«Das persönliche interview» mit Bendrit Bajra «Da habe ich etwas Unanständiges im Kopf»

Mit Videoclips über seine Landsleute blödelte sich Bendrit Bajra zum Facebook-Star. Jetzt will er als albanischer Coiffeur die Kinoleinwand erobern. Wen er selbst an seine Haare lässt, was die dümmste Idee mit seinem geliebten BMW zu tun hat - und was für ein Geheimnis seine Nachbarin umgibt. 
Facebook-Star Bendrit Bajra
© David Biedert

Bendrit Bajra, 20, produziert seine Videos auf Facebook mit dem Handy - er will nun auch Youtube erobern.

«Schweizer Illustrierte»: Bendrit Bajra, wann waren Sie das letzte Mal beim Coiffeur? 
Vor drei Tagen.

Wer schneidet?
Ein Mann! Ich vertraue ihm. Mal liess ich mir die Haare von ’ner Frau schneiden, das war nicht so gut.

Sah sie wenigstens gut aus?
Sehr gut! Sie verwirrte mich so, dass ich wohl nicht richtig erklärte, wie ich die Haare will.

Jetzt spielen Sie in einem Kinofilm an der Seite von Beat Schlatter selbst einen Coiffeur.
Vor Drehbeginn liess ich mir extra von einem Kollegen zeigen, wie man schneidet. Die Handgriffe sollen ja richtig rüberkommen.

Was für ein Hintergrundbild hat Ihr Smartphone?
Den Standardhintergrund, der beim Kauf drauf ist.

Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen: Aus welchen Städten, Dörfern und Landschaften setzen Sie ihn zusammen?
Ich würde wahnsinnig gern in einer Penthouse-Wohnung leben mit Ausblick auf Miami.

Wie wäre Ihr Name als Mädchen?
Das habe ich meine Eltern nie gefragt, es würde mich wundernehmen: Bettina oder Bendrina

Welches Gemüse gehört verboten?
Broccoli. Der schmeckt so gruusig, wie er aussieht.

Und was für eine Frucht wären Sie?
(Lacht.) Da habe ich etwas Unanständiges im Kopf, und meine Managerin hat mir verboten, das zu sagen.

Um wie viel Prozent müssten Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren, damit Sie massiv glücklicher wären?
Würde ich eine Stunde wegnehmen, wäre ich schon im Minus.

Als Sie Kind waren, was haben Ihre Eltern Ihnen da immer gesagt?
Ich wollte so gern ein Haustier. Fortan hiess es immer: «Du bist unser Haustier daheim!»

Wann haben Sie zuletzt etwas Selbstgebasteltes geschenkt?
Ich habe noch nie gebastelt.

Wo am Körper tuts Ihnen weh?
Nirgends. Ich bin kaum krank und habe selten Schmerzen, obwohl ich ein paar Kilo zu viel habe.

Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie den Teller nicht leer essen?
Das kommt ganz, ganz selten vor. Passierts doch mal, find ichs zwar nicht cool, aber ein schlechtes Gewissen habe ich deswegen nicht.

Haben Sie einen Organspendeausweis?
Ja, und einen Blutspendeausweis.

Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
«Panda» von Desiigner.

Können Sie sich vorstellen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen?
Nein. Das ist gegen die Natur.

Über welche Tat oder Aussage von Ihnen wird man noch lange nach Ihrem Ableben reden?
Ich hoffe, dass einige meiner Videos noch zu reden geben.

Die bisher beste Idee Ihres Lebens?
Einen BMW zu kaufen.

Und Ihre dümmste Idee?
Mit dem BMW durch einen Waldbrand hindurchzufahren.

Welchen Wunsch haben Sie endgültig begraben?
Dass ich Fussball-Profi werde.

Was würden Sie Ihren Kindern mit auf den Weg geben wollen?
Meine humorvolle Art.

Und was auf gar keinen Fall?
Zu rauchen.

Angenommen, der liebe Gott würde Sie neu erschaffen: Mit den Eigenschaften welcher Berühmtheiten soll er Sie erschaffen?
Mit den Rap-Skills von Tupac.

Welches Buch, welche Musik hat Ihr Leben massiv beeinflusst?
Mit Büchern hab ichs nicht so. Aber einen Film schaue ich sicher einmal pro Woche: «Blood Diamond». Er macht mich jedes Mal nachdenklich und traurig.

Was wird man in hundert Jahren über die aktuelle Epoche sagen?
Man wird den technischen Fortschritt loben und verurteilen.

Welche Pille gehört erfunden?
(Lacht.) Die beste Pille ist schon erfunden worden - sie ist blau.

Ihr Spitzname als Kind?
Benni.

Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah da Ihr Zimmer aus?
Sehr ordentlich. Und an der Wand hing nur ein Bild meiner Eltern.

Falls Ihr Leben verfilmt wird, welcher Schauspieler soll die Hauptrolle spielen?
Leo (Leonardo DiCaprio).

Was in Ihrem Alltag müssten Sie aus ökologischer Sicht dringend verändern?
Sicher ein kleineres Auto fahren, aber das schaffe ich nicht. Ich überlege aber, mir eine Vespa zuzulegen für den Stadtverkehr.

Bei wie viel Franken pro Liter Benzin wäre für Sie die Schmerzgrenze erreicht?
Ich glaube, bei hundert Franken würde ich anfangen zu überlegen.

Haben Sie ein Tattoo?
Nein, aber ich will eins. Nur meine Eltern wollen es nicht.

Der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Auf niemanden zu hören.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Sie ist noch meine Nachbarin.

Wer ist Ihr bester Freund?
Muli.

Über welches Geschenk haben Sie sich zuletzt gefreut?
Über Versace-Schuhe, die mir meine Eltern gekauft haben.

Im Dossier: Weitere Stars im persönlichen Interview

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