Zahnarzt Roland Glauser verrät alles über die richtige Zahnpflege – vom Milchzahn bis zur Pension. Und er erklärt, in welchen Lebensabschnitten die Mühe sich besonders lohnt.
Monat der Mundgesundheit Gesunde Zähne – ein ganzes Leben lang
Noch bevor das erste Baby-Zähnchen schlaflose Nächte bereitet, beginnt die richtige Zahnpflege. Denn in der Schwangerschaft liegt der Grundstein für gesunde Zähne. «Studien zeigen, dass das Risiko einer Frühgeburt oder eines untergewichtigen Neugeborenen bei Frauen mit einer Parodontitis fast achtmal höher ist als bei Frauen mit gesunden Zähnen und gesundem Zahnfleisch», sagt Dr. Roland Glauser.
Der Zahnarzt erklärt, dass Schwangere aufgrund der hormonellen Ausnahmesituation manchmal anfälliger für Entzündungen des Zahnfleisches seien. «Dazu kommen die veränderten Essgewohnheiten. Viele Snacks erhöhen die Kariesgefahr.» Deshalb gilt: Zahnarztbesuch in der ersten und zweiten Hälfte der Schwangerschaft. Im Babyalter können Eltern das Risiko einer Bakterienübertragung so weit wie möglich vermeiden. «Erst durch das Ablecken des Nuggis oder des Löffels geraten Karies verursachende Bakterien in den Mund der Kleinkinder», erklärt der Zahnarzt.
Mit sechs Monaten brechen die ersten Milchzähne durch. Ab dann müssen Eltern ihren Kleinen täglich die Zähne putzen. Am besten vor dem Schlafengehen. Ab dem zweiten Lebensjahr muss zweimal täglich geputzt werden. «In diesem Alter rate ich allen Patienten, ihre Kinder zur Zahnuntersuchung mitzubringen. So lernen sie, dass eine Kontrolle nichts Schlimmes bedeutet», sagt Dr. Glauser.
Ein weiteres Zahnereignis spielt sich im Alter von sechs Jahren ab – die ersten bleibenden Backenzähne, Molaren genannt, brechen durch. Hier gilt besondere Gründlichkeit. Dr. Glauser: «Die Kinder müssen eine neue Putztechnik erlernen. Am besten kriegt man die Backenzähne sauber, wenn die Zahnbürste seitlich geführt wird.» Mit etwa zwölf Jahren folgen die zweiten Molaren. «Bei Zähnen im Durchbruch ist die Schmelzstruktur noch nicht vollständig ausgereift», sagt Roland Glauser. «Doch gerade die Teenager-Zeit ist wegweisend für gesunde Zähne.» Denn wenn die Schule zu Ende ist, fallen auch die jährlichen Schulzahnarztbesuche weg. Die Jugendlichen müssen die Verantwortung für ihre Gesundheit selber übernehmen.
Erwachsene sollten vor allem mit gutem Beispiel vorangehen! Das heisst: Mindestens zweimal im Tag Zähne putzen. Damit wird Plaque, Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis vorgebeugt. Zudem müssen Zahnzwischenräume und die Zunge geputzt werden. Weiter sollte jeder mindestens einmal im Jahr zur Kontrolle.
Bei betagten Personen steigt das Risiko von Karies und parodontalen Erkrankungen. Dies hat Konsequenzen für den Körper und die Gesundheit. Besonders wichtig für eine optimale Vorsorge: die Kräftigung des Zahnfleischs. «Oft fehlt im Alter schlicht die Kraft, um sich die Zähne selber zu putzen. Dann muss Hilfe her», fordert Zahnarzt Glauser. Wichtig sei auch, dass Betroffene bei der täglichen Medikamenteneinnahme diejenigen Produkte auswählen, welche die Zahngesundheit nicht zusätzlich beeinträchtigen oder eine Mundtrockenheit verursachen.
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