Niki Lauda Er begreift den Unfall erst jetzt - dank dem Film «Rush»

Am Zurich Film Festival wird der Film «Rush» gezeigt. Darin verkörpert der deutsche Schauspieler Daniel Brühl den Rennfahrer Niki Lauda, der 1976 einen Horrorunfall am Nürburgring überlebt hat. Jetzt, so kurz vor der Schweizer Filmpremiere, gaben die beiden ein gemeinsames Interview.
© Dukas

Noch heute ist das Gesicht von Niki Lauda von den Verbrennungen gezeichnet. Sein rechtes Ohr wurde teilweise zerstört.

Es ist das Jahr 1976. Rennfahrer Niki Lauda, heute 64, ist grosser Anwärter auf den Weltmeistertitel. Mit seinem Formel-1-Auto überholt er alles und jeden. Auch diesmal, am Nürburgring, gibt er Vollgas. Mit 220 Stundenkilometern heizt er über die lange Strecke. Und dann, vor dem Streckenabschnitt «Bergwerk», passiert es: Niki Laudas Fahrzeug prallt rechts in eine Felswand und geht in Flammen auf. Mit Müh und Not wird der Formel-1-Pilot aus dem Fahrzeug geborgen, sein Gesicht ist voller Verbrennungen, sein rechtes Ohr ist teilweise weggebrannt.

Jetzt, 36 Jahre später, ist dieser einschneidende Lebensabschnitt Laudas verfilmt worden. In der Hauprolle von «Rush» brilliert der deutsche Schauspieler Daniel Brühl, 35, als Niki Lauda. Kurz vor der Schweizer Filmpremiere, sprechen Niki Lauda und Daniel Brühl über den Unfall, den Rennsport und ihre Gemeinsamkeiten.

Sich selbst im Film brennen zu sehen, sei ein Schock gewesen, sagt Niki Lauda gegenüber der «Bild»-Zeitung. «Ich erinnere mich ja an nichts. Ich habe ein 2-Stunden-Blackout.» Er habe sein zerschmortes Gesicht zum ersten Mal mit anderen Augen gesehen. «Ich begreife jetzt den Schock.» Auch habe er nach dem Unfall Todes-Visionen gehabt. «Ich habe sicher 20 tödliche Unfälle erlebt», beschreibt er seine Gedanken. Sich in eine solche Person hineinzuversetzen, war eine grosse Herausforderunfg für den deutschen Schauspieler Daniel Brühl. Er hat sich so optimal wie möglich vorbereitet. «Ich habe mir auf Youtube den Unfall, die Rennen, die Interviews angeschaut», sagt er. «Und ich habe ihn jeden Tag vorm Spiegel nachgespielt und im Ösi-Dialekt Selbstgespräche geführt.»

Rennenfahren sei ein geiles Gefühl, sagt Lauda. Dies kann auch Daniel Brühl nachvollziehen, der durch den Film Reifenluft schnuppern konnte. «Ich habe die Sucht gespürt», gibt er zu. Und doch sind sich Rennfahrer und Schauspieler nicht wirklich ähnlich. Während Niki Lauda sich als äusserst konsequenter Typ mit wenigen Freunden beschreibt, bei dem alles nur schwarz oder weiss sei, sagt Brühl von sich: «Ich bin eher konfliktscheu, harmoniebedürftig und ein Hypochonder.»

Daniel Brühl habe durch Niki Lauda viel gelernt. Im Interview mit der «Süddeutschen» sagt er: «Niki hat mir geholfen, Schiss zu verlieren. Allein wie schnell er damals nach dem Unfall zurückgekehrt und wieder ins Auto gestiegen ist! Die Angst zu überwinden, nachdem man dem Tod so knapp von der Schippe gesprungen ist - das ist für mich kaum begreiflich. Unmenschlich», sagt er voller Bewunderung.

Daniel Brühl spielt Niki Lauda im Film «Rush»
© Dukas

Der 35-jährige Schauspieler Daniel Brühl verkörpert Rennfahrer Niki Lauda im Film «Rush». «Er ist eine lebende Quelle. Etwas Besseres gibt es nicht», so der Darsteller über den Formel-1-Piloten.

Der Film «Rush» wird im Rahmen des Zurich Film Festivals am Mittwoch, 2. Oktober 2013, um 20.30 Uhr im Kino Arena 5 in Zürich gezeigt. Zudem wird Daniel Brühl an der ZFF-Opening-Night am Donnerstagabend auf dem grünen Teppich zugegen sein.

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