Pünktlich zum 8. März, dem internationalen Tag der Frau, gibt auch Eva Löwenherz - wie so viele andere - ihren Senf dazu.
08. März 2010 Spa your life away!

Was punkto Geschlechtergleichheit aus Frauensicht noch alles ein bisschen nicht so toll läuft, wissen wir alle. Ich verzichte darauf, auf Lohnungleichheit, Familie-und-Beruf-unter-einen-Hut sowie männliche Jobstrukturen einzugehen, das tun andere bereits.
Dafür wage ich mit meiner These frech, für die Mehrheit meiner Geschlechtsgenossinnen (das hat was Militärisches, oder?) zu sprechen:
Frauen machen unter anderem weniger Karriere, weil..
...sie einfach zu viel Zeit brauchen.
Zuviel Zeit. Um sich hübsch zu machen.
Fürs Büro. Für den Ausgang. Für die Männer.
Nicht falsch verstehen: ich schätze wenig mehr als eine schöne, stilvoll gekleidete und gepflegte Dame. Und betrachte die Erfindung von Seife und Deo als absolute Höhepunkte der menschlichen Entwicklung.
Aber: man kanns schwer übertreiben.
Wie soll bloss Karriere gemacht werden, wenn man zahllose Stunden damit vergeudet, beim Friseur rumzuhocken? Das Tratschen bei der Maniküre kann auch nur bedingt zum Networken gezählt werden.
Ich gebe zu: ich mag Nagellack. Ab und an, je nach Laune und dann nur der puren Lust einiger Farbtupfer im grauen Alltag wegen. Wenn ich meine Nägel lackiere, so geschieht das meist vor dem Fernseher - ein Auge 'gen Bildschirm, das andere 'gen bearbeitete Hand gerichtet. Den sexy Chamäleon-Blick beherrsche ich mittlerweile grossartig. Meine Fingerspitzen hat noch niemand getadelt.
Wozu sich eigentlich drei Stunden aufbrezeln für den allwöchentlichen Ausgang? Um nach einer halben Stunde im Club schweissüberströmt und mit verschmiertem Make-Up verzweifelt Richtung Bar zu hechten? Da lass ich lieber sorgenfrei und entspannt den Hintern tanzen.
Apropos Hintern: Bissl dicke? So what! Die Ärsche dieser Welt sind da zum Draufsitzen und zum Wackeln. Jennifer Lopez hat den geilsten Arsch der Welt. Finden auch meine Kumpels. Voilà.
Perfektionistisch jede einzelne Haarsträhne fixieren, um danach im Winterwind eh wieder zerzaust zu werden? Massenweise Kohle in den Kosmetikabteilungen liegen lassen, statt sich einen richtig geschnittenen Zweiteiler zu leisten? Stunden darüber klönen, dass da jetzt tatsächlich ein klitzekleines bisschen Cellulite dranhängt, statt die begehrenden Griffe an unsere Liebeshenkelchen zu geniessen?
Wir Weiber könnten in der Zeit anderes tun. Netzwerke bilden, in die Zukunft investieren, die Weiterbildung machen, Immobilien kaufen oder Aktien, sich kümmern um Hobbies, um Freunde, ein bisschen Spass haben.
Ich habe mich umgehört bei meinen männlichen Kumpels. Die stehn nicht wirklich auf Miss Everperfect. Zu der masturbieren sie nur. Get over it and on with your life.
Seien wir ehrlich: die meisten von uns sind keine Topmodels. Und beim Versuch, es zu werden, wird jede immer und kläglich scheitern, sich selber in den Wahnsinn treiben und die ringsum gleich mit.
Stecken wir doch unsere Zeit und Energie in anderes. Intelligenz bringt Erfolg, Erfolg bringt Macht, Macht macht sexy (oder warum sonst hat Sarkozy Carla Bruni abgekriegt, hä?).
Die ewige Prinzessin auf der Erbse hingegen erobert nie ein Königreich, sondern bleibt auf dem kleinen Gemüse sitzen.
So. Das war mein Gesülze dazu. Ich geh mir jetzt die Fussnägel lackieren. Und die Nachrichten schauen. Und das Management Summary durchlesen. Und danach Liebe machen mit meinem Mister X - der sehr gerne ein bisschen was zum Greifen hat.
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Kommentare
PiWi
29. April 2010 - 15:07
Spaaaaaaaaaaaa!
Gast
2. April 2010 - 7:07
Eine gute Mischung aus sassy no-bullshit, Salz und Zucker. Lässt Sehnsucht nach mehr Tobassco im Mund. Die SI kann schärfere Gericht wahrscheinlich nicht handle.
möv
10. März 2010 - 16:39
ach der gute mann versucht da mitzuhalten, zupf, rasier, hunger, eincreme, stutz, schneid, putz und wisch. nur leider bekommen wir so gut wie nie Komplimente, wenn wir beim Frisör waren.
in dem sinne, wir leiden mit euch, nur merkt mans nicht. :)
Michel
10. März 2010 - 16:15
frauen machen weniger karriere weil sie zuviel zeit mit schoensein verbringen? das gaebe meines erachtens eine interessante studie: wieviele managerinnen oder professorinnen achten auf ihr aeusseres? ich glaube, da gibts genauso viele in beiden lagern. deswegen sage ich: es liegt nicht an der zeit, es liegt an mangeldem ehrgeiz. wenn frauen sagen "prettiness or profession?", sich aber nur fuer eines entscheiden, dann ist es doch eine bewusste wahl gegen die karriere. eigenes verschulden?
Eva Löwenherz
10. März 2010 - 16:08
Merci für eure Kommentare! Und euer Lob. Und wenn mal was nicht gefällt, bitte auch eure Kritik :)
Eva wird in Zukunft viel mehr und viel öfter was posten, versprochen! Stay tuned...
Gast
10. März 2010 - 16:02
Ich war zwar gestern beim Coiffeur und fühlte mich danach gleich tausend Mal besser. Aber das Gequatsche über Pflegespülung und Haarkur und Glätteisen und Rundbürste war mir dann doch so ziemlich zu viel...
in dem Sinne: weiter so mit deinem witz, deinen worten und deinen kleinen wahrheiten des lebens:-)
Vera Müller Bern
10. März 2010 - 16:01
Endlich wieder ein Text von dir, Eva! Wieso mussten wir denn so lange darauf warten???
Gast
9. März 2010 - 11:57
cleverer text mit einem knapp erträglichen übermass an realitätsferne ;)
Gast
8. März 2010 - 22:24
sehr kluger und pointierter text, weiter so eva, solche löwinnen hört man viel zu selten brüllen!
Maja
8. März 2010 - 21:55
Liebe Eva, von Kolumnistin zu Kolumnistin: Mädel, du hast es drauf. Ich zücke meinen Hut - und erfreue mich meines nicht ganz Size Zero-Arsches!
Javier Vázquez
8. März 2010 - 17:50
@Eva: Wir freuen uns schon über den Beitrag, in dem Eva schreibt was sie denn so nach zwei, drei Bier zu sagen hat. ;-)
Eva Löwenherz
8. März 2010 - 17:42
Merci, Pia!
Meine Kumpels und ich pflegen ein recht offenes Verhältnis - nach zwei, drei Bier erzählen wir uns Dinge, die man sonst nicht im Beisein des anderen Geschlechts erzählt.. :)
Pia Meyer Basel
8. März 2010 - 17:25
Du brüllst ja doch noch, Löwin. War schön, wenn Du's öfter tun würdest.
Was ich diesmal speziell interessant finde, ist, was Dir Deine "männlcihen Kumplels" so erzählen.