My awesome Life in Hollywood

My awesome Life in Hollywood

Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

Black Friday - der Shopping-(Alb-)Traum

Meterlange Schlangen und hysterische Kunden - der Black Friday, die Schnäppchenjagd des Jahres, ist Chaos pur. Unsere Bloggerin Jasmin Gruber verlor in Los Angeles fast die Nerven.
Black Friday 2016 nicht in der Schweiz, Los Angeles
© zvg

Bei einem solchen Menschenauflauf kann eigentlich nur Black Friday sein.

An Thanksgiving sind die Amerikaner dankbar für das, was sie haben - und nur wenige Stunden später stürmen sie wegen ein paar Dollar die Läden, schlagen vor den Regalen wie wild um sich und trampeln gar Menschen zu Tode. Was für eine Ironie!

Auch ich war vergangenen Donnerstag zu Thanksgiving eingeladen. Das Erntedankfest ist für viele hier sogar wichtiger als Weihnachten. Zum Dinner gabs - natürlich - den obligatorischen Truthahn. Wir plauderten mit prallgefüllten Mägen über Gott und die Welt, bis plötzlich eine der Damen ruckartig aufsprang und fast schon panisch schrie: «Black Friday!» Hä? Der startet doch erst morgen? «Darling, viele Läden haben bereits heute Abend bis um ein Uhr nachts offen», lachte mich besagte Dame aus. Und weg war sie.

Am Black Friday gibts vieles hier zum halben Preis, kein Wunder also hatte auch ich diesen Tag rot in meiner imaginären Agenda angestrichen. Und so gehts nach dem Thanksgiving-Festessen statt nach Hause zu Best Buy, meine Freundin und ich wollen uns einen Fernseher kaufen. 

Es ist bereits 22 Uhr, wir sind müde und können uns wegen dem Truthahn kaum bewegen. Das ist drinnen allerdings sowieso nicht möglich - noch nie hatte ich so viele Menschen in einem Laden gesehen! Wir haben 20 Minuten (!!!) für eine Strecke von 100 Metern gebraucht. Und als wir endlich in der richtigen Abteilung stehen, die nächste Ohrfeige. Unser Objekt der Begierde war bereits nach 30 Minuten ausverkauft, sagt uns der Verkäufer. So entscheiden wir uns für ein anderes Modell, welches zwar etwas teurer, aber mit 300 Dollar für einen 55-Zoll-Bildschirm immer noch ein Top-Angebot ist.

Ich wusste ja, dass die Amerikaner wegen dem Black Friday durchdrehen. Aber was wir in den nächsten 24 Stunden erlebten, war der blanke Horror. Mehr als eine halbe Stunde auf einen Parkplatz warten? Normal. Dass einem die Klamotten im Geschäft von den Händen gerissen werden? Gehört dazu. An der Kasse fast eine Stunde lang anstehen? Ist halt so.

Nachts um halb zwei fallen wir schliesslich fix und fertig ins Bett. Wir sind um einen Fernseher, eine Soundanlage und einen Blender reicher. Dazu kommen noch ein paar blaue Flecken. Jetzt ein paar Stunden schlafen, bis der ganze Spass von Neuem beginnt.

Nach nur sechs Stunden Schlaf stehen wir am Black Friday um neun Uhr in der Shopping Mall. Mit uns Tausende von anderen mit ihren dicken Portemonnaies. 50 Prozent hier, 2 für 1 dort, ein Schnäppchen nach dem anderen. Meine Euphorie war jedoch nach nur wenigen Minuten verflogen. Bisher dachte ich immer, ich habe viel Geduld und mich bringt nichts so schnell aus der Fassung. Doch dann kam der Black Friday.

Wir verbringen Stunden im Einkaufszentrum, haben kaum was getrunken, geschweige denn gegessen. Die Kleider, die uns gefallen, probieren wir direkt im Laden an - zu gross die Schlange vor den Kabinen. Und sind wir nicht 100 Prozent von einem T-Shirt oder Schuhen überzeugt, lassen wir es sein - denn 45 Minuten vor der Kasse anstehen muss sich wirklich lohnen.

Normalerweise freue ich mich immer, wenn ich ein Schnäppchen gemacht habe und kann es kaum erwarten, daheim all meine neuen Schätze zu begutachten. Doch als wir nach dem zwölfstündigen Shopping-Marathon daheim ankommen, werfe ich all die Errungenschaften nur in eine Ecke und falle rückwärts aufs Sofa. Ich bin kaputt, mit den Nerven am Ende, habe noch mehr blaue Flecken und würde am liebsten einfach nur lauthals losschreien.