«Das persönliche Interview» mit Florian Ast Sein Ziel? Endlich Nichtraucher!

Er ist ein echter Sturkopf, aber ein erfolgreicher: Mundart-Sänger Florian Ast steht seit 20 Jahren auf der Bühne. Im Gespräch verrät er, warum Treue für ihn eine wichtige Eigenschaft ist, warum er 
sich für den «Musikantenstadl» extra tätowieren liess und Inspektor Columbo einschläfernd findet.
Summer Sound Festival Florian Ast
© ZVG

Jubiläum: Vor 20 Jahren gelang Florian Ast, 41, aus Kräiligen BE mit dem Lied «Daneli» der Durchbruch, seine Alben bekommen Platinstatus.

«Schweizer Illustrierte»: Florian Ast, was haben Ihre Eltern Ihnen immer gesagt, als Sie noch ein Kind waren? 
Florian Ast: «Du muesch öppis Rächts lehre!» Das hat natürlich nicht funktioniert, denn ich bin Musiker geworden. Ich habe zwar die Prüfung zum Kindergartenseminar gemacht, war auch kurz am Lehrerseminar und an der Wirtschaftsmittelschule – einfach immer dort, wo es am meisten Ferien gab und ich viel Zeit für meine Musik hatte. Mein erstes Album erschien 1996. Die Zeit 
ist krass schnell vorbeigegangen. Zack – und 20 Jahre sind um! 

Ihr Spitzname als Kind? 
Man nennt mich heute noch Flo oder Flöru. Die Namen bringe ich wohl nie wieder los.

Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen: Wie sähe er aus?
Ich hätte gerne die schönen Berner Alpen rund um den Zürichsee. Mit der Fähre gelänge ich so als Pendler ganz schnell und ohne Stau in 15 Minuten von Bern nach Zürich, welche beide direkt am See liegen würden. Das neue Design liegt im Kanton Obwalden. Zu Eiger, Mönch und Jungfrau würden sich der Säntis und der Pilatus dazugesellen. 

Welches Hintergrundbild hat Ihr Handydisplay?
Meinen Sohn Leon.

Was würden Sie Ihren Kindern mit auf den Weg geben wollen?
Ehrlichkeit und auf jeden Fall Durchhaltevermögen. Bescheiden
heit und Respekt. So gut es geht ohne Vorurteile durchs Leben gehen und wie ein Adler durch die Lüfte schweben. Und auch wenn man mir aufgrund meiner zum Teil öffentlichen Biografie vielleicht folgende Eigenschaft nicht zutraut: Treue! Meine Kinder sollten keine Raucher werden, und auch ich sollte jetzt damit aufhören. Zuletzt bringt mein «Stieregring» Vor- und Nachteile mit sich.

Was von sich entdecken Sie in Ihrem kleinen Sohn?
Er hat mit seinen 20 Monaten schon ein erstaunliches Taktgefühl und ist sehr musikalisch. Vielleicht lernt man sich selber durch die eigenen Kinder etwas näher kennen.

Haben Sie sich verändert, seit Sie Vater geworden sind?
Nein. Ein Kind ist einfach wunderbar. Durch Leon habe ich erfahren, was bedingungslose echte Liebe ist und wie sie Menschen verbindet. Auch wenn man sich zuweilen nicht jeden Tag sehen kann. Beruflich mache ich so weiter. Musik ist eine unwiderstehliche Leidenschaft, und jeder Musiker weiss: Wenn sie dich packt, lässt sie dich nie wieder los.

Durch meinen Sohn habe ich erfahren, was bedingungslose echte Liebe ist

Haben Sie einen Organspendeausweis?
Ich finde es gut, dass es einen solchen Ausweis gibt, obschon man sich beim Gedanken daran irgendwie wie ein Ersatzteillager vorkommt. Ich hatte mich bisher immer zu jung gefühlt und noch nicht darüber nachgedacht.

Welchen Wunsch haben Sie endgültig begraben? 
Eigentlich noch gar nichts. Pi
lot könnte ich immer noch werden, oder?

Haben Sie ein Tattoo
Ja, zwei. Am rechten Unterarm habe ich eins machen lassen, weil ich damals im «Musikantenstadl» eingeladen war. Damit die Leute merken, dass ich kein Schlagersänger bin. Ich dachte, nur Rocker haben Tattoos (lacht). Am Schluss fand ich es im Stadl ganz okay. Aber es bleibt bei diesen zwei Tattoos, und ich bin ganz zufrieden damit.

Welches Buch, welche Musik hat Ihr Leben massiv beeinflusst?
Ich lese sehr gerne Sachbücher. Denn ich glaube, es gehört zum Sinn des Lebens, immer dazuzulernen. Die Kompositionen von John Lennon und Paul McCartney haben mein Songwriting sicherlich enorm beeinflusst. Aber auch die Musik von Polo Hofer, Patent Ochsner und Mani Matter. 

Welche Pille gehört erfunden? 
Eine, die jeder Krankheit vorbeugt. Und eine, die dafür sorgt, dass alle meine Musik mögen? (Lacht.)

Falls Ihr Leben verfilmt würde, wer sollte die Hauptrolle spielen? 
Ich finde mich nicht so interessant, dass man über mich einen Film drehen sollte. Ausser eben, es gäbe diese Pille. Wenn ich dann achtzig wäre, müsste es Bruno Ganz sein. Mit vierzig Terence Hill und vor zwanzig Jahren Leonardo DiCaprio. Mit dreissig Peter Falk, denn ich mag seine deutsche Columbo-Synchronstimme so sehr, dass sie mich massiv bis in den Tiefschlaf hinein beeinflussen kann. Als Teenager K.I.T.T., als zehnjähriger Bursch würde mich E.T. spielen – und als Spermium wäre es Flipper.

Der beste Ratschlag Ihres Lebens? 
Mein Grossvater hat mir als Bub immer gesagt: «Du muesch im Läbe das mache, was du gärn machsch und was du chasch. Aber machs ganz und gar!» Nicht immer bin ich diesem Ratschlag gefolgt, aber wenn, ist mir alles gelungen. Danke, Grossvater!

Im Dossier: Alle persönlichen Interviews

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