My awesome Life in Hollywood

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Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

Paris Hilton, watch out!

Paris Hilton, watch out! Die DJane kriegt Konkurrenz von der L.A.-Bloggerin Jasmin Gruber. Auch wenn es noch eine Weile dauern wird, bis diese wie das It-Girl in Ibiza hinter den Turntables stehen wird. 
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© Getty Images

Bloggerin Jasmin Gruber will als DJane die Clubs füllen.

In Los Angeles ist jeder Schrägstrich Actor/Actress, Musiker oder Tänzer. Tagsüber jobben sie in einer Bar oder fahren Uber, am Abend gehts zu Castings. Ich kann gar nicht aufzählen, wie oft ich hier bereits gefragt wurde, ob ich auch Schauspielerin bin. Nee, das überlasse ich denen, die das können. Aber ab jetzt bin ich auch eine Journalistin mit einem Schrägstrich!

Erster Gig im Chinese Theatre

An Silvester hatte ich meinen ersten DJ-Auftritt. Und nicht etwa in einem verlassenen Kellerloch mit drei Gästen, ich stand im Chinese Theatre hinter den Turntables. Dort, wo all die wichtigen Film-Premieren in Hollywood stattfinden. Wo Angelina Jolie, Chris Hemsworth und Jennifer Lawrence ein und aus gehen. Weltberühmt, weil zahlreiche Filmstars ihre Hand- und Schuhabdrücke in Zementplatten im Eingangsbereich verewigt haben. Genau dort hatte ich meine Premiere als DJane - zusammen mit meiner Freundin, die schon seit Jahren auflegt. Wir wollen nun als DJ-Duo die Clubs erobern. Jawohl.

Meine Hände zitterten, meine Beine waren weich wie Pudding und ich wäre am liebsten einfach schreiend aus dem Club gerannt. Doch es gab kein zurück mehr. Nat und ich standen hinter dem DJ-Pult, der erste Song tönte aus den Boxen. Mein Puls schlug 220 und ich hatte ein Blackout! Ich sah das Mischpult vor mir und verstand nur noch Bahnhof. So viele Stunden hatte ich geübt und geübt, und irgendwie war alles einfach weg.

Schweissnass und fertig mit den Nerven

Blöd nur, dass ich nicht in meinem Zimmer stand, sondern in einem Club vor Hunderten von Leuten. Also Augen zu und durch. Ich hielt den Fader in meinen zittrigen Händen und mixte irgendwie irgendwas zusammen. Zwei, drei Patzer machten mein Desaster komplett. Zum Glück war Nat immer neben mir und korrigierte, was ich verbaute. Und das Schlimmste? Ich musste die ganze Zeit über lächeln, tanzen und so tun, als wäre ich üüüberglücklich.

Nach einer Stunde wurden wir erlöst, äh abgelöst. Puh. It's over. Done. Der DJ nach uns hatte das Zepter übernommen und ich stand wie benebelt da. Wollte weinen und schreien gleichzeitig. «Du warst grossartig!», schrie mir Nat ins Ohr. Doch ich - ganz Perfektionist - war überhaupt nicht zufrieden mit mir. Anyways. In wenigen Minuten war Mitternacht. Immerhin diesen Moment wollte ich perfekt haben.

Countdown à la Bridget Jones

Wir quetschten uns in die Mitte der Tanzfläche, bereit für den Countdown. Bis Nat plötzlich davonrannte, sie habe ihren Computer im anderen Floor vergessen. Bevor ich sagen konnte, dass in wenigen Sekunden Mitternacht war, hörte ich schon von allen Seiten «zehn, neun, acht ...» - «Haaaaaappy New Yeeeaaaar»! Alle lagen sich küssend in den Armen, nur ich stand einsam da wie Bridget Jones. Happy New Year, Jas!

Ich habs kapiert. Bis wir in Ibiza und Las Vegas auflegen können, wird es wohl noch etwas dauern. Obwohl mein erster Gig nicht so verlief, wie ich es mir erwünscht hatte - ich habe Blut geleckt! Watch out, Paris Hilton!

Im Dossier: Alle Hollywood-Blogs von Jasmin Gruber