«Ich war wie eine lebende Leiche» Offen wie nie spricht Monica Lierhaus über ihr Schicksal

Vor sieben Jahren änderte sich das Leben der beliebten Sportmoderatorin Monica Lierhaus komplett. Sie wollte eigentlich nur ihre Augen lasern lassen, als Ärzte bei einem Check ein Aneurysma im Hirn entdeckten. Bei einer Not-OP platzte es. Eine TV-Dokumentation zeigt den beschwerlichen Weg der TV-Frau zurück ins Leben. 
Monica Lierhaus Unfall heute Goldene Kamera Exclusiv Frauke Ludowig
© Getty Images

Monica Lierhaus wählte bewusst den Gang in die Öffentlichkeit. Auch um den TV-Zuschauern zu zeigen, wie schlecht es ihr damals wirklich ging. 

Monica Lierhaus, 46, spricht nicht von Schicksal. Sie nennt das, was am 8. Janaur 2009 passiert ist, «Unglück». «Ich hatte eigentlich vor, mir die Augen operieren zu lassen», erzählt sie Moderatorin Frauke Ludowig, 52, am Montagabend in einer «Exclusiv»-Spezialsendung auf RTL. Ein befreundeter Arzt riet ihr dazu, sich vorher im Kopf durchchecken zu lassen, damit «da nicht irgendeine böse Überraschung passieren könnte». Die böse Überraschung kam. Ein Aneurysma, das zu platzen drohte und es während einer Not-Operation auch tat. 

Seither ist nichts, wie es einmal war. In «Mein Weg zurück ins Leben» schildert Lierhaus, die bis zu ihrem Unglück bestbezahlte Sportmoderatorin, den Kampf. Ärzte hatten sie eigentlich aufgegeben. Ihre Familie hätte sich bei ihr verabschieden sollen. Doch sie weigerte sich. Nach Monaten im künstlichen Koma, zeigte sie erste Regungen. «Ich konnte nichts mehr. Ich war wie eine lebende Leiche. Ich musste alles neu lernen.» Sitzen, stehen, gehen, sprechen - alles war weg. «Sie haben mich immer aufgerichtet und ich bin immer zur Seite umgefallen.» Noch bis heute macht ihr der fehlende Gleichgewichtssinn zu schaffen und sie sagt: «Ich habe eigentlich immer Schmerzen.» Vor allem langes Stehen und Sitzen bereiten ihr Mühe. 

Monica Lierhaus Unfall heute Goldene Kamera Exclusiv Frauke Ludowig
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Frauke Ludowig (r.) konnte Monica Lierhaus mehrere Wochen lang begleiten - sogar zu einer Delfin-Therapie in die Karibik.


Im Gespräch mit Frauke Ludowig erinnert sich Lierhaus auch an ihre ersten Gehversuche auf offener Strasse. «Das war ganz furchtbar für mich, weil ich angestarrt wurde wie ein Monster.» Die Menschen hätten ihre Blicke auf den Boden gerichtet oder die Strassenseite gewechselt. «Man möchte doch eigentlich nur normal behandelt werden, aber das war nicht möglich.» Ihr erster Auftritt in der Öffentlichkeit - die Verleihung der Goldenen Kamera 2011 - war für sie eine Art Befreiungsschlag. «Von da an konnte ich auf die Strasse gehen, nun war klar: So bin ich eben.»

Unvergessen bei der Award-Show war auch Lierhaus' Heiratsantrag. Nachdem sie ihren Preis verliehen bekommen und ihre Dankesrede gehalten hatte, bat sie ihren Lebensgefährten zu sich und stellte ihm die Frage aller Fragen. Er sagte Ja - seit letztem Jahr aber ist die Beziehung passé. Jetzt weiss sie, dass das der falsche Moment für solch eine Offenbarung gewesen sei. Kontakt hätten die beiden keinen mehr. Doch einen neuen Mann in ihrem Leben gibt es nicht. «Es gibt keine Alternative für mich im Moment. Weil ich erst einmal alleine klarkommen möchte.»

Ihr «Unglück» hat Lierhaus bis heute noch nicht akzeptiert, umgehen aber kann sie damit. Was ihr geholfen hat und bis heute hilft, ist die Unterstützung ihrer Familie. Und die Hoffnung, wieder den Weg zurück ins Arbeitsleben zu finden. Sie hat zwar schon einen kleinen Moderationsjob bei einem Pay-TV-Sender, doch sie träumt von mehr. Einem Interview mit Uli Hoeness zum Beispiel. Das stehe auf ihrer «Löffelliste», die Dinge enthält, «die ich tun möchte, bevor ich den Löffel abgebe».

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