Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Schrecksekunden in Südafrika

Plötzlich steht Hund Fynn mitten auf einer stark befahrenen Strasse - Auswanderer Sacha von der Crone und Freundin Barbara erleben bange Sekunden, doch können am Schluss aufatmen. Der neueste Beitrag des Winterthurers, der sein Glück in Südafrika versucht. 

Nun liegt die erste herbstliche Woche hinter uns. Es regnete zwei, drei Mal - einmal so richtig heftig verbunden mit einem richtigen Sturm. Die Nächte werden merklich kühler, die Tage kürzer. Es ist schon spannend, wie wir hier unser Leben der Natur angepasst haben. Wohl einfach, weil so vieles draussen stattfindet. 

Es ist glaube ich auch der erste Blog, den ich im Wohnzimmer und nicht im Garten schreibe. Zeit also, uns nun auf den kommenden Winter vorzubereiten. Das Cheminée wurde umgebaut und auch schon mehrmals in Betrieb genommen, wohlige Wärme verbreitet sich so unglaublich schnell. Es ist ein grosses Problem hier in Südafrika, dass die Bausubstanz einfach auf den Sommer ausgerichtet ist - das Klima im Haus und draussen ist mehr oder weniger immer dasselbe. Die kühle Nässe verbreitet sich entsprechend schnell im Haus. Kommt man leicht durchnässt von draussen zurück, empfängt einem, nicht wie in der Schweiz eine trockene Wärme, sondern doch eher ein «feuchtes» zu Hause mit 18 Grad Raumtemperatur. So hilft ein schönes Feuer in kürzester Zeit. Als würden wir uns auf einen Orkan oder gar ein Hochwasser vorbereiten, versuchen wir nun mit allerlei Hilfsmitteln, teilweise fingerdicke Ritzen in Türen und Fenster möglichst gut zu verschliessen. Zum Glück schaut auch immer mal wieder die Sonne durch und sofort liegen die Temperaturen bei über 20 Grad. Für nächste Woche sind sogar wieder bis zu 28 Grad angekündigt. So lässt sich der Herbst bestimmt ertragen.

Der grosse Schock zum Feierabend 

Wie fast jeden Tag beginnen wir unseren Feierabend mit einem ausgedehnten Spaziergang zusammen mit Fynn. Damit er sich richtig austoben kann, ist eine kurze, zehnminütige Fahrt in einen Park sinnvoll. Fynn sitzt wie immer in der geschlossenen Kabine auf der Ladefläche des Pick-ups. Auf der Heimfahrt, im Feierabend-Verkehr geschieht das für uns Unfassbare. Ein Rumpeln ist zu hören. Ein Blick im Rückspiegel zeigt mir: Fynn auf der Strasse! Unser Stunt-Dog hat doch tatsächlich das Fenster aufgestossen und ist bei zügiger Fahrt aus dem Auto direkt in die Rush-Hour gesprungen. Erschrocken und kauernd ist er nun mitten im Verkehr. Zum grossen Glück reagiert der Autofahrer hinter uns perfekt und bringt mit Warnblinkern den gesamten Verkehr zum Stillstand. Die Joggerin, welche wohl auch der Antrieb für Fynns Sprung war, ist sofort bei ihm und kann ihn festhalten. Barbara ist noch fast aus dem fahrenden Auto gesprungen und sofort bei Fynn. Grosse Erleichterung, Fynn gehts wohl gut. Leicht schockiert - wir alle drei - fahren wir weiter nach Hause. Nun merken wir, dass Fynn doch den einen oder anderen Kratzer hat, wohl auch Prellungen. Er hinkt ein wenig und jammert. Doch der Tierarzt bringt die Erleichterung. Es ist wohl nichts Schlimmes geschehen. Unser «crazy Boy», wie ihn die Tierärztin nennt, hat also nochmals Glück gehabt.

Und was gibts sonst noch Neues? Nicht mehr viel, das Internet setzt abends immer noch aus. Die Beschriftungs-Tafel für die «Africa-Lodge» ist noch nicht montiert, die Abklärungen laufen weiter. Eine Leitung im Pool hat wohl ein Leck und Luft dringt ein - Wasser zum Glück nicht aus. Trotzdem muss nächste Woche gegraben werden. Das Saisonende rückt näher, es kommen jetzt noch Gäste und Freunde an, was für uns ein volles Haus bedeutet. Es läuft noch einiges, bevor dann Ruhe einkehrt. Was machen wir mit all der Freizeit? Reisen natürlich und wir planen einen ersten Selbstversuch in der eigenen Herstellung von Biltong - der südafrikanischen Trockenfleisch-Spezialität.

Man liest sich!

Im Dossier: Alle Auswanderer-Beiträge von Sacha von der Crone