Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Nach einem Jahr stehen endlich die Wegweiser

Es wird langsam Sommer in Südafrika. Gleichzeitig flattern die ersten Weihnachtskataloge ins Haus. Sommer und Weihnachten? Noch immer ein komisches Gefühl, findet Auswanderer Sacha von der Crone.
Blog Sacha von der Crone Südafrika Wegweiser
© zVg

Nach einem Jahr stehen endlich auch die Wegweiser zur Africa-Lodge, pünktlich zum Start der zweiten Saison.

Es wird nun langsam aber sicher Sommer. Die Temperaturen steigen täglich weit über 20 Grad, der Regen bleibt aus. Und gleichzeitig flattern die ersten Weihnachtskataloge ins Haus und Geschäftshäuser werden mit Weihnachtsbäumen geschmückt. Was in Europa gilt, gilt auch hier, es geht jedes Jahr früher los. Schräg bleibt das Gefühl: Sommerliche Temperaturen und das Heraufbeschwören von Weihnachtsstimmung - ich glaube, daran gewöhnen wir uns nie.

Auch die Natur ist dieses Jahr früh dran. Bäume, welche letztes Jahr noch bis Mitte November fast kahl waren, sind nun schon komplett grün. Spannend zu beobachten. Irgendetwas verändert sich. El Nino soll schuld sein. Hermanus, ein Küstenstädtchen eine gute Stunde von uns entfernt, ist ein «Wal-Fahrts-Ort». 150 Wale liessen sich dort bis vor zwei Jahren beobachten, zusammen mit ihren Baby-Walen, direkt vom Ufer aus. Letztes Jahr waren es noch 50, dieses Jahr fast keine mehr. Schuld seien die veränderten Meeresströmungen, und dass die Wale zu wenig Krill gefressen hätten. Eben, es verändert sich etwas. Und für den Tourismus an diesem Küstenstreifen ist das Ausbleiben der Wale eine wirtschaftliche Bedrohung. Zum Glück betrifft uns dies nicht sonderlich.

Drohende Dürre

Unsere Region lebt touristisch vor allem von der Nähe zu Kapstadt, dem Kap der guten Hoffnung und den unzähligen Weingebieten und Golf-Plätzen. Und trotzdem hat die Klima-Veränderungen wohl auch bei uns bald direkte Auswirkungen, wegen des Wasser-Mangels. Die drohende Dürre wird sich über kurz oder lang sicherlich auf die Lebensmittel-Preise auswirken.

Wichtig also, dass dem sonst schon wirtschaftlich angeschlagenen Land gut geschaut wird. Und da herrschen ja die grössten Zweifel, bezüglich der Tauglichkeit der Regierung. Analysen der mit Spannung erwarteten Haushaltsrede des Finanzministers in dieser Woche fehlen noch. Was aber bereits die Runde macht sind Filme und Bilder des Präsidenten, der während dieser wegweisenden Rede schlief. Einfach eingepennt, während der wichtigsten Rede eines seiner Ministers. Das Vertrauen in die Regierung wächst so bestimmt nicht.

Der frühsommerliche Garten, noch immer ohne Gärtner

Einen Gärtner haben wir leider noch immer keinen gefunden. Wir prüfen weiterhin viele Optionen und versuchen, den Überblick nicht zu verlieren. Vielleicht entscheiden wir uns auch für einen Garten-Service, der zweimal im Monat den Garten komplett auf Vordermann bringt.

Zwischendurch müssten wir dann halt selber ran, aber das machen wir ja jetzt schon. Jäten, Laub rechen, Rasen mähen und einige Sträucher schneiden kann sogar Spass bereiten. War Gartenarbeit in der Schweiz eher eine Pflichtübung, ist es hier schon fast Kür. Ohne Zeitdruck, und nicht wie früher nach der Arbeit oder am Wochenende, ist es hier einfach eine angenehme Erledigung im Freien.

Die Wegweiser stehen, nach einem Jahr

Immer wieder denke ich, dass Südafrika in einigen Dingen der Schweiz hinterherhinkt. Gewiss aber nicht, was Sanktionen gegen das Telefonieren im Auto betrifft. Schon ein sichtbares Handy im Fahrerbereich kann hier zu Problemen führen. Telefonieren mit dem Ding am Ohr ist ganz sicher eines. Umgerechnet 40 Franken kostet dieses Vergehen. Aber wohl noch viel schlimmer wiegt eine weitere Folge: Das Handy wird für 24 Stunden beschlagnahmt. Anschliessend kann es für weitere 90 Franken wieder ausgelöst werden. Ich bin überzeugt, diese 24 Stunden Beschlagnahmung wäre in der Schweiz die grössere Strafe als die Geld-Busse und würde viel bewirken.

Ganz ohne Handy finden nun unsere Gäste zu uns. Ein Jahr dauerte es, aber nun stehen unsere Africa-Lodge-Wegweiser, pünktlich zum Start unserer zweiten Saison. Der eine fast so gross wie eine  Schweizer-Autobahntafel. Gut Ding will halt einfach Weile haben, aber am Schluss funktioniert es ja. This is Africa!

Man liest sich!

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