Einfach so ein bisschen kopierte Playlists laufen zu lassen, sei gar nicht ihr Ding. «Da bin ich viel zu ehrgeizig!»

Zum Schluss erklärt mir Annina ihre fünf goldenen DJ-Regeln:

  • «Hinter dem DJ-Pult nie essen und trinken, wenn man bei einem Event engagiert ist. Auch wenn rundherum feine Häppchen serviert werden und man von den Kellnern mehrmals gefragt wird, ob man nicht doch etwas von den gegrillten Muscheln auf einem Spargelbett kosten möchte. Mampfend aufzulegen sieht einfach unsexy aus.»
     
  • «Gehe auf das Publikum ein, aber verliere dich nicht! Das ist einfacher gesagt als getan. Meine persönliche Herausforderung war eine Geburtstagsparty, die musikalisch irgendwann komplett in die 80er-Jahre abgedriftet ist - auf Wunsch der Auftraggeber. Und ich liebe die Achtziger. Allerdings habe ich die Kurve zwischen Alt und Remix gekriegt, ohne zum Hitparaden-DJ zu konvertieren. Und sogar meine persönliche Regel Nr. 3 konnte ich befolgen.»
     
  • «Niemals ‹Last Night A DJ Saved My Life› laufen lassen. Ich hasse den Song...»
     
  • «Sich nicht zu sehr von den Gästen ablenken lassen. Gerade wenn man viele Leute kennt, ist es schwierig, sich eine gewisse Privatsphäre zu sichern. Das muss man aber, sonst gehen die Übergänge in die Hose, oder man verliert das Gefühl für die Stimmung des Abends. Und die Atmosphäre zu spüren ist essenziell für einen erfolgreichen Auftritt.»
     
  • «Immer und überall die Ohren offen halten. Wo auch immer ich mich auf der Welt gerade befinde - die coolsten Stücke finden mich, wenn ich sie gerade gar nicht suche. Shazam sei Dank!»

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