Fakten zu den 88. Oscar-Verleihungen Die Favoriten, der Moderator, die Stars, die Neuerungen

Am Sonntagabend werden in Los Angeles zum 88. Mal die Oscars verliehen. Welche Neuerungen dieses Jahr zu erwarten sind, wieso der Moderator nicht der einzige Schwarze auf der Bühne sein wird und wer zu den grössten Gewinnern gehören könnte - SI online hat den Überblick.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. In Los Angeles wird am Sonntag wieder alles, was im Filmbusiness Rang und Namen hat, über den roten Teppich vor dem Dolby Theater schreiten. Bereits zum 88. Mal werden die Oscars, die wichtigsten Filmpreise der Branche vergeben - und trotzdem ist nicht ganz alles gleich, wie die vergangenen Jahre.

Der Moderator

Zugegeben - er war schon mal. Chris Rock. Bereits 2005 moderierte der Schauspieler und Komiker die Oscars. Damals bekam er keine schlechten Kritiken und blieb mit einigen sarkastischen Pfeilen gegen das Publikum in guter Erinnerung. Der 46-jährige Stand-up-Comedian ist in Europa eher weniger bekannt, feierte aber auch hier unter anderem in Filmen wie «Beverly Hills Cop 2» oder «Lethal Weapon 4» Erfolge. Fun Fact am Rande: Bis im Juli 2008 hielt Chris Rock den Guiness-Rekord als Live-Comedian mit den meisten Zuschauern, bis er vom deutschen Mario Barth abgelöst wurde.

Ein erster Eindruck von Chris Rock: Seine Eröffnungsrede bei den Oscars 2005. Schon damals ein Thema: Die Berücksichtigung schwarzer Schauspieler.

Der #OscarsSoWhite-Skandal im Vorfeld

Für grosse Diskussionen im Vorfeld der Verleihungen sorgte unter dem Twitter-Hashtag #OscarsSoWhite die fehlende Vielfalt bei den Nominierten. Dieses Jahr sind in den wichtigsten Kategorien nur Weisse nominiert. Zumindest für etwas Abwechslung versuchen die Produzenten nebst dem Moderator nun mit den Präsentatoren zu sorgen. Angekündigt sind unter anderem Whoopi Goldberg, Morgan Freeman, Kerry Washington oder Pharrell Williams. Dies ändert jedoch nichts am Grundproblem selbst, sagte sich wohl auch Jada Pinkett Smith. Sie kündigte an, die Oscars dieses Jahr zu boykottieren. Ob sie überhaupt eingeladen gewesen wäre, ist jedoch nicht bekannt.

SAG Awards
© Getty Images

Auch sie darf dieses Jahr einen Oscar übergeben: Sofia Vergara, 43

Adieu schöne Dankesreden!

Ganz verschwinden werden die Dankesreden natürlich nicht. Neu könnten sie aber um einiges weniger emotional werden. Die 45 Sekunden, die jeder Gewinner zur Verfügung hat, bevor die Musik einsetzt, sollen nämlich nicht mehr mit Namen gefüllt werden, sondern mit «...irgendetwas von Herzen über die Kunst, die Vision, die Erfahrung oder die Bedeutung des Momentes...», erklärten die Oscars-Produzenten. Ihre Lösung: Alle Nominierten geben im Vorfeld eine Namensliste mit jenen Personen ab, denen sie danken möchten. Diese Namen werden dann während der Rede auf einer Leinwand eingeblendet. Man darf gespannt sein, wie das aussieht und klingt. Sicher nicht mehr so wie 2002 bei Halle Berry - die sich 35 Mal bedankte. Vielleicht auch gut so.

Viele neue Gesichter unter den Favoriten

Wer aber könnte überhaupt eine Dankesrede halten? Geht es nach verschiedenen Film-Experten, ist das Rennen in den Schauspieler-Kategorien eigentlich schon entschieden. Dabei fällt auf: Dieses Jahr sind nicht nur die altbekannten Gesichter dabei. Für «Beste Schauspielerin» wird beispielsweise Brie Larson im Film «Room» hoch gehandelt. Für die 26-Jährige sind es die ersten Oscars-Erfahrungen überhaupt. Gleiches gilt für die 27-jährige Schwedin Alicia Vikander, welche für ihre Rolle in «Danish Girl» als Favoritin bei den Nebendarstellerinnen gilt. Eine weitere Premiere kündigt sich bei den Hauptdarstellern an: Leonardo DiCaprio, 41, wird hier wohl nach fünf erfolglosen Nominierungen endlich seinen Oscar für «The Revenant» erhalten. Ein altbekannter Name mit «neuem Gesicht» könnte bei den Nebendarstellern das Rennen machen: Sylvester Stallone, 69, für «Creed».

Golden Globes 2016 Host Gewinner
© Getty Images

Brie Larson ist zum ersten Mal bei den Oscars dabei und gehört bereits zu den Favoritinnen.

Für Spannung ist gesorgt

Welcher Film wird «Bester Film»? Nominiert sind dieses Jahr acht Filme. Als Favorit wird in den Wettbüros «The Revenant» gehandelt, der bereits bei den Golden Globes und den Baftas gewann. Andere wichtige Preise konnten sich jedoch «Spotlight» und «The Big Short» sichern, womit auch ihnen gute Chancen zugerechnet werden. Gleich drei potentielle Gewinner wurden im Vorfeld einer Verleihung schon lange nicht mehr gehandelt. Wer das Rennen macht, wird sich erst ganz zum Schluss der Verleihung zeigen - der Hauptpreis wird traditionell als krönender Abschluss vergeben. Wer sich bis dahin die Zeit vertreiben möchte: Auch dieses Jahr gibt es natürlich wieder Tipp-Listen oder Bingo-Spiele für alle, die die Verleihung live schauen.

Die Oscars 2016 live im TV: «ProSieben» oder «ORF1» ab 2.30 Uhr (Montagmorgen)

Die schönsten Kleider, die besten Auftritte sowie Gewinner und Verlierer der Oscars 2016 gibts ab Montagmorgen auf SI online.