Check-up Bakterien schneller identifizieren!

Wenn sich gefährliche Bakterien im Blut eines Menschen ausbreiten, ist schnelles Handeln gefragt. Mit einem neuen Messerverfahren erzielen Forscher aus Basel einen frappanten Zeitgewinn.
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© SPL/Keystone

Das Bakterium Klebsiella pneumoniae gehört zu den Verursachern von Infektionen der Blutbahnen.

Blutvergiftungen sind eine gefürchtete Komplikation bei bakteriellen Infektionen. In bis zu 20 Prozent verlaufen diese tödlich. Häufig infizieren sich Sepsis-Opfer im Krankenhaus. Bei einer Blutvergiftung wird der ganze Körper mit Erregern überschwemmt, es kommt zu heftigen Entzündungen, gegen die sich der Organismus mit aller Kraft wehrt. Die Organe schwellen an, der Kreislauf bricht zusammen, der Körper befindet sich in einem Schockzustand. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Organversagen.

Um eine Blutvergiftung behandeln zu können und somit ein mögliches Organversagen zu verhindern, ist es wichtig, die gefährlichen Bakterien möglichst rasch zu identifizieren. Eine antibiotische Therapie kann so früh auf die entsprechenden Keime abgestimmt werden. Eine Studie des Universitätsspitals Basel und des Kinderspitals beider Basel hat gezeigt, dass mit dem Massenspektrometer Bakterien direkt im Blut bestimmt und vor allem schneller als bisher identifiziert werden können. Mit dem Massenspektrometer kann man die Masse von elektrisch geladenen Teilchen bestimmen. Seine häufigste Anwendung findet dieses Verfahren in der klinischen Chemie.

Die Schnelldiagnostik führt dazu, dass Patientinnen und Patienten mit einer Blutvergiftung deutlich seltener auf eine Intensivstation eingeliefert werden müssen, nämlich 23,1 Prozent gegenüber 37,2 Prozent. Ausserdem zeigt sich eine tiefere Sterblichkeit: 9,6 Prozent gegenüber 16,4 Prozent.

Die Studie umfasst insgesamt 368 Patientinnen und Patienten mit Blutvergiftung über den Zeitraum von einem Jahr. Bei einem Teil der Betroffenen wurde die bisherige Methodik angewandt, beim anderen Teil zusätzlich eine schnellere Identifikation mit der Massenspektrometrie durchgeführt. Das Massenspektrometer erkennt das Muster der Proteinbestandteile, das für ein bestimmtes Bakterium hochcharakteristisch ist. Der Zeitgewinn von der Blutentnahme bis zur Identifikation des Bakteriums ist frappant: Mit der konventionellen Diagnostik dauerte der Prozess durchschnittlich 59,1 Stunden, mit dem Massenspektrometer nur gerade 33,2 Stunden. Die Studienresultate wurden in der Fachzeitschrift «Clinical Microbiology and Infection» publiziert.