Damenriege

Wenn der Sangtiglaus dreimal bimmelt!

Anfangs November. Die ersten Weihnachtskugeln stehen ja schon seit Wochen im Regal. Und Amuse Bouche switcht im Laden zwischen Menu-Suprise und Santiglaus umher!

Es war einer dieser Tage. Ich hatte grosse Lust auf Einkaufen. Kein Frustshopping sondern etwas fürs Gemüt. Kochen ist meine grosse Leidenschaft. Egal ob es darum geht, etwas Neues auszuprobieren oder die Seele in der Küche während dem 'Mise en place' baumeln zu lassen. Meine Mission an diesem Tag war klar und ich wusste schon, welches Menu-Surprise ich am Abend herbeizaubern wollte. Mit vollem Tatendrang ging ich in meinen Laden und lief gezielt meine Food-Posten ab.

Vertieft in meinen Gedanken, welch’ schöne, frische Karotten zum Beispiel im Angebot waren, hörte ich im Hintergrund der Gemüseabteilung, eine junge Mutter die mit ihren Kleinkindern zu kämpfen hatte. Ich hatte ein wenig Mitleid mit ihr, nicht nur, weil sie einen dieser Super-Doppeldecker-Kinderschlafwagen vor sich hin schob. Nein, es waren auch zwei Kleine im Doppellpack, die den ganzen Laden zusammen quengelten. Die junge Mutter war mit ihrer Geduld bald am Ende und die Blicke der anderen Gemüse- und Früchte-Sammler sprachen Bände. Ich liess mich von meinem Dreigang-Postenlauf nicht abbringen und war gerade bei den Auberginen angekommen… und traute meinen Augen nicht!

Da stand er. In voller Montur. Dr Santiglaus! Mit Mandarinen und Nüssen voll gepackt, Bonbons und sonstigen Leckereien, die Kinderaugen zum Erleuchten bringen. Mein Dreigänger wurde plötzlich zweitrangig, als ich am Ausrechnen war, wie viele Tage es noch bis zum Santiglaus sind. Es waren noch mehr als vier Wochen! Damals als ich noch klein war, kam er doch just am 6. Dezember. Und heute steht er schon Wochen vorher im Laden und macht junge Mamis mit Doppeldeckern zu Rabenmütter, weil sie bestimmt auch nicht darauf eingestellt sind, für die Kleinen etwas zu kaufen. Bis die dann die gefüllten Jutten-Säckchen aufmachen dürfen, sind die Bonbons wahrscheinlich schon so hart, dass sie diese zum Basteln für Weihnachtsgeschenke für Omi und Opi brauchen können. Egal, ich bin endlich auf meinem Einkaufszettel beim Dessert angekommen.

Hauptsache bald raus hier, denn zum dritten Mal ist mir wieder ein Santiglaus über den Weg gelaufen und wollte darauf aufmerksam machen, dass er bald zu den Kindern vorbeikommt. Die Anzahl Leute im Laden steigt von Minute zu Minute und sie reissen sich regelrecht die Produkte aus den Händen, weil sie wahrscheinlich Angst haben, zu kurz zu kommen. Hallo, es sind noch mehr als vier Wochen bis zum Santiglaus! Kopfschüttelnd und einmal mehr wieder festgestellt, dass es bei solchen 'Aktionen' immer nur noch ums Geld, statt um Tradition geht, habe ich nur noch ein Ziel: Raus hier! Genervter bevor ich den Laden betrat, lief ich Richtung Kasse und hörte die Kleinen immer noch im Laden quengeln. Ah, wahrscheinlich ist Mami mit ihrem Doppeldecker auch gerade beim dritten Santiglaus angekommen. Während ich meine Einkäufe auf das Rollband legte und wartete, spürte ich hinter mir genervte Blicke einer Einkaufswarteschlange, weil bereits zum zweiten Mal keine Verbindung mit der Verkäuferin und der Geldfreien-Kartenwelt aufgebaut werden konnte!


Endlich! Geschafft. Und nach langem Warten, alles unterschrieben und eingepackt, musste ich mit Schrecken feststellen, dass ich 'oh nein!', die süsse Versuchung für mein Dessert - sprich Mousse au Chocolat vergass! Nichts und niemand hätte mich nochmals in den Laden gebracht. Und alles nur wegen diesen blöden, blöden..., grmpf! Ich machte mich noch genervter als genervt, schweissgebadet und ohne Schokolade auf den Weg nach draussen und lief geradewegs in die Arme eines weiteren Santiglaus der am Ladenausgang stand. „Hoho, gute Frau, Sie sehen aber ein wenig gestresst aus! Darf ich Ihnen einen Schokiglaus mitgeben?!“ Den nahm ich dankend an und mein Dessert war gerettet! Santiglaus du... liebe Maa, sei Dank!