Walter Roderer, 90, hütete sein Geheimnis wie einen Schatz. Fünf Jahre lang. Aus Angst, niemand würde ihn verstehen. Nun ergaben Recherchen des «SonntagsBlick»: Der Volksschauspieler ist mit seiner eigenen Grossnichte Anina, 29, verheiratet.
Walter Roderer Verheiratet mit Grossnichte Anina
Er war 84, sie 24, als sich Walter Roderer und seine Grossnichte Anina vor fünfeinhalb Jahren das Ja-Wort gaben. Still und heimlich, im grenznahen Ausland. Nicht einmal sein Bruder oder ihre Verwandten sollten von der Ehe erfahren. Der Volksschauspieler befürchtete, «als alter Glüschtler» dazustehen. Anina wohl den Vorwurf, sie sei nur hinter «Rodis» Millionen her.
Dabei waren es tatsächlich finanzielle Überlegungen, die zur Hochzeit führten, wie der «SonntagsBlick» herausfand. Als Walter Roderer seine Grossnichte im März 2004 an der Beerdigung seiner zweiten Ehefrau Ruth kennenlernte, kamen bald tiefe Gefühle für sie auf. Zwar platonische, wie er betont - dennoch war für ihn klar, dass er seine Anina heiraten wollte.
«Anina war ein Glücksfall in meinem hohen Alter, sie konnte mich auf vielen Reisen begleiten», sagt Roderer. Als Dank für die Wärme, die ihm die junge Frau zum Lebensabend schenkte, wollte er ihr ein Leben frei von finanziellen Sorgen ermöglichen. Für Roderer, der nie eigene Kinder und damit keine Erben hatte, war die Heirat die logische Konsequenz - auch, um die Erbschaftssteuer zu umgehen.
Anina ist die Tochter eines Sohnes von Walter Roderers verstorbener Schwester. Sie wuchs bei ihren Eltern in Winterthur ZH auf, lebte aber lange in Berlin, wo sie als Tänzerin an der Staatsoper engagiert war. Heute betreibt die 29-Jährige zusammen «mit einem Freund» ein Bed & Breakfast in Florenz - und besucht ihren Ehemann alle drei Wochen.
Was, wenn Anina ihn nur ausnutzt? «Ich bin schon noch bei Sinnen», wehrt der Volksschauspieler ab. Er unterstütze sie zwar finanziell und sorge für ihren Lebensunterhalt, aber sie habe keinen Zugriff auf seine Konten. Auch in das Bed & Breakfast seien bisher keine grossen Summen geflossen.
Walter Roderer ist sich im Klaren darüber, dass sein Glück mit Anina auch auf Unverständnis stossen wird. Etwas unrechtmässiges tut er jedoch nicht. «Es gibt kein Gesetz dagegen, eine Grossnichte zu heiraten. Und es gibt auch keine Vorschrift darüber, dass Eheleute Haus und Bett zu teilen haben», schreibt der «SonntagsBlick».
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