Fashion Days Backstage bei Roberto Cavalli

Hinter der Bühne der Cavalli-Show rannte ausser den Stylisten niemand. SI online blickte sich um und sagt Ihnen, wie es hinter den Kulissen einer solchen Fashion-Show aussieht.

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«We need more hair», ruft der für Roberto Cavalli verantwortliche Stylist. Um ihn herum zehn Coiffeure von Paul Mitchell und Maskenbildner. Sie alle nicken. Das junge Model in der Mitte schaut etwas erschrocken. Sie war am Donnerstag eines von 18 Cavalli-Models an den «Charles Vögele Fashion Days».

Backstage gibt es keinen Champagner, keine nackten Frauen, kein Gezicke. Dafür viel Ruhe. Zu viel. «Wir sitzen bereits seit 9.30 Uhr hier», sagt ein Model zu SI online. Inzwischen ist es 19 Uhr. «Ein Grossteil des Jobs besteht aus warten.» Um Zeit zu überbrücken, essen die Mädels Cookies, starren Löcher in die Wand und sitzen wie Demonstranten im Hungerstreik in der Ecke.

Sie alle mussten für Cavalli durch ein nervenaufreibendes Casting. «Einige haben sogar geweint», verrät ein Model. Sie erzählt, wie ihre Kolleginnen hart kritisiert und in die Irre geführt wurden: «Man sagte uns, dass wir alle schon für die Show als Models feststünden und nur noch für die Anprobe kommen müssten.» Doch die Realität sah anders aus. Vor den Cavalli-Vertretern mussten sie noch eine Ausscheidung über sich ergehen lassen. «Anproben sind bezahlt. Castings nicht. Wir wurden verarscht.» Trotzdem freuten sich die Models, für den Topdesigner laufen zu dürfen.

Ausser Cookies gibt es Salat und Brötchen. Zwei der jüngeren Models teilen sich eine Portion Reis mit Poulet vom Asiaten gegenüber. «Ich bin noch nicht ausgewachsen, darf also noch so essen», sagt die eine. «Aber ich fühle mich schon etwas unter Druck wegen der Figur.» Noch vier Zentimeter müsse sie wachsen. Dann sei sie 1,81 Meter gross. «Die perfekte Grösse.» Sie hofft auf eine internationale Karriere.

Der Laufstegtrainer gönnt sich zwischen den Lockenstäben eine Ruhepause. «Die Schweizerinnen sind super», sagt er erschöpft. «Die lassen sich noch etwas beibringen.» Er arbeitet sonst in Paris und New York für Labels wie Hugo Boss, Stella McCartney oder Escada.

Mit jeder Minute, in der die Show näher rückt, wird schneller frisiert. Die Models starren noch immer an die Wand. Nervös wird ausser den Stylisten niemand.

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