Tägliches Zähneputzen reicht nicht! Wichtig ist auch, dass Sie das richtige Essen auftischen. Denn Zucker ist der grösste Feind der Zähne: Der Experte erklärt, wo er sich überall versteckt
Monat der Mundgesundheit Richtige Ernährung – Gesunde Zähne
Wussten Sie, dass jeder Schweizer im Schnitt pro Jahr 47 Kilo Zucker zu sich nimmt?
«Zucker ist ungesund und der Hauptfeind unserer Zähne», sagt Zahnarzt Etienne Barras. Der Präsident der Zentralen Informationskommission der Zahnärzte-Gesellschaft SSO weiss: «Innerhalb von fünf Minuten wandeln die Bakterien im Mund Zucker und Kohlenhydrate in Säure um. Diese greift dann den Zahnschmelz an. Die Folge: Karies.» Deshalb spielt neben der Zahnpflege die Ernährung eine wichtige Rolle.
Schokolade, Glace, Bonbons enthalten Zucker. Das weiss jedes Kind. Schwieriger wird es bei Fertigprodukten und Getränken, hier verstecken sich die Zuckerbomben regelrecht. So enthält zum Beispiel eine Kiloflasche Ketchup 47 Stück Zucker. Darum gilt: Vollwertige Getreideprodukte wie Teigwaren, Reis und Kartoffeln sollten die sättigende, fettarme Basis unserer Ernährung darstellen. Wer täglich Obst und Gemüse isst, versorgt seinen Körper mit den entscheidenden Nährstoffen. Für Kalziumzufuhr sorgen Milch und Milchprodukte. Beschränken Sie die tägliche Eiweissration auf 15 Prozent, das heisst
0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Und denken Sie daran, doppelt so viel pflanzliche wie tierische Eiweisse zu sich zu nehmen. Also lieber mehr Hülsenfrüchte als Fleisch. Denn tierische Fette und Süsses sollten so wenig wie möglich auf dem Speiseplan stehen.
Doch nicht nur Süsses, auch Saures greift den Zahnschmelz an. «Theoretisch kann sogar ein Apfel Karies verursachen. Trotzdem: Seine guten Seiten stehen klar im Vordergrund», sagt Dr. Barras. «Denn die Nahrungsfasern des Apfels übernehmen eine ähnliche Arbeit wie die Borsten einer Zahnbürste.» Zusätzlich sollten Sie nach Zitrusfrüchten ein Glas Wasser trinken. Das neutralisiert den Säurespiegel im Mund. Diese Aufgabe übernimmt sonst der Speichel, der natürliche Helfer gegen Karies. Er enthält sämtliche Mineralsalze, die der Zahnschmelz zur Härtung und für seine Widerstandskraft gegenüber Säureattacken braucht. «Wenn wir kauen, regen wir den nötigen Speichelfluss an. Doch im Vergleich zu unseren Vorfahren essen wir vermehrt weiche Nahrung. Das heisst, wir produzieren weniger Speichel», sagt Zahnarzt Barras.
Da wir frische Früchte und knackige Gemüse besonders gut kauen müssen, sind sie ideale Zwischenmahlzeiten. Es gilt: eine Portion am Vormittag und eine am Nachmittag. Folgendes sollten Sie beachten:
- Eine zuckerhaltige Speise aufs Mal genossen schadet den Zähnen weniger als die gleiche Menge in mehreren Portionen über den Tag verteilt.
- Putzen Sie die Zähne innerhalb von zehn Minuten nach dem Essen. Bei säurehaltiger Nahrung sollten Sie dreissig Minuten damit warten.
- Ein gesunder Zvieri besteht aus: Äpfeln, Rüebli, Gemüse, Reiswaffeln, Nüssen oder Käse. Und gegen den Durst hilft am besten Wasser.
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