Gesundheitsrisiko Schluss mit Schimmel!

Schimmel sieht nicht nur wüst aus, er kann unsere Gesundheit gefährden, Augen, Haut und Atemwege reizen. Im schlimmsten Fall entwickelt sich Asthma. Einfache Tricks helfen, Schimmel aus der Wohnung zu verbannen.

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Feuchtigkeit: Jeder vierte Haushalt hat Probleme damit. Die Gründe sind vielfältig. Schlagregen, defekte Dachabdeckungen, Mauerrisse, aufsteigende Feuchtigkeit entlang von Mauern oder kaputte Wasserleitungen. Daneben ist das Zusammenspiel zwischen Raumluftfeuchtigkeit und der Temperatur auf der Oberfläche von Materialien von grosser Bedeutung. Bleibt an kühlen Wänden die Feuchtigkeit über längere Zeit bestehen, sind Schimmelpilzprobleme unvermeidlich. In der Hitliste der Zimmer rangieren Badezimmer und Küchen zuoberst. Doch auch Schlafzimmer werden vom Schimmel versehrt, weil diese oft kühl sind und nachts durch das Atmen und Schwitzen über einen langen Zeitraum viel Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Auch die kühleren und dem Regen exponierten Hausseiten im Nordwesten und Westen neigen im Gebäudeinnern häufiger zu Schimmelbefall.

Wenn Materialien während mehrerer Tage feucht sind, wird mit grosser Wahrscheinlichkeit Schimmel heranwachsen. Umgekehrt wächst kein Schimmel ohne Feuchtigkeit. Mit der Verschimmelung nehmen auch die Gesundheitsrisiken zu. Neben häufigen Reizungen von Augen, Haut und Atemwegen treten gelegentlich auch Allergien auf. Atemwegsreizungen können sich mit der Zeit zu einer chronischen Bronchitis und zu Asthma weiterentwickeln.

Leiden Personen unter bestimmten Vorerkrankungen, sind Schimmelpilze ein zusätzliches Risiko. So steigt bei schwerem chronischem Asthma oder zystischer Fibrose das Risiko für eine gefährliche allergische Lungenerkrankung, die allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA). Ausserdem können Patienten mit geschwächtem Immunsystem wie Transplantations-, Aids- und Krebspatienten an lebensbedrohlichen Schimmelpilz- und bakteriellen Infektionen erkranken. Für gesunde Personen sind innere Infektionen kein Thema.

Wie geht man als Mieter, Besitzer oder Verwalter von Wohnräumen bei Schimmelbewuchs vor? Zuerst einmal: Vorsicht bei der Sanierung! Wird sie nicht korrekt ausgeführt, kommt es zu gesundheitlichen Belastungen. Denn häufig fehlen sowohl bei den Auftraggebern als auch bei kleineren Maler- und Gipserunternehmen die Kenntnisse, wie fachgerecht saniert wird.

Finden sich lediglich Spuren von oberflächlichem Schimmelbewuchs an einer Stelle in nur einem Raum, besteht kein Grund zur Sorge. Melden Sie aber dennoch das Feuchte- und Schimmelproblem dem Vermieter. Die Schimmelspuren können ohne gesundheitliche Bedenken mit Wasser und handelsüblichem Haushaltreiniger selber entfernt werden. Allenfalls kann man die Stelle anschliessend mit Javelwasser oder 70- bis 80-prozentigem Ethylalkohol desinfizieren. Die Stellen sollte man weiter beobachten. Um die Schimmelspuren langfristig zu beseitigen, muss man die Ursache klären und beheben lassen. Wird das nicht frühzeitig gemacht, können die Kosten massiv steigen.

Ist der Schimmelbefall grösser oder tritt er sogar in mehreren Räumen auf, muss gehandelt werden. Melden Sie das Problem umgehend dem Vermieter oder Verwalter. Andernfalls können Sie für Folgeschäden haftbar gemacht werden. Am besten beschreiben oder fotografieren Sie den Schaden und verschicken den Befund mit einem eingeschriebenen Brief. Für alle weiteren Abklärungen und eine fachgerechte Sanierung ist der Vermieter oder Verwalter zuständig. Dazu gehört die Eruierung der Ursache und die vollständige Entfernung des Schimmels und Entfeuchtung des Raumes. Lüften Sie häufig.

Von der Verwendung von Innenfarben und Putzen gegen Schimmelpilze in Wohn- und Aufenthaltsräumen raten das Bundesamt für Gesundheit und die Verbände ab, da die langfristigen Risiken für die Bewohner schwer abschätzbar sind. Heimwerker, die Antischimmelmittel dennoch verwenden, sollen die Kennzeichnung auf den Behältern beachten und sich mit Schutzbrille, Atemschutzmaske und langärmliger Kleidung schützen. Auf jeden Fall ersetzen Antischimmelmittel keine Sanierung.

CHECK:
Das sollten Sie wissen!

Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt als Faustregel während der Heizperiode eine relative Luftfeuchtigkeit von 30 bis 50 Prozent. An sehr kalten Tagen sollte sie nicht über 40 Prozent liegen.

  • Mindestens dreimal am Tag alle Fenster und Türen während fünf bis zehn Minuten öffnen und mit Durchzug lüften. Beschlagene Fenster sind ein Zeichen für eine deutlich zu hohe Luftfeuchtigkeit.
  • In älteren, billig gebauten Gebäuden aus den 60er- und 70er-Jahren mit kühlen, schlecht isolierten Wänden sollte man den Heizbeginn nicht hinauszögern, sondern die Raumtemperatur um 20 Grad einregulieren. Dem gegenüber ist in gut isolierten und belüfteten Gebäuden ein Absinken der Raumtemperatur zum Beispiel in Schlafzimmern auf 18 Grad unproblematisch.
  • Vorhänge und Möbel können die Luftzirkulation einschränken und Schimmelbewuchs begünstigen. Zwischen Möbeln und Aussenwänden empfiehlt sich ein Abstand von zehn Zentimetern einzuhalten. Zudem sollten grosse Möbel wie Schränke oder Wohnwände nicht an kühlen Aussenwänden stehen.
  • Sanitärfugendichtungen muss man rechtzeitig erneuern. Nach einigen Jahren verliert das Dichtungsmaterial an Elastizität und schrumpft. Dadurch löst es sich vom Bade- und Duschwannenrand, und Wasser kann in tiefere Schichten eindringen.

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Kommentare

U.Jauch
6. Januar 2012 - 9:22

Ich kenne keine Wohnung wo nicht der Mieter durch die viel zu hohe Feuchtigkeit am Schimmel schuld ist.Im Sommer wird nicht gelüftet,es könnte ja eine Fliege hereinkommen.Und im Winter wird schon der geringste kalte Luftzug als unangenehm empfunden.
Feststellen ob eine Wohnung zu viel Feuchtigkeit hat liese sich ganz einfach.Wenn es auf Isolierglasfenstern innen einen Wasserbeschlag hat ist die Wohnung zu feucht.

 
 

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