Im Tram. Amuse Bouche macht sich unbeliebt und wird von wütigen Mamis als asozial und kinderfeindlich abgestempelt. Dabei ging es ihr doch nur um den gesunden Menschenverstand!
28. Februar 2011 «Schiss Buschiwääge..!»

Es ist gegen halb sechs Uhr abends. Ich freue mich, dass ich seit langem wieder mal früher aus dem Büro komme und wie viele andere «Büezer», bin ich auch auf dem Heimweg. Nichts ungewöhnliches, aber typisch für diese Uhrzeit: Rush Hour, volle Trams und wenige Sitzplätze. Trotz grossem Menschenandrang im Tram bleibe ich gelassen und denke, ich bin ja bald daheim… Ich habe kaum zu Ende gedacht, nimmt die Gutelaunestimmung an der nächsten Haltestelle ihren Lauf!
Kreative «Tramarchitekten» hatten mal die zündende Idee pro Tramabteil einen grösseren Stauraum für Kinderwagen (auf Baseldeutsch: Buschiwääge) zu gestalten, damit sie problemlos aneinander «parkiert» werden können! Für Mütter mit Kinder und Wagen ist dieser grosszügige Platz ideal und wie schon so oft, steigen sie nach einem Spaziernachmittag zusammen mit ihren Freundinnen - natürlich auch mit Kinderwagen - während der Rush Hour ins volle Tram! Und wenn drei von diesen Doppeldeckern nebeneinander stehen - und man muss ja Platz dafür machen (!) - ist das Tramabteil voll und versperrt. Ganz zu schweigen die Geräuschkulisse… Die Kinder nerven weniger als ihre Mamis, die meinen, sie müssen immer genau dann tramfahren, wenn alle anderen endlich Feierabend haben! Es gab mir wieder mal zu denken, wieso immer um die Feierabendzeit Mamis mit ihren Kinderwagen nachhause wollen. Holen denn alle zu dieser Zeit ihre Kleinen von der Krippe ab? Oder ist der Fahrpreis für Mamis günstiger, wenn nach fünf Uhr tramgefahren wird? Oder was in aller Welt, bewegt sie und ihre Freundinnen dazu, genau dann mit ihrer Kinderschar heimzufahren? Ich bin genervt und finde es gegenüber allen anderen, die den ganzen Tag arbeiten und nachhause wollen, egoistisch und rücksichtslos. Auch kümmern sie sich nicht darum und ist ja auch nicht ihr Problem, dass an einigen Haltestellen Fahrgäste auf das nächste Tram warten müssen, weil genau diese Kinderwagen den ganzen Platz versperren. Ich verstehe diese Haltung nicht und sage der jungen Mutter, die gegenüber vor mir steht, dass dies für mich unverständlich ist und für mich nichts mit gesundem Menschenverstand zu tun hat.
«He, wo isch's Problem!?!», fuhr sie mich gerade an. Ich sagte es ihr nochmals anständig und dass ich a) bei der nächsten Station raus müsste (ich war völlig eingeklemmt zwischen Kinderwagen, Einkaufstüten, Kindergeschrei) und b) dass ich es nicht verstehe, wieso immer am Feierabend Mamis mit ihren Kinderwagen tramfahren. Jetzt schaltet sich noch ihre Freundin ein und sagt mir was von asozial, kein Verständnis für Mütter mit Kindern und was ich eigentlich glaube, wie anstrengend und stressig auch ihr Tag sei, seit sie Kinder hat! Sie giftelte weiter und meinte was von typisch kinderfeindlich und zum Glück müssen die Kinder keine solche Mutter haben, und, und, und… Ich spürte wie mein Adrenalinspiegel stieg, weil ich mir das von einer etwa fünfzehn Jahre jüngeren «Tussi» anhören musste und auf so eine aggressive Art, die mir noch mehr zu denken gab. Wo endet denn das!!!???
Ich sagte nichts mehr dazu, machte mir meine eigene Meinung und es war sinnlos, weiter darüber zu diskutieren. Und ich dachte für mich, dass ich anscheinend wieder mal die einzige bin, die für Mamis und Kinderwagen im Tram-Feierabendverkehr kein Verständnis hat. Als ich dann ausstieg kam gerade ein anderer Fahrgast ins Tram und ich hörte nur noch: «Schiss Buschiwääge! Könne die denn nit zunnere andere Zyyt heifahre!»...
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Kommentare
rinacherin
3. März 2012 - 12:31
das isch dr hammer schäm di ehrlich.....vo ganzem härze so ne mesch wie di chame nit bruche....
virginia
3. März 2012 - 12:16
also ich gehe mit meinen kinder nach hause wenn ich lust habe ihr arbeitet 8 stunden am tag wir mütter arbeiten 24 auf24 stun den 365 tage im jahr....bitte für mütter ein wenig verständnis......ich finde so leute eifach doof so sache go schribe .....
Nasca
29. Februar 2012 - 17:36
i bi säuber mami u schaffe tueni oh. es isch müehsam imne vougstopfte zug / tram ds si - mit oder ohni chinderwägeli. aber hei, büezer u mamis wei hei, egau wi vougstopft dases isch.
chli meh verständnis u weniger egoismus söt oh no drin lige. d'schwizer bevölkerig dänkt doch schüsch geng so soziau...
Kim
25. Januar 2012 - 19:15
Leider ist die Gesellschaft häufig doch kinderfeindlich.Oft sind die Mitmenschen von Kindern genervt, immer noch gibt es Verbotsschilder a´ la "Spielen verboten"
aber natürlich sollte man sich auch in die andere Seite versetzen: Wenn man gestresst und Müde von der Arbeit kommt, kann lautes und schrilles Kindergeschrei schon nerven.
Den Ausdruck Buschiwääge für Kinderwagen kannten wir übrigens noch nicht_ Gefällt uns!
Euere Kim
Andrea Mordasini, Bern
5. März 2011 - 1:44
Was ist denn das für ein arroganter und egoistischer Beitrag! Da kann ich als Mutter zweier Kleinkinder (4 + 2.5, die Kleine oft noch im Buggy) nur enttäuscht den Kopf schütteln! Klar verstehe ich die Pendler, dass sie nach einem anstrengenden Arbeitstag in Ruhe nach Hause zurückkehren möchten. Das möchten aber alle, auch Mütter mit ihren Kindern und einem ebenfalls anstrengenden Familienalltag…
Soll ich mich tatsächlich wegen Nörgler wie Sie mit meinen Kids zu Hause verschanzen, bloss damit Sie Ruhe haben? Wohl kaum! Auch ich ziehe ein halbleeres Tram einem überfüllten vor, schon nur wegen der Kinder. Freiwillig und zur blossen Freude zwängt sich kein Elternteil morgens und/oder abends in ein bereits proppenvolles Transportmittel. Doch manchmal geht es halt nicht anders. Zudem gibt es Mütter, die Teilzeit auswärts arbeiten und morgens ihre Kleinen zuerst in die Kita bzw. zur Tagesmutter bringen und abends wieder abholen und eventuell noch einkaufen müssen. Andererseits richte ich mein Freizeit- und Alltagsprogramm mit meinen Kindern nicht zwingend nach den Stosszeiten, so käme ich wortwörtlich nirgends hin…
Zum Glück treffe ich in Bern selten bis nie auf so griesgrämige Personen wie sie, im Gegenteil! Meistens wird mir, auch unaufgefordert Hilfe bzw. Platz angeboten. Vielleicht ist das eher ruhige Bern tatsächlich kinder- und familienfreundlicher als das eher hektische Zürich. Es liegt vielleicht auch daran, dass ich meinen Mitmenschen anständig, offen und hilfsbereit begegne, dass mir bzw. uns so gerne geholfen wird. Es ist eben überall ein Geben und ein Nehmen.
Zudem heisst ÖV ja „öffentlicher Verkehr“, ist somit öffentlich und allen zugänglich wie Geschäfte, Lifte und Restaurants – und nicht bloss gewissen Zielgruppen zu bestimmten Zeiten. Das wärs ja noch! Als Mutter entscheide ich immer noch selber, ob, was, wie und wann ich mit meinen Kindern unternehme. Bevormunden und vorschreiben lasse ich mir nichts, verbieten schon gar nichts!
Auch Sie waren einmal (lautes) Kind und nicht bereits als brave, ruhige, „trockene“ und wohl erzogene Erwachsene zur Welt gekommen. Und bestimmt blieben Ihre Eltern damals auch nicht den ganzen Tag zu Hause… Gerade Mütter, die die grösste und meiste Zeit mit Ihrem Nachwuchs verbringen, haben ein Anrecht auf soziale Kontakte, auf ausserhalb der eigenen vier Wände!
Und sollten Sie sich tatsächlich ab Kinderwagen, Kinder und deren Mütter im ÖV nerven, dann bleiben Sie halt zu Hause oder gehen lieber zu Fuss oder mit dem Fahrrad. Stecken Sie sich doch gleich zu Beginn die Stöpsel Ihres Ipods in die Ohren und schliessen Sie dabei noch die Augen. Denn so sehen und hören Sie weder schreiende, quengelnde und lachende Kinder mit ihren Müttern und Kinderwagen – so einfach geht das ;-).
Kinder lassen sich nicht einfach so wegzappen, nur weil sie irgendwelchen Nörglern wie Sie nicht in den Kram passen. Kinder gehören zu uns, in unser Leben, in unseren Alltag und in unsere Gesellschaft. Sie sind unsere Zukunft, die Gäste und Kunden von morgen.
Mit ein wenig mehr Toleranz, Rücksicht, Anstand, Respekt, Verständnis, Lockerheit und gesundem Menschenverstand, etwas mehr Mit- und Füreinander statt Gegeneinander auf Seiten der Eltern UND der Kinderlosen wird das öffentliche Leben viel friedlicher, harmonischer und entspannter :-) Mit etwas gutem Willen hats nämlich zu jeder Tageszeit Platz für alle und alles :-)
In diese Sinne, gute Fahrt :-)!
Mami us em aargau
1. März 2011 - 21:49
Hey, wo ändet mer no? Bald dörfet mamis ond papis gar nömme met erne kids uf dstross.... Andrea. Hesch föllig rächt. Bes mol de mettagschlof dore esch. Esch scho bald weder obe. Ond ich gzeh sproblem ned vo de pändler. Wenn "er" deheime esch, chan er jo sin fürobe gnüsse. Dmamis händ 24h dschopp. Vo dem ret jo niemert. Ond es händ doch all die gliche rächt. Zahlet jo au all glichvell förs bilett. Ond sosch en tip nehm sauto ond den ghörts niemert wenn di ufregsch, wennt im stau stosch. Ich wot none säge: locker dor dstad ond problem zerscht bi sich sälber sueche.
Mami aus SG
1. März 2011 - 19:12
Sollen sich alle glücklich schätzen die überhaupt mal Feierabend haben!!!
Strapaziert doch eure Nerven nicht mit solchen Peanuts! Meine liebe Güte wie gehts den Nerven dieser Menschen, die sich schon darüber aufregen, wenn erst mal das erste Baby da ist, vielleicht genau eins das andauert schreit und absolute Aufmerksamkeit fordert:-) take it easy!
Ps:Das Stressverhalten der Eltern wirkt sich oft aufs Baby aus, also Obacht an alle die sich soooo schnell stressen lassen:-)
Maria
1. März 2011 - 10:30
Heute sitzt du im Kinderwagen morgen schiebst du denn Kinderwagen, übermorgen brauchst Du eine Gehhilfe. Toleranz und ein wenig Einfühlungsvermögen ist einmal mehr gefragt. Ein 'sorry' in die schön angelachte Runde bevor man sich einquetscht hilft auch. Und übrigens machens uns die Väter vor-die zieren sich nicht so und haben nie ein schlechtes Gewissen wenn sie in der Stosszeit unterwegs sind.
dianedorable
1. März 2011 - 10:00
Ich hab mich früher auch über die Kinderwägen aufgeregt - jetzt kenne ich die andere Seite. Es ist wirklich nicht so einfach, aneinander vorbei zu kommen.
Wer wirklich das Gefühl hat, die Eltern fahren entweder gedankenlos oder absichtlich zu Stosszeiten, der war schlicht noch nie selbst mit einem Kinderwagen unterwegs. Es ist sowieso umständlich, einen Kinderwagen ins volle Tram geschweige denn in den vollen Bus zu stossen - zu Stosszeiten ist es Stress pur.
Meine Erfahrung ist, dass es immer irgendwie geht, wenn die beteiligten Leute Verständnis zeigen, und damit meine ich beide "Seiten".
Mami us Bärn
1. März 2011 - 0:02
Wunderbar, und die Senioren, die mit ihren Einkaufwägeli am Samstag morgen in den berner Lauben unsere Fersen mit dauernden Putschmanöver strapazieren... Im übrigen auch hier wieder all die störenden Mamis mit ihren Kinderwagen, die die Gassen versperren... Ach Mensch, keep cool! Habt ihr sonst keine Probleme? ;-)
Mic
28. Februar 2011 - 22:44
mütter mit ihren kinderwagen haben genau das gleiche recht tram zu fahren, egal um welche zeit!! wems nicht passt soll aussteigen und laufen, schadet nicht!!
Ursi
28. Februar 2011 - 22:05
Bravo Dänu ! :0)
Dana
28. Februar 2011 - 22:04
Maripepa, was willst Du uns damit sagen ??
Dänu
28. Februar 2011 - 22:00
Ich bewundere jede Mutter, die ihren Nachwuchs schaut. Ganz egal, ob sie nebenbei noch ausserhalb arbeiten geht oder "nur" Hausfrau ist.
Hut ab !
Mara
28. Februar 2011 - 21:45
Gleiches Recht für alle! Mehr Toleranz seinen Mitmenschen gegenüber ging unserer Gesellschaft leider verloren. jeder fühlt sich gleich angepisst und entnervt.
Sabine L.
28. Februar 2011 - 21:35
Das Thema wurde jetzt auch schon von anderen Seiten aufgegriffen *g*
http://www.kinderwagen-berater.de/blog/schiss-buschiw%C3%A4%C3%A4ge-kind...
weiblich ledig jung
28. Februar 2011 - 21:03
Kommt mal wieder runter! Jeder regt sich doch mal darüber auch...auch die Mamis, die mit ihren Wägen keinen Platz mehr haben, weil schon 3 andere im Tram sind. Ist in Zürich nicht anders als in Basel. Da muss man sich nur ständig das Gefluche der Mütter anhören, die ihre Riesensuperkutschen nicht ins Tram bringen. Ganz ehrlich: jeder ist mal hässig. Und das ist auch gut so. Also weiter so, Dampf ablassen reinigt die Seele...JEDE Seele.
Daniela
28. Februar 2011 - 20:42
Dieser Artikel ist einfach nur doof!
maripepa
28. Februar 2011 - 18:08
Ich bin überzeugt (oder hoffe es zumindest), dass der Blog provozieren soll! Aber ich kann mir meinen Kommentar doch nicht verkneifen. Es gibt tatsächlich Mütter, die auch arbeiten! Und Feierabend haben! Und dann noch das geliebte, aber vielleicht müde und quengelnde Kind noch von der Krippe abholen (müssen!) Ich versuche mal zusammenzufassen, was der gesellschaftliche bzw. medienwirksamste Tenor zurzeit ist: 1. Frauen sollen arbeiten, damit ihr Knowhow nicht brach liegt.
2. Frauen sollen Kinder bekommen, damit die Bevölkerung nicht überaltert.
3. Frauen sollen den Vätern mehr Rechte und Pflichte einräumen, damit die Gleichstellung gewährleistet wird.
4. Frauen sollen sich gesund ernähren und Sport treiben, damit sie attraktiv (für wen auch immer) bleiben.
5. Frauen sollen Platz machen, damit der berufstätige Mensch Platz nimmt.
Habe ich etwas vergessen?
Elena
28. Februar 2011 - 17:46
Hat den das "Arbeitervolk" mehr recht Tram um 17.00 Uhr zu fahren, wie eine gewöhnliche Mutter bzw. Hausfrau ?
Dana
28. Februar 2011 - 17:44
Ob Büezer, Hausfrau oder Pensionär, alle haben zur gleichen Zeit das Recht Team, Bus oder Zug zu fahren.
Andrea
28. Februar 2011 - 17:43
tja, einerseits kann ich das gut verstehen, war oft in der selben Situation. Nun als Mami sehe ich jetzt dahinter. Mein Sohn hält wie viele andere Kinder einen ausgedehnten Mittagschlaf. (bis ca 15 Uhr) wenn man dann am Nachmittag noch an die frische Luft geht und noch einen "zvieri" halt unterwegs macht, ist es so schnell 17 Uhr....und schon päng....Feierabend...tja und schliesslich muss ja schon bald ein Znacht auf den Tisch, also später fahren liegt auch nicht drin. Es wäre doch schön wenn wir alle ein bisschen mehr Verständnis "füreinander" hätten.
Nebenbei, ich finde es auch sehr nervenaufreibend in ein vollgestopftes Tram zu steigen. Die Kinder spüren das und quengeln natürlich erst recht.....
tja, ich mach das nicht mehr oft mit, sondern nehme das Auto! Da "dürfen" wir noch fahren wann wir wollen!!