Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Feuerdrama in Südafrika

Auswanderer und Blogger Sacha von der Crone bekam es kürzlich mit der Angst zu tun: Ganz in der Nähe gab es einen grossen Brand. Und das Dach der Africa Lodge ist aus Stroh! 
Sacha von der Crone Blogs Südafrika
© zvg

Hohe Rauchsäulen steigen in der Nähe der Africa Lodge auf.

Vor einem Jahr wohnten wir als Golf-Verrückte noch dem European-Masters in Crans-Montana live vor Ort bei. Verbunden mit Ferien-Tage mit Barbaras Familie. Gross war unsere Freude, als wir merkten, dass wir das Golf-Turnier auch dieses Jahr, einfach aus der Ferne via Internet anschauen können. Einem ruhigen und gemütlichen Sonntagnachmittag stand also nichts im Wege. Meinten wir.

Nach einer halben Stunde ertönte ein erster dumpfer Knall, ein weiterer folgte sogleich. Beim vierten Knall fragten wir uns gegenseitig: «Hast du das jetzt auch gehört?» Als die Knaller häufiger wurden und der letzte sogar wie ein Schuss klang, ging Barbara in den Garten. «Es brennt beim Nachbarn», hörte ich sie schreien. Brände in unmittelbarer Gegend nimmt man nie auf die leichte Schulter. Wenn das eigene Haus aber mit Stroh überdacht ist, erst recht nicht. «Was machen wir jetzt?», fragten wir uns.

Barbara griff zum Telefon und informierte die Security-Firma. Ich lief ins Freie und versuchte, ja was versuchte ich eigentlich? Ich wollte wohl einfach etwas tun. Aber die Grundstücke hier sind so verwinkelt, ich hätte mit dem Auto ums halbe Quartier fahren müssen, um zu eben diesem Nachbarn zu gelangen. Also ging ich zurück ins Haus und Barbara sagte, die Feuerwehr sei bereits informiert. Die Rauchwolken wurden grösser. Unglaublich schwarzer Rauch wars. Zum Glück blies der Wind in die andere Richtung, von unserem Grundstück weg. «Ich vermute, da brennt mindestens ein Auto oder auch mehrere.»

Die Rauchsäule wurde höher und höher. «Ist die Feuerwahr schon hier, man hört so nichts.» Bange Minuten des Wartens vergingen, irgendwann wurde der Rauch weiss und wir waren beruhigt. Scheinbar wurde der Brand rasch gelöscht, tatsächlich brannten zwei Autos in der Garage. Keine Personen wurden verletzt und der Brand griff auch nicht auf das Haus über - das konnten wir am Montagmorgen lesen. Für uns waren es bange Momente, aber auch nicht mehr.

Doch die dunklen Wolken blieben noch ein wenig über der Lodge hängen. Vor einigen Wochen wollte ich einmal schreiben, dass wir beide, seit wir nach Südafrika gezogen sind, noch nie krank waren. Begründet hätte ich dies wohl damit, dass es uns einfach absolut gut geht hier und wir dem stressgeplagten Europa entflohen sind und nun einfach leben. Gesunder Geist, gesunder Körper. Abergläubisch liess ich das aber sein. Und nun hats mich erwischt, Halsschmerzen, «Pfnüsel» und Husten plagen mich. Leicht grippig bin ich wohl und wir Männer können ja gut krank sein. Das hielt mich aber nicht davon ab, im Garten etwas aufzuräumen und Sträucher zu schneiden.

Barbara liess sich sofort anstecken. Wir machen das gerne, es macht ja auch Spass im Freien gemeinsam zu arbeiten. Barbara stieg auf die Leiter, um auch höhere Äste zurück zu schneiden. Wir sprachen noch darüber, dass wir eigentlich eine bessere Leiter hätten, aber es geht wohl auch mit der kleineren, leichteren Leiter, die hatten wir ja gerade dabei. Irgendwann hörte ich laut Aluminium klappern begleitet von einem dumpferen Geräusch. «Sie hat wohl ein wenig schwungvoll die Leiter beiseite geräumt», dachte ich noch. Ich schaue nach, Barbara liegt am Boden. «Alles gut, ich bin wohl mehr erschrocken als es wehtut», sagt sie. Prellungen und Schürfungen, einige blaue Flecken, zum Glück nicht mehr. Es ist nun Zeit, dass die dunklen Wolken wieder verschwinden. Obwohl, falls sie Regen bringen, sind sie immer noch willkommen. Die Dämme, so zeigt die Statistik, sind noch immer nicht genügend voll. Seit 2010 geht der Pegelstand jährlich zurück.

Tierisch wars zudem auch diese Woche. Ein Weingut, direkt an Fynns Hundepark grenzend, postet Bilder von seiner Webcam - tatsächlich ist ein Leopard vor die Linse gelaufen. Man munkelte schon lange, dass dort ein Pärchen wohnt, jetzt ist der Beweis erbracht. Sogar direkt an der beliebten Küstenstrasse wurde ein Leoparden-«Kleinkind» fotografiert und während fast einer Stunde beobachtet. Spannend, die Wildnis ist näher, als wir denken.

Man liest sich!

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