Christopher Nolan hat es mal wieder geschafft: Die Konzentration bis zum Äussersten strapaziert und jetzt sind plötzlich die eigenen Träume ganz komisch.
11. August 2010 Lost in the Traumwelten

Leonardo DiCaprio als Cobb in Christopher Nolans "Inception".
Frau Weg und ich arbeiten zur Zeit ja von zuhause aus. Das heisst: von ihrem Esszimmer aus, ich habe ja immer noch meine eigene Wohnung. Und Frau Weg ist beeindruckend diszipliniert, während ich – nun ja – meinen etwas eigenen Tagesrythmus habe. Um fünf oder sechs Uhr abends sitzen wir aber beide mehr oder weniger haareraufend am Tisch, beklagen uns gegenseitig über unnötig komplizierte Aufträge bzw. Fachtexte, bevor wir uns dann entscheiden, rauszugehen. Soweit, so gut. (Es gibt übrigens wirklich Menschen, die glauben, wir führen ein extravagantes Leben – Schwule laufen den ganzen Tag mit der Federboa herum und Lesben planen irgendeine männerfeindliche Revolution. Pustekuchen. Wir sind alles Spiesser.)
Ein grossartiger Traum im Traum im Traum
Letztens nahm mich Frau Weg also mit ins Kino. (Wie aufregend! Die Lesben machen einen Ausflug.) Ich weiss nicht, ob ich erwähnen muss, dass wir uns „Inception“ von Christopher Nolan anschauten – irgendwie scheint die halbe Welt davon zu reden. Zu recht. Ich mochte ja schon „Memento“ sehr, wegen der rückwärts laufenden Chronologie. Über „Inception“ hatte ich mich gar nicht informiert und sass also völlig verwirrt neben meiner Frau Weg im Kino, währenddem ich versuchte mein Hirn nicht allzu sehr von Träumen in Träumen in Träumen ablenken zu lassen.
Irgendwie werde ich nämlich das Gefühl nicht los, dass alle anderen bei diesem Film voll durchgeblickt haben. Von jemandem musste ich mir sogar sagen lassen, dass das Ende irgendwie vorhersehbar sei – und ich bin beim Ende nicht einmal wirklich gestiegen, worum es genau geht. Aber mal abegesehen davon, dass ich den Film wohl noch einmal sehen muss, um ihn wirklich zu verstehen, und abgesehen von den ausgedehnten Schiessereiszenen, bei denen ich mich kurzfristig auf‘s Wachbleiben konzentrieren musste – ich kann mich der Masse nur anschliessen, die findet, der Film sei absolut grossartig, und zwar (fast) von A bis Z. Und ganz besonders natürlich diese Szene, wo sich in einem Traum der Bus überschlägt und sich die Schwerkraft in der untergeordneten Traumwelt entsprechend verändert:
Und wie ist es, nach diesem Film selber zu träumen? Ich habe kurz danach geträumt ich sei schwanger und ich hatte eine schmerzfreie, natürliche Geburt. Wie habe ich gemerkt, dass ich mich nicht doch in der Realität befand? Ähm, nein, ich musste nicht mein Schachfigürli auspacken, ich habe es wirklich auch so gemerkt.
Wer den Film übrigens noch schematisch visualisiert haben möchte: Hier gibt‘s eine Infografik.
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Kommentare
Eva Löwenherz
13. August 2010 - 16:09
Also Eva geht auch mit der Spiesserin und der halben Welt einig: Der Film ist super!