Überraschung im Fall Jörg Kachelmann: Der Schweizer Meteorologe ist seit 13.35 Uhr wieder auf freiem Fuss. Ein Gericht hatte seiner Haftbeschwerde stattgegeben.
Jörg Kachelmann «Wir empfinden Genugtuung»
Der Wettermoderator Jörg Kachelmann muss umgehend aus der Untersuchungshaft entlassen werden. Das hat das Oberlandesgericht Karlsruhe am Donnerstag angeordnet. Damit hatte die Haftbeschwerde des 52-Jährigen Erfolg, der wegen schwerer Vergewaltigung vor dem Landgericht Mannheim angeklagt ist. Im Moment bestehe kein «dringender Tatverdacht mehr», heisst es in einer Pressemitteilung des Oberlandesgerichts. Es liege die Fallkonstellation «Aussage gegen Aussage» vor.
Bis zum Prozessbeginn am 6. September bleibt Kachelmann nun auf freiem Fuss, da weder dringender Tatverdacht noch Fluchtgefahr bestehe. Ob er in die Schweiz reisen darf, ist noch unklar. Kachelmann war am 20. März auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen worden und befand sich seitdem in Untersuchungshaft.
Noch bevor der Wettermann aus dem Gefängnis entlassen wird, bedankt er sich via Anwalt Reinhard Birkenstock bei der Justizvollzugsanstalt sowie den Mitgefangenen für «die faire Behandlung», wie RTL live aus Mannheim berichtet. Ein anderer deutscher Rechtsanwalt wertet die Freilassung bereits als vorzeitigen Freispruch. Um 13.35 tritt er schlank, frisch rasiert und in weissem T-Shirt vor die Tore des Gefängnisses und schweigt. Sein Anwalt jedoch meint: «Wir empfinden Genugtuung, die Unschuldsvermutung ist wieder auferstanden und die Rechtsstaatlichkeit ist zurückgekehrt.»
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