Der gemeine Schweizer ist mindestens acht Stunden am Tag in einem Büro zugange. Dort ist er oft Opfer diffuser Dialoge, die seine armen, ungeschützten Ohren über sich ergehen lassen müssen.
12. August 2010 Der Büro-Alltag.

Ich will Ihnen darum, geneigte Blog-Leser, die besten Schmankerl aus meinem Büro-Alltag nicht vorenthalten:
- „Ich muss meine Gedanken sammeln und geh mal abchecken was im Quartier so läuft“ und es verlässt zmizt im Arbeitsalltag die Räumlichkeiten
- „Oh, das schöne Sünneli, wie’s schiint.“
- „Ich habe eine nasse Nase“
- „Ich trinke zu wenig, darum habe ich eine Blasenentzündung“
- „Ich rieche nichts, weil mein Hals zu ist“
Und der ungekrönte Klassiker: „Also die WM ist so was Tolles, das nenn ich connecting people, da wird einem richtig warm ums Herz.“ Was.Zur.Hölle! soll das heissen und was für ein Mensch gibt sowas von sich? Schockschwerenot.
Sowieso, was hat es mit dem Wetter auf sich? Arbeiten wir bei Meteo Schweiz? Sind wir Jörg Kachelmanns Freundinnen? Nein. Nichtsdestotrotz ist das Wetter beim Mensch Thema Nummer 1. Man könnte auch über Strassen reden- die sind auch einfach da.
Des weiteren wird man unfreiwillig über Folgendes informiert:
- Dass man bei der Nachbarin, der Negerin, die Pflanzen giesst, solange diese in den Ferien ist.
- Der nützliche Tip, dass man mit Filzstift besser Inserate abstreichen kann als mit Kugelschreiber. (Oh my God, that’s the most fascinating story of my life- can I hear it again?)
- Die furienhaften Ausrufe, weil man zwei Post-Ist neu beschriften muss.
- Man muss Telefonate mithören, bei der eine Tochter die arbeitende Mutti zig Mal am Tag anruft. Dass die Tochter 25 ist und noch bei Muttern wohnt und darum das Gefasel auf den Abend verschieben könnte, ist ein Detail.
- Bildchen von Nahrungsmitteln werden auf Mäppli geklebt.
- Es wird im engen Zweierbüro gepupst mit der Bemerkung „ich habe es halt noch ein wenig mit dem Magen…“ (OMG!)
Ohrvergewaltigung ist das. Taube Mitmenschen wissen manchmal gar nicht, wie gut sie’s haben.
An dieser Stelle bedanke ich mich für den Support und den Input bei meinen Arbeitskolleginnen.
Falls Sie was an die Tauben spenden möchten: http://www.sgb-fss.ch/index.php?option=com_content&view=article&id=66&Itemid=137
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Kommentare
Miss Meyer
1. Juni 2011 - 9:04
Au ein guter, ja. Oder "En guete Start, gäll!" Wenn man ne Woche in den Ferien war.
Ach. Ach. Wehklag.
marja
25. Mai 2011 - 15:03
Kennt ihr den: Jedes Mal - wirklich absolut jedes Mal - wenn jemand Gipfeli in die Kafipause mitbringt, als Erstes die Frage: "Woher sind die denn?" Und dann: "Hm, die sind aber fein. Aber die besten Gipfeli der Stadt hat immer noch xy." Jedes Mal.
Pingback
5. Mai 2011 - 8:31
[...] www.schweizer-illustrierte.ch/miss-meyer/der-buero-alltag und www.schweizer-illustrierte.ch/miss-meyer/der-buero-alltag-teil-2 [...]
Miss Meyer
13. August 2010 - 13:47
Sehr gern, danke!
undercover
13. August 2010 - 12:41
Bitte mehr! Hat Sucht potenzial
Lady Dirty
12. August 2010 - 8:26
Therapie pur... :-)