Barbara Burtscher Auf dem Weg zum Mond

Eine Ferienwoche in den USA endet mit einem ausserirdischen Angebot: Die Schweizerin Barbara Burtscher darf jetzt für die Nasa arbeiten. Und hebt darum ab - nicht nur vor Freude.

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Es gibt Schüler, die würden ihre Lehrer am liebsten auf den Mond schiessen. Für Physiklehrerin Barbara Burtscher ist diese Verwünschung eher ein Wunsch. Und seit wenigen Tagen Motivation – für das grösste Abenteuer ihres Lebens. «Klar, will ich mich auf den Mond schiessen lassen», sagt die 24-Jährige, «und zwar richtig!»

Eigentlich besuchte Barbara Burtscher nur einen Lehrer-Fortbildungskurs in den USA. An einem «Space Camp» der Raumfahrtbehörde Nasa durfte sie teilnehmen. Ende Juli 2009, in Huntsville, Alabama, sieben Tage lang Spass haben, Lehrerkollegen aus aller Welt treffen und die Nasa kennenlernen. Einfach nur ein ganz normaler Kurs für Lehrer. Es kam alles ganz anders.

Seit einer Woche ist Barbara Burtscher wieder daheim. Das Weltall ist für sie plötzlich ganz nahe gerückt. Die Nasa hat ihr ein unglaubliches Angebot gemacht. Die Physiklehrerin der Kanti Wattwil SG darf für die US-Raumfahrtbehörde arbeiten. Und wird vielleicht gar zum Mond fliegen. Als Astronautin!

«Was ich mache, kann ich meistens sehr gut.» Die 24-Jährige spricht nicht gern über sich und ihre Talente. Etwas verschämt erzählt sie darum von ihren zwei Firmen, die sie trotz ihren jungen Jahren mit ihrem Freund Martin Signer gegründet hat. Eine für Finanzberatung, eine für Astrophysik. «Und wenn mir ­etwas Spass macht, laufe ich halt zu Höchstleistungen auf», erklärt die Astrophysikerin – es klingt fast wie eine Entschuldigung. Wie hoch solche Burtscher-Höchstleistungen aussehen, hat auch die Nasa gemerkt. Und wie!

Eigentlich will die Nasa den über 80 Lehrpersonen aus vielen Ländern einfach nur Anregungen für den Physikunterricht mitgeben und mit ihnen spie­lerisch ein paar Astronautentests durchführen. Für einige der Lehrer bedeutet das Höchstbelastung für Hirn und Magen – «für mich ein Riesenvergnügen!», schwärmt Barbara Burtscher und erzählt dann, wie es ihr ergangen ist.

Eine Miniatur-Rakete, die sie basteln muss, fliegt präziser und höher als jede der 80 Lehrerkollegen – und die Nasa-Leute nicken anerkennend. Ein Minihitzeschild, das sie konstruiert, hält als Einziges dem Feuer stand – und die Nasa-Leute nicken noch mehr. Im weissen Astronautenanzug flickt sie einen Satelliten in Rekordzeit, bei der Bergungsübung im Wasser rettet sie nicht nur sich selber, sondern bringt auch gleich noch ein paar Kollegen in Sicherheit – und die Nasa-Leute machen sich plötzlich Notizen.

In der Zentrifuge schliesslich behält die Schweizerin Übersicht und Mageninhalt, «und ich bettelte sogar darum, noch viel wilder herumgewirbelt zu werden», berichtet Burtscher und lacht und gestikuliert beim Erzählen wie ein Kind auf der Achterbahn.

Am Ende der Woche der Höhepunkt: eine dreistündige Mission im Simulator des Spaceshuttles. Die Nasa bestimmt den Kommandanten – «ich weiss auch nicht, warum die ausgerechnet mich wählten», sagt Barbara Burtscher und guckt wie eine Schülerin, die beim Schummeln erwischt worden ist.

Andere Lehrer-Piloten vor ihr, das hat Burtscher beobachtet, hätten das virtuelle Spaceshuttle beim Landen bös in die Bäume krachen lassen. Die Schweizerin dagegen schafft einen makellosen Start, einen beispielhaften Flug und eine Eins-a-Landung. Plötzlich seien Nasa-Leute ins Cockpit gestürmt, hätten ihr gratuliert und geschwärmt, noch nie zuvor habe ein Neuling eine Mission derart perfekt gemeistert. «Excellent, Commander Burtscher!»

«Die Nasa-Leute lobten mich: Noch nie habe ein Weltall-Neuling eine Mission derart perfekt gemeistert.»

Dann nehmen die Nasa-Chefs die junge Schweizerin beiseite. Und reden ein ernstes Wort mit ihr: Man habe sie getestet, beobachtet und beurteilt. Bestnoten! Riesentalent! Dann macht man ihr zwei Angebote.

Erstens: Sie dürfe – als erste Ausländerin überhaupt – jeden Sommer im Nasa-«Education Center» andere Lehrer aus aller Welt unterrichten. «Und zweitens ...», Barbara holt ihren blauen Nasa-Overall und deutet andächtig auf das «Space & Rocket»-Emblem und den «US Space Academy»-Pin. «Und zweitens hat die Nasa mich ermuntert, mich als Astronautin zu bewerben. Ich hätte grosse Chancen.» Man suche Lehrerinnen für das nächste, grosse Vorhaben: Den Flug zum Mond und den Bau von Mondstationen. «Mit etwas Glück stehe ich also in ein paar Jahren auf dem Mond.»

Bis dahin muss ihr die Erde genügen. Und die Schule. Lehrerzimmer statt Cockpit, Kreide- statt Mondstaub. Diese Woche unterrichtet die Physiklehrerin bereits wieder an der Kanti Wattwil. Und kann ihren Schülern nun endlich und exklusiv berichten, wie es sich denn nun wirklich anfühlt: Wenn man als Lehrerin auf dem besten Weg ist – zum Mond geschossen zu werden.

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Kommentare

Raphael Wyss
31. Oktober 2010 - 14:07

Der Text war ja wohl ein Schuss in den Ofen...

 
 

Roger Meier
20. August 2010 - 0:22

Recherche scheint keine Stärke der Schweizer Illustrierten zu sein. Erstaunlich was der Dame ohne Wenn und Aber alles geglaubt wurde.

 
 

Daniel Liebental
19. August 2010 - 16:45

Ein interessantes youtube-Video von Burtschers Tätigkeit in
den USA:

http://www.youtube.com/watch?v=IxRb2cIr6oI&feature=player_embedded

 
 

Marc
17. August 2010 - 13:09

Schon lustig, wie sie der Barbara auf den Leim gegangen sind: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-eingebildete-Astronauti...

 
 

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