Alina Buchschacher Die Miss besucht ein SOS-Kinderdorf

Zwei Wochen weilte die amtierende Miss Schweiz für Fotoshootings in Südafrika. Doch an einem Tag stand etwas ganz anderes auf dem Plan: Alina Buchschacher besucht das SOS-Kinderdorf in Kapstadt.

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Respekt und vielleicht auch ein bisschen Angst spürt Alina Buchschacher, 20, vor ihrem ersten Besuch in einem SOS-Kinderdorf. Angst davor, dass sie mit dem, was sie gleich hier in Kapstadt sehen wird, nicht umgehen kann. «Wenn ich Menschen sehe, die gar nichts haben und ich scheinbar alles – da fühle ich mich schuldig.»

Doch bereits auf dem Weg ins SOS-Kinderdorf, das zehn Kilometer vom Stadtzentrum entfernt in der hübschen Gegend von Thornton liegt, entspannt sie sich. «Ich habe mir vorgestellt, dass es im Armenviertel liegt», sagt sie.

Und überhaupt kommt alles anders, als Alina sich das zuvor gedacht hat. Noch vor dem Tor ist Pop-Musik zu hören. Heute feiert das Kinderdorf mit seinen rund 150 Kinder Weihnachten. Verschiedene Marktstände, eine Bühne und Lautsprecher sind auf dem «Hauptplatz» aufgestellt. Durch den Lautsprecher wird der Besuch der Miss Schweiz voller Stolz angekündigt. Kaum steigt Alina aus dem Auto aus, scharen sich die Kinder um sie und bitten um ein gemeinsames Foto. «Als ich ankam, sah ich dass das Geld auch was bringt: Genügend Essen und Trinken, tolle Unterkünfte. Ich dachte, dass die Kinder weniger gut ‹zwäg› sind.»

Auf dem Rundgang durch das Dorf, das fünfzehn Familienhäuser umfasst, erfährt sie jedoch, dass jedes Kind seine eigene Leidensgeschichte hat. «Die Hintergründe der Kinder und ihre Geschichten haben mich schockiert.» Viele von ihnen haben alkoholabhängige Eltern, manche leiden an Aids, andere wurden verstossen. Alina kriegt die Story von einem Jungen zu hören, der als Zweijähriger zufällig von einem Bauern unter einem Ameisenhaufen gefunden wurde. Die Ameisen auf und im Körper. «Wer tut so was? In meiner zweiten Heimat gibt es auch Armut, doch die Menschen helfen sich dort  gegenseitig. Ich habe noch nie gehört, dass Kinder ausgesetzt werden.»

Mit ihrer Familie nimmt sie denn auch öfters alte Kleider für benachteiligte Familien nach Trinidad & Tobago mit. «Bisher hatte ich als Schülerin nicht die Möglichkeit, um selbst Geld zu spenden. Doch jetzt kann ich mir vorstellen, mich für Kinder oder für Strassenhunde einzusetzen.»

Oder vielleicht, so wie ihre Mutter, Patin eines Kindes in einem SOS-Kinderdorf zu werden. Denn nach ihrem Besuch weiss die Miss Schweiz, dass das Geld ankommt. «Und was ich toll finde, ist die Lebensfreude, welche die Kinder trotz ihrer Schicksale besitzen.»


 

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