Sale, pepe e pomodoro

Sale, pepe e pomodoro

Moderatorin Zoe Torinesi tauscht regelmässig Mikrofon gegen Kochlöffel.

Was können wir noch essen?

Milch macht Bauchschmerzen, der Soja-Anbau belastet die Umwelt und Fische sind wegen Überfischung auch nocht ohne Bedenken zu essen. Foodbloggerin Zoe Torinesi stellt sich essentielle Fragen.
Essen ohne Rezepte Milch Mandelmilch Ersatz Soja Fisch Fleisch
© Getty Images

Zoe Torinesis Fazit lautet: in Massen essen.

Ich selber lebe nicht militant nach fixen Regeln, esse (fast) alles, jedoch in Massen und immer mit einem Blick auf Herstellung und Herkunft der Produkte. Trotzdem bin ich immer mehr verunsichert, was ich essen «darf» und was nicht. 

Ein gutes Beispiel ist die Milch. Wurde uns als Kids noch eingetrichtert, wir sollen ganz viel Milch trinken und Joghurt essen, weil gut für Knochen, Oberstübchen und sowieso, fand ich einige Jahre später heraus, dass meine konstanten Bauchschmerzen hauptsächlich auf den ausschweifenden Kuhmilch-Konsum zurückzuführen sind. Auch dass Mutterkuh und Kalb für die Milchproduktion getrennt werden, Massentierhaltung und so weiter waren Themen, die früher irgendwie nicht wirklich thematisiert wurden. Käse, Joghurt und Milch kamen also runter vom Speiseplan, freudig feierte ich Sojamilch, Joghurt, Tofu und was es sonst noch so gab als würdigen Ersatz. Bis ich von der Abholzung des Regenwalds für Sojaplantagen zu lesen begann und dass sich Soja negativ auf den Hormonhaushalt auswirken kann (wobei sich auch hier verschiedene Studien wiedersprechen).

Ersatz für Soja musste also einige Jahre später: Mandelmilch! Schmeckt super und ist gesund. Leider erfuhr ich bei meinem ersten Besuch in Kalifornien, dass ein Grossteil der weltweiten Mandelernte von dort stammt, der Staat im Südwesten der USA jedoch seit Jahren mit einer schlimmen Dürre zu kämpfen hat. Den Menschen geht das Trinkwasser aus, die Mandelbäume aber werden mit Unmengen des kostbaren Guts getränkt.

Dasselbe mit Fisch und Fleisch: Ohne schlechtes Gewissen kann ich fast nicht mehr ins Sushi-Restaurant. Die Weltmeere werden immer leerer, die Nachfrage an Fisch immer grösser. Zuchtfisch ist da eine gute Alternative - könnte man meinen. Schon länger war mir klar, dass ein Grossteil der Zuchtfische leider nicht mit Grünkohl, sondern wiederum mit Fischprodukten und anderem Zeug gefüttert wird. Das wiederum ist in vielen Fällen mit Chemie versetzt.

Was ausser Salat und Rüebli kann man denn eigentlich noch bedenkenlos essen? Wenn es schon bei uns so schwer ist, wie wird es den nächsten Generationen ergehen? Sein Essverhalten reflektieren sollte jeder Mensch. Wie man sich verhält, liegt dann bei jedem individuell.

Ich werde wie bis anhin den Mittelweg wählen und bin überzeugt, mit Mässigung kommen wir relativ weit. Jeden Tag Fleisch oder Fisch essen muss definitiv nicht sein. Regionale Produkte sind wichtig und ein Blick darauf, wie die Tiere aufgezogen und gehalten wurden, ebenfalls. Der Trick ist ja: Wenn man weniger Fleisch isst, kann man sich dafür auch ein teureres Stück leisten! Ich selber esse wenig Fisch und wenn, dann hauptsächlich aus Schweizer Gewässern, ab und an gönne aber auch ich mir ein Lachsfilet. Auch zu Mandelmilch sage ich weiterhin Ja, aber die Bio-Milch aus Italien landet schlussendlich im Körbchen. Allgemein wichtig ist mir ausserdem, möglichst alles zu konsumieren, das ich kaufe, und darauf zu achten, dass nur ein Minimum an Lebensmitteln im Abfall landet. 

Wie haltet ihr es mit Ethik und Gesundheit? Macht ihr euch auch viele Gedanken darüber? Was ist euch dabei besonders wichtig?

Im Dossier: Alle «Sale, pepe e pomodoro»-Beiträge von Zoe Torinesi