In unserem Mund tummeln sich 700 Bakterienarten. Die meisten übernehmen wichtige Aufgaben. Doch aufgepasst! Nur wer seine Zähne richtig pflegt, glänzt mit einem strahlenden Lächeln.
Monat der Mundgesundheit Im Mund gehts rund!
Wer den Mund weit aufmacht, hat bei Brigitte Schoeneich schon fast gewonnen. «So sehe ich während der Untersuchung auch die hintersten Zähne», erklärt die Dentalhygienikerin. Die Präsidentin von Swiss Dental Hygienists, dem Schweizer Verband der Dentalhygieniker, sagt: «Gerade Stellen, die der Patient mit der Zahnbürste nicht gut erreicht, müssen wir gründlich untersuchen.»
Die feuchte und warme Mundhöhle ist der ideale Ort für die Ansiedlung und das Wachstum von über 700 Bakterienarten. Die meisten von ihnen übernehmen eine wichtige Aufgabe: Sie schützen vor Infektionen, gefährlichen Bakterien oder Pilzen. Nur wenige dieser Bakterienarten sind schädlich und lösen Erkrankungen aus. Etwa Streptococcus mutans. Diese Art ist verantwortlich für die Entstehung von Karies. Wie andere Bakterien wird sie von Mensch zu Mensch übertragen. «Kurz nach der Geburt besitzen
Babys eine völlig keimfreie Mundhöhle. Erst durch die Keime von Mutter und
Vater gelangen die Bakterien in den Mund», sagt die 53-Jährige. «Deshalb sollten Eltern auch keine Löffelchen mit ihren Kindern teilen.»
Einige Bakterienarten verankern sich auf harten Zahnoberflächen und
bilden dort einen bakteriellen Zahnbelag, die Plaque. Gleitet man mit der Zunge über die Zähne, fühlen sie sich uneben, rau und stumpf an. «Wer diesen Belag nicht regelmässig entfernt, muss mit Zahnstein, Zahnfleischentzündung und Parodontitis rechnen», sagt Schoeneich.
Plaque ernährt sich von Zucker und Kohlenhydraten. In wenigen Minuten wandelt sie Speisereste in Säure um. Diese greift den Zahnschmelz an, entkalkt ihn – ein Loch entsteht. Aber Plaque verursacht auch Zahnfleischentzündungen. «Wenn sie liegen bleibt, scheidet sie Toxine aus, die das Zahnfleisch reizen und eine Entzündung
auslösen.» Die Symptome erkennt auch der Laie: Das Zahnfleisch ist geschwollen, gerötet und blutet beim Zähneputzen. Wenn dann nichts unternommen wird, entsteht eine Parodontitis. «Das bedeutet, dass der Knochen, der dem Zahn Halt gibt, zurückgeht und tiefe Zahnfleischtaschen entstehen lässt.» Unbemerkt vermehrt sich dort der
Zahnstein und dringt im schlimmsten Fall bis zur Zahnwurzel vor. Parodontitis ist heimtückisch, da sie nicht schmerzt. Erst im fortgeschrittenen Stadium macht sie sich durch die entblössten Zahnwurzeln und bewegliche Zähne bemerkbar. Der Anfang einer langwierigen Behandlung.
Einfacher ist es, gegen Plaque vorzugehen. «Mit dem Ultraschallgerät, Polierpaste und Gummipolierer oder einem Gerät, das wie ein kleiner Hochdruckreiniger funktioniert, entferne ich sie.» Beim Zahnstein reicht diese Technik jedoch nicht mehr. Hier muss die Dentalhygienikerin zusätzlich von Hand arbeiten. «Dabei habe ich mehr Gefühl und komme an Stellen, die ich sonst nicht erreiche.»Deshalb sei es auch so wichtig,
dass jeder mindestens einmal im Jahr zur Dentalhygienikerin gehe, sagt Schoeneich. Denn es gelte: Je früher sie eine Krankheit erkenne, desto besser sei die Chance auf Heilung. «Manche Patienten mit schwerer Parodontitis muss ich viermal pro Jahr behandeln.» Damit es nicht so weit kommt, empfiehlt die Luzernerin, die Zähne täglich gut zu pflegen.
Ihre wichtigsten Tipps
● Putzen Sie zweimal täglich gründlich die Zähne: Benutzen Sie dazu eine Schallzahnbürste oder eine weiche Handzahnbürste.
● Einmal täglich sollten Sie mit Hilfsmitteln wie Zahnhölzchen, kleinen Interdentalbürstchen oder Zahnseide die Zahnzwischenräume sauber halten.
● Eine fluoridhaltige Zahnpasta hilft,
den Zahnschmelz zu härten, damit er
gegen Säureangriffe widerstandsfähiger ist. Patienten mit Zahnfleischproblemen brauchen eine Mundspülung mit entzündungshemmenden Wirkstoffen.
● Eine fluoridhaltige Mundspülung ist eine sinnvolle Ergänzung. Sie bewirkt zusätzlich einen 20-prozentigen Schutz gegen Karies.
● Wechseln Sie mindestens viermal im Jahr die Handzahnbürste sowie nach jeder
Infektionskrankheit.
Ein weiterer Trick der Expertin «Reinigen Sie auch die Zunge. Zuerst
ist dies etwas gewöhnungsbedürftig, aber über 85 Prozent der Mundgerüche stammen von Bakterien, die in der Mundhöhle hausen.» Dazu eignet sich ein Zungenschaber oder eine speziell dafür hergestellte Zahnbürste.
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Der Monat der Mundgesundheit:
- Colgate informiert in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft SSO, den Swiss Dental Hygienists und der Schweizer Illustrierten, warum gesunde Zähne so wichtig sind.
- Seit sechs Jahren verfolgt die grösste Prophylaxe-Initiative in der Schweiz ein Ziel: die sorgfältige Aufklärung über Zahnvorsorge.
- Das diesjährige Schwerpunktthema lautet: Im Mund gehts rund – alles über Bakterien im Mund. «Rund 2000 zahnmedizinische Praxen beteiligen sich
an der Aktion und verteilen Muster sowie Informationsbroschüren an ihre Patienten», erklärt Colgate-Geschäftsführer Reinhard Möseneder.
















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