My awesome Life in Hollywood

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Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

Das Gruseln hat endlich ein Ende

Die Kinder betteln um Süssigkeiten, im TV läuft ein Horror-Streifen nach dem anderen und vor der Haustüre steht ein ausgeschnitzter Kürbis. Am Montagabend war Halloween - ein Fest, das wir in der Schweiz eher ruhig angehen. Ganz anders als über dem grossen Teich, wie Bloggerin Jasmin Gruber weiss.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mich als kleines Mädchen mit meinen Freundinnen durch die Nachbarschaft geklingelt habe. «Süsses oder Sauers», sagten wir leise kichernd und hielten unser Plastiksäckli hin. Nach einer guten Stunde gingen wir mit Schoggi, Zückerli und dem einen oder anderen Batzen nach Hause.

Ursprünglich ist Halloween die «Nacht der Kinder». Hier in Amerika hat es wenig mit Kindern und noch weniger mit einer Nacht zu tun. Die Amis zelebrieren Halloween einen ganzen Monat lang!

Bereits Anfang Oktober waren die Supermärkte dekoriert, draussen stapelten sich überdimensional grosse Kürbisse, in jedem zweiten Garten winkte einem ein Skelett entgegen.

Vor zwei Wochen gingen wir in Hollywood an eine Party. Auf dem Flyer stand zwar, man soll verkleidet kommen, aber das ignorierte ich. Immerhin lag Halloween ja noch meilenweit entfernt. Doch als wir im Club eintrafen, traf mich der Schlag. Alle, wirklich alle, hatten sie ein Kostüm an. Der Höhepunkt des Abends war, als mich ein ziemlich betrunkener Graf Dracula fragte, ob ich Wednesday Addams sei.

Ein paar Tage später - ich lag gerade auf dem Sofa und las ein Buch - drang plötzlich Nebel unter der Haustüre durch. Skeptisch öffnete ich die Türe -  vor mir tanzte eine Horde wild gewordener Affen zu Michael Jacksons «Thriller». In einer Ecke des Pools stand eine Nebelmaschine, überall hingen Spinnenweben und auf einem Schild stand in weisser Kreide «Welcome to the Dungeon».

Ade, Merci. Läck bin ich froh, haben wir heute den 1. November. Ich muss keine Angst mehr haben, an einem Herzinfarkt zu sterben, weil mir der Sensenmann auflauert. Niemand verwechselt mich mehr mit dem düsteren Mädchen von der Addams Family. Die vielen Spinnen (ja, sie sind aus Plastik - aber wenn man eine Phobie hat, ist eine Spinne eine Spinne) verschwinden aus den Supermärkten. Und machen Platz für das nächste grosse Ereignis, das hier zelebriert wird. Thanksgiving. Man sitzt mit seinen Liebsten an einem Tisch, ist dankbar für alles, was man hat, und isst, bis man platzt. Wieso feiern die Amis nicht dieses Fest einen ganzen Monat lang?

Im Dossier: Alle L.A.-Blogs von Jasmin Gruber