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Street Parade in Luang Prabang

Weit und breit keine DJ Tatana, kein Armin Van Buuren und doch gehts im kleinen Städtchen Luang Prabang mal so richtig ab. Das Stichwort unseres Aufenthalts: Freedom.

Nachdem wir in Vang Vieng den Event gesucht haben, den es nicht mehr gibt, finden wir in Luang Prabang einen, von dem wir nicht einmal wussten, dass er existiert. Es ist Drachenboot-Rennen und halb Laos trifft sich am Mekong, ersäuft förmlich im Beerlao. Jeder, der eine Pfanne besitzt, grillt etwas auf der Strasse und es werden alle Fische, die in den letzten 10 Jahren getrocknet wurden auf dem Trottoir ausgelegt. Auf jedem Drachenboot präsentieren sich 30 potente, uniformierte Männer, am Ufer schreien die Groupies. Aus den 60 Verstärkern, die die coolen Stadtbuben besitzen, wummern Lady Gaga und Taio Cruz. Ersetzt man nun die Nestlé-Stände mit Bars, die Partyflosse mit dem Partysan-Boot und die Trachten der Frauen mit Lackoveralls, dann hat man – keine Frage – die Street Parade. Inklusive Motto: Freedom.

Flaschen, Knochen und Laoten

«Freedom» schreit auch unser lokaler Freund, den wir um 17 Uhr treffen. Der Deal: Wir bringen Bier, er bringt Boot. Was es mit dem Freedom genau auf sich hat, merken wir schnell. Das Dach unseres Cabrio-Boots muss geschlossen bleiben, da die Meute am Ufer alles Konsumierte im Fluss entsorgt. Es fliegen Flaschen, Knochen, ja, sogar Stühle. Und am Ende springen die übermütigen Laoten hinterher. Das sei eben dieser Freedom, den es nur einmal im Jahr zu geniessen gebe. Und es geht noch besser: Dank des Rennens verzichtet die Stadt auf die sonst übliche Sperrstunde (22.30 Uhr) und lässt uns Touristen länger feiern als üblich. Trotzdem lassen wir uns eines nicht entgehen – die Bowling-Bahn. Da gehen die Feierwütigen hin, wenn alles andere zu ist und da treffen wir auch wieder die halbe Klasse aus Vang Vieng. Summer, zum ersten Mal in dieser Sportart tätig, schwingt die Kugel wie eine Hornusserin, um sie dann wie eine Hammerwerferin über die Bahn zu schmettern. Da spielt es keine Rolle mehr, dass es hier keine Verstärker mit Partymusik gibt.

Während wir also bisher vor allem klagen mussten, können wir über Luang Prabang nur Gutes berichten. In dieser Stadt gibt es tatsächlich so etwas wie französischen Charme und in Sachen Party toppt sie das Feiermekka Vang Vieng um Längen. Der straffe Zeitplan (ich zitiere Summer: «mier müesse öppe de eis wiiter») zwingt «the Swiss» (wie wir mittlerweile liebevoll von halb Laos genannt werden) jedoch, schon kurz darauf weiterzuziehen. Vietnam wartet auf uns. Inklusive folgender Vorurteile, die wir alle während unserer Reise von Travelern aufgeschnappt haben:

  • in Vietnam ist das Essen nicht so gut wie in Thailand oder Laos
     
  • die Vietnamesen sind unfreundlich
     
  • in Vietnam wird dir alles geklaut
     
  • Hanoi ist doof
     
  • Ho Chi Minh ist doof
     
  • Halong Bay ist doof
     
  • Nha Trang ist doof
     
  • Vietnam ist doof


Wie soll ichs sagen...die Vorfreude hält sich extrem in Grenzen, als wir am improvisierten Flughafen in Luang Prabang über das Rollfeld laufen und unsere Xi’An MA60 Richtung Hanoi besteigen. Um es aber im Laos-Street-Parade-Jargon zu sagen: Hanoi wird für Summer und mich «one city, one love».

Ps. Ihr Pailletten-Fetis da draussen, die ihr alle nach Bikini-Fotos verlangt: Wir haben zum Glück nicht den Status von Herzogin Catherine, nicht einmal die Laoten haben die Kamera gezückt. So bleibt dieses denkwürdige Bild einzig und allein in Summers und meinem Kopf.