Hochspannung bis zum Schluss und eine Ohrfeige für Deutschland Die Ukraine gewinnt den «Eurovision Song Contest»

Lange sah es nach einem Sieg von Australien beim diesjährigen «Eurovision Song Contest» aus. Doch dank neuer Punktevergabe blieb es spannend bis zur letzten Minute. Jamala aus der Ukraine durfte schliesslich lachen. Das Lachen vergangen ist hingegen den Deutschen. 
Eurovision Song Contest 2016 Finalisten Ukraine Jamala
© Getty Images

Jamala holte für die Ukraine den Sieg nach Hause. 

26 Lieder konkurrierten beim grossen Finale des «Eurovision Song Contest» in Stockholm. Zum zweiten Mal war auch Australien als Ehrengast dabei, weil es dort viele Fans gibt, die die Show lieben. Beinahe hätte auch Dami Im für Down Under gewonnen. Doch wegen der neuen Punkteverkündung - die Stimmen von Jury und Publikum wurden erstmals getrennt bekannt gegeben - durfte sich niemand zu früh freuen.

Nachdem zuerst die Jury ihre Punkte vergaben hatte, lag Australien deutlich vorne - vor der Ukraine. So blieb es auch bis zuletzt, als die Punkte für die Ukraine, dem Land mit den meisten Stimmen, verlesen wurden. Reichte es, um Australien noch zu überholen? Ja. Jamala gewann mit 23 Punkten Vorsprung - und mit dem Leidenslied «1944» über die Vertreibung ihrer Minderheit unter Sowjetdiktator Josef Stalin. Es ist der zweite Sieg für die Ukraine nach 2004.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko gratulierte der Siegerin umgehend: «Ja! Unglaubliche Leistung und Sieg. Alle Ukrainer bedanken sich herzlich bei dir, Jamala!», schrieb er auf Twitter.

Rykka auf vorletzem Platz

Mit dem Sieg ist kein Geld, sondern nur eine Trophäe verbunden - ausserdem die ESC-Austragung im Folgejahr. Insgesamt nahmen am ESC in diesem Jahr 42 Länder teil. 16 davon schieden in den Halbfinals am Dienstag und Donnerstag aus, darunter auch die Schweiz. Wie jetzt bekannt wurde, landete Rykka mit 28 Punkten, davon drei aus der Telefonabstimmung, von sämtlichen Teilnehmern der beiden Halbfinals auf dem zweitletzten Platz. Nur Estland holte noch vier Punkte weniger, wie aus der Auflistung der ESC-Organisatoren hervorgeht.

Der letzte Platz im Finale ging - wieder einmal - an Deutschland. Unsere Nachbarn landeten dort schon im vergangenen Jahr. Dieses Mal holten sie sich aber immerhin elf Punkte, 2015 waren es null.

Mit Ironie wurde der letzte Platz auch auf Twitter kommentiert: 

 
 

 
 

Insgesamt wurden sieben Millionen Tweets am ESC-Abend versendet - ein Rekord: 


Geschätzt etwa 180 Millionen Zuschauer weltweit verfolgten die Finalshow vor dem Bildschirm. Das Finale des 62. Eurovision Song Contest soll nach vorläufigen Angaben der Veranstalter von der European Broadcasting Union am 20. Mai 2017 über die Bühne gehen. Wenn sich das Siegerland für seine Hauptstadt entscheidet, wäre der Austragungsort im kommenden Jahr Kiew.