My awesome Life in Hollywood

My awesome Life in Hollywood

Neustart vor 30! Oder wie eine Rheintalerin nach Los Angeles kommt.

Und plötzlich hatte ich eine Waffe vor dem Gesicht

«Vermisst du die Natur nicht?», wird Jasmin Gruber oft gefragt, seit sie in Los Angeles ist. Ganz und gar nicht. Denn neben all den vielen Highways und Häuserblocks gibt es herzige Wanderrouten und das Meer liegt gleich um die Ecke. Abends kann es in Hollywood aber schon mal gefährlich werden, wie die Bloggerin jetzt weiss.

Okay. So saftig grün wie in der Schweiz sind die Parks hier nicht. Kalifornien kämpft seit Jahren mit der Dürre. Aber die Stadt hat viele braungrüne Flecken! Hollywood Hills, Runyon Canyon, Griffith Park - es gibt so viele wunderschöne Wanderwege hier. In nur wenigen Minuten kann man der Grossstadt entfliehen, raus in die Natur, atemberaubende Aussichten auf Downtown und die grosse Chance, einen Promi anzutreffen. 

Ashton Kutcher und Mila Kunis, Joaquin Phoenix, Rebel Wilson, der Kardashian-Clan, Vanessa Hudgens oder auch Jennifer Garner - alle, wirklich alle, gehen sie hier wandern. Kann auch gut sein, dass mich Britney Spears schon mal unerkannt überholt hat. Ist wirklich schwierig, die A-Liga der Hollywood-Stars ohne die ganzen Schichten von Make-up zu erkennen. Aber ich bleibe dran!

Das Schönste am Leben hier finde ich jedoch den Ozean vor der Nase. In nur 30 Minuten (bei Traffic sinds auch schon mal bis zu zwei Stunden) bin ich am Strand. Sand unter den nackten Füssen, ein gutes Buch in den Händen, Bikini anschnallen und einfach abschalten. «Vermisst du die Natur nicht?» - Nein! Und es scheint einfach jeden Tag die Sonne. Jeden. Einzelnen. Tag. 

Es ist aufregend, in einer Stadt mit so vielen Sehenswürdigkeiten zu leben, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Plötzlich ist es ganz normal, dass man in Santa Monica Sushi isst, die Strassenkünstler in Venice Beach bewundert oder am berühmten Rodeo Drive vorbeifährt. Betonung auf vorbeifährt. Die Luxus-Läden dort kann ich mir nicht leisten, und einen auf Winona Ryder will ich nicht machen. 

Der berühmt berüchtigte Walk of Fame

Die wohl bekannteste Strasse in Los Angeles ist der Hollywood Boulevard mit dem Walk of Fame. Der erstreckt sich über 18 Häuserblöcke in Hollywood, über 2500 Prominente wurden hier bisher mit einem Stern geehrt. Kein einziger Tourist verlässt Los Angeles, ohne hier entlang gelaufen zu sein.

Doch kaum biegt man in den Walk of Fame ein, sind die meisten enttäuscht. Statt Glamour trifft man hier auf Abfallberge am Boden, aggressive Obdachlose und nervige Typen, die einem eine Promi-Tour durch die Hollywood Hills andrehen wollen. Manche Sterne sind gar so dreckig, dass man kaum die Namen der Stars darauf lesen kann.

Abends wirds gefährlich

Es wimmelt von Souvenir-Shops mit überteuerten Oscar-Goldmännchen, Hollywood-Schlüsselanhänger und Poster von Michael Jackson und Marilyn Monroe. Während tagsüber Tausende Touristen hier entlang schlendern, verwandelt sich der Walk of Fame am Abend in eine Clubmeile. Und sobald die Dunkelheit einbricht, kann es hier auch ganz schön gefährlich werden. Das musste ich am eigenen Leib erfahren.

Vergangene Woche stand ich an der Ecke Cahuenga am Strassenrand, wartete auf mein bestelltes Uber. Dann sah ich aus meinen Augenwinkeln cirka zwei Meter rechts von mir einen - sagen wir mal nicht gerade adrett gekleideten - Mann mit einem Maschinengewehr in den Händen. Einer richtigen Waffe!!! Mir stockte der Atem. Doch niemand reagierte, und so stand auch ich einfach wie angewurzelt da. 

Ich hatte Todesangst

Der Typ betrat einen Pizzaladen, schritt mit der Waffe einmal bis ganz nach hinten und wieder zurück. Dann fuchtelte er wie wild mit der Waffe rum und im nächsten Moment richtete er sie auf mich.

Da stand ich nun also. Auf dem Hollywood Boulevard mit einem Maschinengewehr vor der Nase. Tausend Gedanken schwirrten mir durch den Kopf, ich hatte Todesangst. Endlich reagierten die Menschen, riefen die Polizei, rannten davon und das war meine Rettung. Der Typ zielte in eine andere Richtung und ich lief um mein Leben. 

Zum Glück kam ich mit einem Schrecken davon. Passiert ist nichts, womöglich wollte der Mann anderen nur Angst machen. Verwirrte Leute gibt es hier zur Genüge. Los Angeles ist halt doch ein etwas anderes Kaliber als Zürich.

To do: Ich muss mir ein Pfefferspray besorgen und mich am Strand - unter einer Palme - von diesem Schrecken erholen.

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