Auf dem grössten Fremdgeh-Portal der Welt tummeln sich rund sieben Millionen Mitglieder. Die Macher von AshleyMadison.com Constantin Dietrich und Noel Biderman verraten im Interview mit SI online, warum sie keine Kunden ihres eigenen Geschäfts sind und warum Frauen ihre Kinder nach ihnen benennen.
Fremdgeh-Chefs «Frauen benennen ihre Töchter nach uns»
Das Leben ist kurz. Gönn' dir eine Affäre.
Seit 18. Oktober 2010 können liierte Schweizer, die in ihrer Partnerschaft unzufrieden sind, auf AshleyMadison.com ihre Sehnsüchte befriedigen. Gegründet wurde die Fremdgeh-Plattform 2002 in Kanada - heute zählt sie über 7 Millionen Mitglieder. Gründer Noel Biderman, 39, und Europa-Chef Constantin Dietrich, 40, touren derzeit durch Europa.
SI online: Noel Biderman, wie sind Sie 2002 auf die Idee gekommen ein Fremdgeh-Portal zu gründen?
Noel Biderman: Auf den Partnersuche-Seiten im Internet sind 30 Prozent der Leute bereits liiert, suchen also eigentlich nur eine Affäre. Das brachte mich auf den Gedanken, dass ein solches Portal ein gutes Geschäft sein könnte.
Es gab also kein persönliches Bedürfnis danach?
Noel Biderman: Ich bin glücklich verheiratet, habe zwei Kinder und lebe monogam. Es stand also ein rein unternehmerischer Gedanke dahinter. Natürlich sprach ich auch mit meinem Umfeld und die Reaktionen gingen von: «Du bist verrückt» bis hin zu «Das ist brilliant». Jetzt, bald neun Jahre später haben wir etwas Globales geschaffen.
Trotzdem gelten Sie, Herr Biderman als «meistgehasster Mann Amerikas».
Noel Biderman: Egal ob man uns mag oder nicht. Unsere Mitglieder finden uns gut.
Ihr Portal heisst «Ashley Madison», warum wählten Sie einen Frauennamen?
Noel Biderman: Wissen Sie, egal ob es um einen Club oder eine Veranstaltung geht - «Lady's Night» bringt die Männer an den Tisch. Und ich war sehr zuversichtlich, dass Männer zu uns kommen, aber weniger, dass uns auch Frauen finden. Frauen muss man eine Sicherheit bieten, ich musste also eine Seite gestalten, auf denen sie sich wohl fühlen. Und ich machte passende Werbung dazu - am Ende gab ich Millionen von Dollars aus für weibliche Kundschaft.
Aber warum denn der Name?
Noel Biderman: (lacht) Weil NoelBiderman.com eben nicht dem entspricht, was ich vorher gesagt habe. Viele Frauen nennen ihre Kinder Ashley oder Madison. Wenn sie also ihre Kleinen so nennen, haben sie in uns bestimmt grösseres Vertrauen.
Haben Sie denn mehr weibliche oder mehr männliche Fremdgeher?
Noel Biderman: Entgegen allem, was ich gerade gesagt habe, sind es immer noch mehr Männer als Frauen. Aber die Zahlen verändern sich. Bei den über 50-Jährigen kommen ungefähr drei Männer auf eine Frau - bei den 20- bis 30-Jährigen ist das Verhältnis jedoch 1:1. Und Affären haben nun mal alle.
Nur Sie nicht, Herr Biderman.
Noel Biderman: Noch nicht. Mein Leben jetzt ist grossartig, aber ich kann nicht ausschliessen, dass ich mir eines Tages überlegen werde, eine Affäre zu haben. Affären entstehen aus Umständen, zum Beispiel, wenn das Sexleben eingeschlafen ist.
Und Sie, Herr Dietrich?
Constantin Dietrich: Auch ich bin verheiratet, habe drei Kinder und bin treu.
Sie sind also nicht registriert auf Ihrem Portal?
Constantin Dietrich: Doch, das bin ich. Aber ich suche keine aussereheliche Beziehung. Man sollte aber sein Produkt schon kennen und das Verhalten verändert sich ja laufend. Wenn ich aber eines Tages aufwachen sollte und die Wahl hätte, meine Familie zu verlassen oder eine Affäre zu haben - ich würde die Affäre vorziehen.
Geht bei der virtuellen Affärensuche nicht der Reiz am Ganzen verloren?
Noel Biderman: Ich glaube nicht, dass das eine besser ist als das andere. Aber wenn meine Frau zu mir käme und mir sägen würde, sie hätte einen One-Night-Stand gehabt, dann hätte ich echt ein Problem damit, dass sie unsere Ehe so gedankenlos aufs Spiel gesetzt hat.
Constantin Dietrich: Das Offline-Gefühl birgt ja zudem auch Risiken. Wenn man schon fremdgeht, dann sollte man doch schauen, dass man nicht zu viele Leute damit verletzt, es so diskret wie möglich macht. Unsere Plattform ist sicher - und wenn man sich an gewisse Regeln hält, wird man auch nicht erwischt.
Sie sind in Verhandlung mit dem chilenischen Kumpel Yonni Barrios. Wollen Sie jetzt Werbung mit öffentlichen Personen starten?
Noel Biderman: Die Rettung der Kumpel war doch ein unglaublicher Anlass! Und dann kommt dieser Mann aus der Tiefe und sagt: «Ich will meine Frau UND meine Affäre sehen.» Das ist doch eine super Chance für uns.
Gibt es auch potenzielle Aushängeschilder im deutschsprachigen Raum?
Constantin Dietrich: Klar, das Thema betrifft schliesslich uns alle. Momentan haben wir aber keine konkreten Personen im Auge. Aber: Wir sind immer offen, denn Affären passieren jeden Tag. Die nächste wohl gerade jetzt. In diesem Sinne: Bewerben Sie sich bei uns als Fremdgeher des Monats! (lacht)
Weitere Artikel

Monika FasnachtFreunde haben sie vor dem Betrüger gewarnt

Rebecca Mir«Massimo war nicht der Trennungsgrund»

Rebecca MirAffäre mit Tänzer: Freund macht Schluss










Kommentare
Abgezockter
24. Juli 2011 - 21:30
AM ist ganz klar Abzocke. Ich will jetzt hier nicht noch einmal all das schreiben, was schon unten steht. Aber das meiste kann ich bestätigen. Was mich aber besonders stört, ist die offende Dreistigkeit, die Abzocke gar nicht verstecken zu wollen. Jede Mail, die man versendet, ist als VIP-Mail getaggt. Somit kostet sie nochmals zusätzlich 5 Coins (erkennbar nur an der pinken Fahne rechts oben). Es gibt zum Absenden der Mail unten 2 Buttons: "Nachricht senden" und "Als VIP Nachricht senden". Wird diese mit "Nachricht senden" verschickt, wird trotzdem eine VIP-Mail versendet und es werden 5 Coins für eine VIP Nachricht abgezogen. Ich habe keine Möglichkeit gefunden, eine normale Nachricht zu versenden. Nach ein wenig googeln habe ich festgestellt, daß auch andere das Problem haben. So etwas kann ganz und gar nicht im Sinne des Verbraucherschutzes sein und ich kann mir kaum vorstellen, daß dies rechtens ist! Offensichtlicher kann man Abzocke nicht mehr gestalten!
Ralf König
10. Juli 2011 - 11:54
Hallo ,
habe mich von AM überreden lassen dann aber schnell gemerkt dass es hier nur um reine Abzocke handelt.
Die meisten Profile sind fakes oder die Frauen wohnen so weit weg das es sowieso keinen Sinn macht, obwohl man bei den Entfernungs-Vorschlägen näher Umgebung eingegeben hat.
In meinem Kundenkreis habe ich auch einen Staatsanwalt dem werde ich mal diesen Betrug vorlegen mal sehen was geht.
Eins seht jedoch fest, für die Löschung meines Profil bezahle ich keinen cent.
inxxss
27. Juni 2011 - 19:20
aus meiner sicht ein fall für den kassensturz. das portal ist sehr teuer und rein auf abzocke aus. die wahrscheinlichkeit eine frau zu treffen ist aus drei gründen sehr klein. erstens ist das grundverhältnis zwischen männern und frauen etwa 50:1, zweitens befinden sich darunter noch viele fakes - daran zu erkennen, dass sie immer online sind, zu absolut unmöglichen zeiten mails öffnen um nie eine antwort zu geben und kurzmitteilungen die am schluss verstümmelt sind versenden - oder aber professionelle die ein geschäft suchen. es dürfte aufgrund der horrenden preise mit den damen in kontakt zu kommen billiger sein eine prostituierte zu besuchen oder den aufriss über eine bar zu versuchen. die wahrscheinlichkeit eine seitensprungwillige frau zu finden dürfte auf dem portal unter einem prozent liegen. es kann jeder mann selber entscheiden um was es sich da bei den sauteuren preisen handelt!
die frage die sich zum schluss stellt, wie es ashley madison hinkriegt, derartig geschönte artikle in der presse zu bekommen? sollte da etwa geld an ringier, sprich die si geflossen sein?
LMAA
5. Juni 2011 - 1:20
Unglaublich, wie solch eine Seite Erfolg haben kann und sogar noch Werbung im großen Stil macht! Nur Abzocke, Fake-Profile, deren Bilder man schnell über die Bilder-Onlinesuche tineye.com enttarnt, Zwinkerer, die nie beantwortet werden...Die beiden Macher sollten sich was schämen, mit der Neuier von Männern solch miesen Geschäfte zu machen!
Markus
18. Mai 2011 - 19:52
Absolute Abzocke, fingierte Nutzerprofile von Frauen, Frauen die zwinkern aber nie mehr, und so weiter, nur damit der Mann Geld aus gibt - der Gipfel ist, dass man für das "vollständige Löschen des Profiles" nochmals 35.- zahlen soll. Der SI-Beitrag ist obernaiv, etwas mehr Nachfragen wäre angezeigt gewesen.
Kritiker
5. Dezember 2010 - 23:10
Ich wundere mich, wie unkritisch hier Werbung für eine Webseite gemacht wird. Frau Lanz, haben Sie sich mal im Web umgeschaut und die äusserst kritischen Kommentare zu Ashley Madison gesehen und gelesen?
tante bruno
26. November 2010 - 15:21
Das Duo Bidermann und Dietrich sind der SI, dem Blick dem Tagesanzeiger u.s.w. zweifellos dankbar für die kostenlose Reklame. In letzer Zeit wurde ja erstaunlich viel über Ashley Madison geschrieben. Männern rate ich, auf eine Anmeldung bei AM zu verzichten. Nicht aus ethischen Gründen. Über dieses Thema dürfen gerne andere Leser diskutieren. Eine Anmeldung bei AM ist reine Zeit- und Geldverschwendung. Zahlreiche gefälschte Nutzerprofile von Frauen. Teuer. Regelmässiger, vom Empfänger zu bezahlender "Spam" Das ganze grenzt an Betrug, wenn es denn nicht schon ein echter Betrug ist. Ich hoffe, dass ich damit jemandem helfen konnte und stehe den Autoren dieses Artikels gerne für einen kurzen anonymen Erfahrungsbericht zur Verfügung.
Gast85
23. Oktober 2010 - 6:33
Die zwei sind einfach nur behindert!! Ist das nötig??