Blog Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Neues Leben am Kap - voller guter Hoffnung

Ein Schweizer wandert aus. Und sucht sein Glück in Südafrika.

Von Unverschämtheiten und Zapfengeld

Während man in der Schweiz im Restaurant einen Wein bestellt, nimmt der Südafrikaner gerne seine eigene Flasche mit. Andere Länder, andere Sitten, resümiert Auswanderer Sacha von der Crone in seinem neuesten Blog-Beitrag, in dem er auch von seinem jüngsten Ärger berichtet: der enttäuschenden Suche nach einer Angestellten.
Auswandern Schweiz Südafrika Sacha von der Crone Blog
© Sacha von der Crone

Sacha von der Crone und seine Freundin müssen vorerst ohne zusätzliche Arbeitskraft auskommen. Auch einen neuen Gärtner haben sie noch nicht.

Zapfengeld ist gerade ein Thema auf einem Schweizer-Newsportal. Die Gepflogenheiten hier in Südafrika sind ein wenig anders. Den eigenen Wein ins Restaurant mitzubringen, ist gang und gäbe und wir beobachten dsa bei jedem unserer Auswärts-Essen. Zapfengeld wird auch verlangt, es bewegt sich meistens im Bereich von einem bis zwei Franken. Also verschwindend klein. Für uns ist es jedesmal eine Bemerkung wert. «Hast du gesehen, schon wieder welche, die den eigenen Wein mitbringen», flüstern wir uns zu. Als Schweizer kennt man es fast nicht, und wir werden es wohl auch gar nie selber tun. Zu sehr freuen wir uns jeweils, in der Weinkarte Neues zu entdecken. Und wie soll ich auch schon vor dem Eintreffen im Restaurant wissen, was ich essen will und welcher Wein dazu passt? Hinzu kommt natürlich auch, dass eine ganze Flasche Wein im Restaurant nur selten über zwölf Franken kostet. Andere Länder, andere Sitten.

Das gilt auch, was das Essen mit Freunden angeht. Südafrikaner gehen eher mit Freunden in ein Restaurant, als dass man sich gegenseitig zu Hause einlädt. Und ist man mal zu Hause eingeladen - zum Beispiel eben zu einem Braai -, dann bringt man meistens die eigenen Getränke und sogar auch das Fleisch selber mit. Geht man zu Besuch und bringt als Dankeschön eine Flasche Wein mit, wird diese meistens auch gleich geöffnet und getrunken. Weisswein also immer gekühlt mitbringen!

Die Krux mit den Angestellten

Wir haben ja schon viele Geschichten über Angestellte hier in Südafrika gehört. Von Diebstahl über Einbrecher, die informiert wurden, wo sich welche teuren Geräte im Haus befinden, bis hin zu schon fast alltäglichen Problemen wie der Unzuverlässigkeit. Unsere Hauptangestellte «Beauty», die fünf Tage die Woche während der Saison bei uns arbeitet, können wir wirklich als gute und treue Seele der Africa-Lodge bezeichnen. Entsprechend froh sind wir, dass sie bei uns ist. Vor allem nachdem, was wir in dieser Woche erlebt haben.

Wir benötigen für die restlichen zwei Tage in der Hauptsaison eine weitere Angestellte. Auf Facebook wurden wir fündig. Am vereinbarten Morgen schrieb sie per WhatsApp, dass sie nicht wisse, wohin, und wir sie doch bitte abholen sollen. Wir erklärten ihr, dass wir als Guesthouse zur Frühstückszeit sicherlich keine Zeit haben, sie abzuholen. Wir beschrieben ihr nochmals den Weg. «Mache mich auf den Weg», lautete ihre Antwort. Minuten, sogar Stunden vergingen, bis sie eine weitere Nachricht schrieb, dass sie uns nicht finde und wieder auf dem Heimweg sei. Damit war diese Angestellte natürlich kein Thema mehr für uns. Abends schrieb uns dann tatsächlich ihre Schwester. Sie habe gehört, dass wir einen Job zu vergeben haben, und sie würde gerne bei uns arbeiten. Mehr als ein Lächeln und der Ausdruck von Unverschämtheit entlockte uns diese Nachricht nicht.

Ein neuer Gärtner sollte ja auch noch erscheinen diese Woche, der alte ist zwar nicht mehr krank, aber auch nicht mehr erschienen. Ohne ein Wort zu sagen, hat er sich verabschiedet. Der vermeintlich neue Gärtner erkundigte sich immerhin am Vorabend nach dem Weg zu uns. Als Barbara mit ihm telefonierte, erinnerte sie ihn daran, doch bitte auch gleich die Arbeitserlaubnis mitzubringen. Als er sofort auflegte, wussten wir, wir werden wohl die nächsten Tage ein wenig mehr im Garten arbeiten müssen. So können wir nun auch einige Geschichten über Angestellte in Südafrika erzählen...

Unser Hund Fynn wurde ausserdem vor einigen Wochen geröntgt. Umgehend wussten wir vom Tierarzt, dass grundsätzlich alles mit ihm in Ordnung ist und er keine Gebrechen im Alter zu erwarten hat. Das war für uns das Wichtigste. Aber natürlich und auch auf Wunsch der Züchter wurden seine Röntgen-Bilder an die südafrikanische Rassenvereinigung zur genauen Überprüfung geschickt. Die Ergebnisse und auch das entsprechende Zertifikat sind nun eingetroffen. Fynn, wir wussten es ja schon immer, ist ein absoluter Klasse-Hund mit bestem Körperbau und natürlich auch einem grossartigen Stammbaum! So sind wir nun also stolze Eltern eines tadellosen Rhodesian Ridgeback.

Man liest sich!

Im Dossier: Alle Blogs von Auswanderer Sacha von der Crone