Rinderknecht und Glauser im 1. gemeinsamen Interview «Ich stelle Dominique als meine Freundin vor»

Ein Outing und gemeinsame Bilder - mehr gabs von Dominique Rinderknecht und Tamy Glauser nicht. Bis jetzt: Erstmals äussern sich die Ex-Miss-Schweiz und das Topmodel ausführlich über ihre Liebe.
Glory Award Schweiz 2016
© David Biedert

Dominique Rinderknecht und Tamy Glauser an der Glory-Verleihung vergangenes Wochenende.

Das öffentliche Interesse war gross, als Ende Oktober die ersten Liebesgerüchte publik wurden. Wenig später bestätigten Dominque Rinderknecht, 27, und Tamy Glauser, 31, in einem Video-Statement: «Es ist so, dass wir uns ein bisschen verliebt haben», so die Miss Schweiz 2013. Mehr würden sie aber nicht sagen wollen. Tamy damals: «Wir haben für uns selbst noch gar nichts definiert. Wir wollen uns jetzt erst mal kennenlernen und mal schauen, wo das Ganze hinführt.»

Das taten sie. Und sie sind sich ihrer Liebe inzwischen ganz sicher. «Als Dominique in mein Leben trat, interessierte mich plötzlich keine andere Frau mehr», schwärmt Glauser im Gespräch mit der «Weltwoche». «Obwohl ich bereits wusste, dass es mehr als ein Flirt war hatten wir unsere Liebe zum Zeitpunkt des Outings noch nicht definiert. Heute stelle ich Dominique als meine Freundin vor.»

Positives Echo

Es ist das erste gemeinsame Interview, das das lesbische Paar gibt. Viel sei in den vergangenen Wochen über sie geschrieben worden - ausschliesslich positiv, wie sie sagen. Und auch sonst seien die Reaktionen zustimmend gewesen. «Junge Menschen gratulierten mir sogar zu der mutigen Entscheidung. Sogar in den sozialen Meiden gab es viel Lob. Ich war erstaunt», so Rinderknecht.

Es sei keinesfalls so, dass sie «plötzlich lesbisch» geworden sei. Grund für das späte Coming-out sei, dass ihre Sexualität schlicht nie Thema gewesen sei. «Im öffentlichen Umfeld ging man davon aus, dass meine neue Liebe männlich sein wird. Etwas anderes war nicht vorstellbar.» Bei den Miss-Wahlen sei sie zwar mit x Fragen gelöchert worden, man habe sie sogar auf einen flotten Dreier angsprochen. «Aber ob man lesbisch oder bisexuell ist, fragt niemand.»

«Angst ist unsexy»

Angst davor, dass Dominique irgendwann «rückfällig» wird und wieder einen Mann haben will, hat Tamy nicht. Es gehe doch nicht um eine Sucht, sondern um «die Liebe, um den Menschen und um den Schmerz, wenn man den geliebten Menschen verliert; ob an einen Mann oder an eine Frau scheint mir da eher unwichtig». Das androgyne Topmodel ist sich sicher: Angst sei «unsexy» in einer Beziehung und tue nicht gut.

Rinderknecht hofft, mit ihrer Geschcihte etwas bewegen zu können. «Da ich selbst den gängen Vorstellungen von einer lesbischen Frau nicht entspreche, hoffe ich, dass mein Outing zur Beseitigung jener Klischees beiträgt, die auch in meinem Kopf kreisten», sagt sie. «Man sollte sich nicht von einem unüblichen Weg abbringen lassen, nur weil das Umfeld Mühe haben könnte.» Das vergangene Jahr sei für sie jedenfalls eine Horizonterweiterung gewesen. «Heute sage ich, was ich denke, und stehe dazu, wer ich bin. Hoffentlich macht das anderen Mut.»

Im Dossier: Mehr über «Tamynique»

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