Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Die grossen Ferien und es gilt erst recht: Save Water

Die Wasserknappheit beschäftigt Sacha von der Crones Region weiterhin sehr. Auf Facebook übertrumpft man sich täglich mit neuen Einfällen zum Wassersparen oder Schmutzwasser auffangen und Wiederverwenden.
Sacha von der Crone Südafrika Auswanderer Africa-Lodge Weihnachten
© ZVG

Es weihnachtet auch im sommerlichen Südafrika.

Das Waser wird täglich knapper und jetzt hat die Ferienzeit erst richtig begonnen. Nicht nur die von den Touristen aus Übersee kommen, auch innerhalb von Südafrika ist mit den grossen Weihnachtsferien eine regelrechte Völkerwanderungen im Gange. Die Südafrikaner sind unterwegs und unsere Region voll. Was auch für die Africa-Lodge gilt. Unsere Region ruft dazu auf, auch die Familienmitglieder aus dem Norden, welche jetzt in den Süden pilgern - zum Wassersparen zu animieren. Die Trockenheit betrifft natürlich nicht jeden in Südafrika gleichermassen. Der Norden lebt vom Sommer-Regen und unser Western Cape vom Regen im südafrikanischen Winter, welcher eben dieses Jahr ein weiteres Mal zu mässig ausfiel.

Das führt dazu, dass das nur knapp fünfzehn Minuten von uns entfernte Stellenbosch von keinen bzw. geringeren Wasserrestrektionen betroffen ist. Dort dürfen Häuser mit geraden Nummern an geraden Kalendertragen ihren Garten bewässern und entsprechend die anderen an den ungeraden Tagen. Etwas, was bei uns schon länger verschärft wurde. Das Kantönli-Denken besteht also auch hier. Dabei ist und bleibt Wasser immer noch Wasser. Ob aus dem Boden nach oben gepumpt oder aus dem öffentlichen Wasserhahn. Die Zukunftsaussichten machen diesbezüglich wirklich Angst. Täglich schauen wir auf die Wetterprognose und hoffen auf Regen. Vergebens. Die grossen Ferien führen auch dazu, dass nun die Zeit beginnt, in der die Suche nach Handwerkern zur Suche der Nadel im Heuhaufen wird. Alles ist nun wieder geschlossen bis Anfang Januar. Und gerade heute streikt unser Gate-Motor und das Tor lässt sich nicht mehr öffnen. Zum Glück wurden wir noch fündig im Heuhaufen.

Besuch aus der Heimat

Endlich ist es wieder Zeit, dass uns meine Mutter besucht. Wir freuen uns auf die zweiten Weihnachten bei hochsommerlichen Temperaturen gemeinsam am Kap. Wie haben wir uns wohl verändert in diesem zweiten Jahr hier unten? Veränderungen sind ja immer ein Prozess und deshalb für mich schwer greifbar. Ich glaub aber schon, dass uns die südafrikanische Mentalität mehr und mehr einnimmt. Es muss wirklich nicht immer alles gerade jetzt und sofort geschehen. Bei mehrheitlich über 20 Grad übers ganze Jahr darf man es auch immer ein wenig geruhsamer angehen. Dem Stress, der Hektik und dem Geld-Antrieb wollten wir ja schliesslich auch entfliehen. Trotzdem sind wir sicherlich immer noch pünktlich und pflichtbewusst - wir sind Schweizer geblieben.

Entschleunigt finden wir täglich Zeit für entspannte Spaziergänge in den Rebbergen zusammen mit Fynn, Gespräche mit unseren Gästen oder auch Arbeiten im privaten Garten. Gerade eben haben wir einen Kräutergarten angelegt, welchen wir mit unserem Schmutzwasser bewässern können. Es ist unser zweiter Versuch eines Kräuter- und vielleicht auch noch Gemüse-Gartens. Der erste ging gründlich schief und nichts gedieh. Nun haben wir neue Erfahrungen gesammelt, einen wohl besseren Standort gefunden. Auch dies gehört zu unserem neuen Leben: Erfahrungen sammeln, daraus lernen und neu umsetzen. Verbunden mit den anderen klimatischen Verhältnissen tickt halt auch die Natur ein wenig anders.

Es braucht eigentlich immer einen Blick auf den Kalender, um sich bewusst zu werden: Es ist Weihnachtszeit. Shorts, Flip-Flops und T-Shirt - das passt einfach nicht so sehr zum Samichlaus im schweren roten Mantel. Trotzdem war es an der Zeit, die Africa-Lodge ein wenig zu dekorieren. Nicht zu viel, schliesslich wird es sicherlich auch Gäste bei uns geben, die dem ganzen Weihnachtstrubel vor allem entfliehen möchten.

Man liest sich!

Im Dossier: Alle Auswanderer-Blogs von Sacha von der Crone