Boom-Stadt Doha Souk Wakif & Chanel - Die Katarer bauen für die WM

Motor der Schweizer Hotellerie? Die Katarer! Sie bau(t)en Hotelpaläste in Bern, Lausanne und auf dem Bürgenstock. Kurzbesuch in einem Land, das verwirrt und fasziniert. 
Reisetipp: Doha Katar The Pearl
© Daniel Cilia

Sightseeing by Dschunke!

Doha ist eine riesige Baustelle. Hunderte von Kränen wachsen in den Himmel. Metro und Monorail werden gleichzeitig erstellt. Alle grossen Hotelketten drängen nach Doha. Inmitten der Stadt entstehen weitere Städte. «The Pearl» beispielsweise, Katars Antwort auf Dubais Palme. Vier Quadratkilometer gross, 12 000 Wohnungen und Villen, ein Kanalsystem fast wie in Venedig, ein Jachthafen, Promenaden und jede Menge Shops. Der Zeitplan ist klar: 2022 wird in Katar um die Fussball-WM gespielt. Spätestens dann muss alles bereit sein.

Falken im Souk. In Doha ist selbst der gute alte Souk ziemlich modern. Und riesig! Sogar ein neues grosses Parkhaus fehlt nicht. Der Souk Wakif ist mit anderen Markthallen nicht zu vergleichen. Die Katarer kaufen zwar hier ein, heftig «gemärtet» wird dabei nicht. Wakif ist auch Lifestyle: neun Boutique-Hotels (www.swbh.com), Dutzende von Restaurants. Man trifft sich auf dem Markt: Erst Mezze, dann Sisha; die Pfeifen stehen neben jedem Tisch. Auf dem Tisch: Taschen von Chanel und Gucci, die neuesten Smartphones. Touristen-Attraktion Nr. 1: der Falcon Market. Jagdfalken warten hier auf Käufer; unter tausend Franken geht nichts. Die stolzen Vögel werden auch gepflegt – im benachbarten Falcon Hospital. Auf dem Pet Market gibts alles zu kaufen: Kanarienvögel, Papageien, Kaninchen, Katzen, Hunde – Tierfreunde verfolgen das Treiben eher irritiert.

Kunst & Ducasse. Dohas eindrücklichstes Bauwerk steht an der Corniche: The Museum of Islamic Art, dramatisch schön gebaut vom bei der Eröffnung 91-jährigen Chinesen I. M. Pei (www.mia.org.qa). Das Museumsrestaurant wird vom französischen Kochstar Alain Ducasse geführt (www.idam.com). Er erweitert hier sein Angebot: Als Alternative zu Bresse-Enten und Red Snapper gibts überraschend auch Kamel. Geschmort. Das Nationalmuseum nimmt ebenfalls Formen an, auch hier ist ein Star am Werk: der Franzose Jean Nouvel. Empfehlenswert: eine «Dhow Cruise» bei Sonnenuntergang – Sightseeing by Dschunke.

Dune-Bashing! «Fasten your seatbelts», empfiehlt Driver Mahmoud, und tatsächlich: Den wilden Ritt im fabrikneuen Land Rover durch die Wüste und über bis 30 Meter hohe Dünen «überlebt» man nur angeschnallt. Ziel ist erst der Flamingo Lake. Dann ein Wüstencamp mit Lounge und Grill-Buffet; aus grossen Boxen dröhnt europäische Musik aus den 80er-Jahren; nicht jeder Text (Jane Birkin!) ist Koran-kompatibel. Die Sportarenen sind immer voll, die Tickets sind nicht allzu teuer, die Stardichte enorm. Im Januar waren Novak Djokovic, Rafael Nadal, Golfer Ernie Els und der FC Bayern München gleichzeitig in der Stadt. Doha ist «dry city». Eine Alkohol-Lizenz kriegen nur die internationalen Hotels an der West Bay.

Check-in
Anreise Qatar Airways, täglich ab Zürich (www.qatarairways. com) Hotel Shangri-La. Brandneu. Starke Restaurants. Riesenpool mitten in der Stadt. DZ ab 220 Euro (www.shangri-la. com) Restaurants Grosse Chefs wie Gordon Ramsay und Alain Ducasse haben Filialen in Katar, Nobu & Hakkasan. Freitags gewaltige Brunchbuffets zu Schnäppchenpreisen in allen grossen Hotels Ausflüge Qatar International Adventures ist die Nr. 1, www.qia-qatar.com Infos www.qatartourism.gov.qa.

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