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Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

US-Wahlen? Möge die Bessere gewinnen

Sexuelle Übergriffe, WikiLeaks-Enthüllungen, Wahlbetrug: Kein Tag vergeht ohne (negative) Schlagzeilen der beiden US-Präsidentschaftskandidaten. Unsere Bloggerin Jasmin Gruber kriegt den Wahlkampf zwischen Donald Trump und Hillary Clinton in Los Angeles hautnah mit.
Jasmin Gruber (Blick) Blog USA Wahlen Hillary Clinton Donald Trump
© Getty Images

Hillary Clinton und Donald Trump bei der letzten TV-Debatte vor den Wahlen.

Donald Trump nennt Hillary Clinton eine «scheussliche Frau» und eine «Marionette», will sie ins Gefängnis stecken, sollte er Präsident werden. Die Demokratin bezeichnet den Republikaner als Lügner und Rassisten, sagt, er wäre unfähig, das Land zu regieren.

Bin ich froh, hat dieser Kindergarten in zwei Wochen ein Ende! Stellen Sie sich mal vor, zwei Politiker in der Schweiz würden sich so an die Gurgel gehen. «D'Frau Sieber gseht nöd us wie e Nationalrötin, und ihren Maa luegt junge Meitle mit kurze Röckli no.» - «De Herr Küenzli söll mol ufhöre, immer so en Seich verzelle, gopf.» Unvorstellbar.

Der Kampf ums Weisse Haus - und wahrlich ist es ein Kampf - kommt mir eher vor wie eine ältere Version der MTV-Trash-Serie «Geordie Shore». Trump und Clinton werfen mit Dreck nur so um sich und man vergisst schnell, dass hier der oder die Nachfolger/in von Barack Obama gewählt wird.

Die Demokraten sind hier in Kalifornien klar in der Überzahl. Wenn man den Namen Trump in eine Runde wirft, geht das Bellen los. «Er ist ein schwanzgesteuerter Grüsel, der von Politik keine Ahnung hat», sagte mir neulich ein junger Mann in einer Bar. Und ein Mexikaner meinte (nicht ironisch): «Ich habe den amerikanischen Pass. Aber wenn der das Zepter übernimmt, gehe ich freiwillig zurück.»

«Sie ist das kleinere Übel»

Dürfte ich hier wählen, meine Stimme hätte Hillary Clinton. Ja, auch sie nimmt es mit der Wahrheit nicht immer so genau. Aber welcher Politiker tut das schon? Man muss sie wählen, nur schon um zu verhindern, dass Donald Trump der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird.

Ich habe hier mit Republikanern gesprochen, die sich klar auf die Seite der Demokratin stellen. «Sie ist das kleinere Übel», sagte mir ein Mann mit Bierbauch leise im Supermarkt an der Kasse. Eine Studentin hinter mir belauschte uns offensichtlich und funkte dazwischen: «Einer, der so abschätzig über uns Frauen und Ausländer spricht, gehört in die Klapse und nicht nach Washington.»

Meine Nachbarin bringts auf den Punkt: «Ich weiss auch nicht, ob Clinton wirklich halten wird, was sie verspricht. Aber alles ist mir lieber, als dass meine Kinder mit so einem Präsidenten aufwachsen müssen. Er verachtet Frauen, ist ein Rassist, kann mit Kritik nicht umgehen und hat noch weniger Ahnung von Politik als mein 16-jähriger Sohn.»

Möge die Bessere gewinnen.

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