Melanie Winiger spricht Klartext Noch einmal Mutter werden? «Muss nicht sein»

Genau 20 Jahre ist es her, seit sie als jüngste Miss Schweiz aller Zeiten ins Rampenlicht katapultiert wurde. Eine gute Gelegenheit für Melanie Winiger, die Zeit Revue passieren zu lassen. Und in die Zukunft zu blicken.
Melanie Winiger über Sohn ohne Vujo Gavric Interview privat
© Fabienne Bühler

1996 wurde Melanie Winiger - als 17-Jährige - zur Miss Schweiz gekürt.

Melanie Winiger im «Blick»-Interview über ihre Entwicklung in den letzten 20 Jahren:
Ihr Kern sei seit der Miss-Schweiz-Wahl 1996 der selbe geblieben, sagt die 37-Jährige, die heute als Schauspielerin und Moderatorin arbeitet. Winiger bezeichnet sich als offen, sehr sozial, kommunikativ. «Gleichzeitig wurde ich ruhiger und bin eine Frau geworden.» Mit ihrer weiblichen Seite habe sie sich nämlich lange schwergetan. Sie habe sich mit Händen und Füssen gegen den Stempel «Tussi und dumm» gewehrt. Kleidchen gab es drum bei ihr lange nicht, sie musste erst mit ihrer weichen, weibliche Seite umzugehen lernen. «Wenn ich heute Lust habe, ein Blümchenkleid anzuziehen, mache ich das.»

...über ihre schwierigsten Momente:
Die Missenkrone nach ihrem Amtsjahr abzugeben, war für Winiger hart. Sie war damals 18, musste zurück ins Gymnasium und wurde dort gemobbt, «weil alle dachten, ich sei nun eingebildet». Irgendwann sei alles zu viel gewesen. Die Tessinerin brach die Schule ab.

...über ihre wichtigsten Bezugspersonen:
Die grössten Unterstützer sind ihre Eltern. «Sie haben mich heruntergeholt, als ich drohte abzuheben», so Winiger. «Wenn du ein Teenager bist, und alle dir immer sagen, du seist die Schönste und Coolste, glaubst du das irgendwann.» Auch «Missen-Mami» Karina Berger und deren Mann Thomas Russenberger seien wichtige Menschen in ihrem Leben.

...über die Tatsache, früh Mutter geworden zu sein:
«Das hat mich natürlich geprägt», weiss Winiger heute. Und erinnert sich zurück an ihre Aussage «Noël geht mir manchmal auf den Sack», der in der Öffentlichkeit gehörig für Zündstoff sorgte. «Ich hätte brav sagen sollen: ‹Ich komme manchmal an meine Grenzen.› Aber das ist nicht meine Sprache.»

...übers Mamisein:
Mutter zu sein, sei das schwierigste überhaupt, man frage sich immerzu: Wie könnte ich es besser machen? «Und wenn dich dann Leute in Frage stellen, die dich gar nie als Mutter gesehen haben, ist das sehr verletzend.»

...über die weitere Familienplanung:
Weitere Kinder will Melanie Winiger nicht. «Für mich ist es gut so, wie es ist. Mein Kinderwunsch ist erfüllt, besser als mit Noël kann es eh nicht mehr kommen», sagt sie lachend. Sie habe sehr früh viel Verantwortung übernommen und sei jetzt froh, dass es so gut herausgekommen sei. «Noch einmal neu anfangen und bis 60 eingespannt zu sein, muss nicht unbedingt sein.»

...übers Heiraten:
Eine Hochzeit dagegen kann sich die Schauspielerin durchaus noch einmal vorstellen (Anm. d. Redaktion: Winiger war von 2008 bis 2012 mit Rapper Stress verheiratet). «Nur weil es einmal nicht geklappt hat, heisst das ja nicht, dass es ein zweites Mal nicht klappen könnte.»

...über Geldsorgen:
Trotz gutem Verdienst während ihres Amtsjahres - Winiger kennt die Situation, in finanziellen Nöten zu sein. «Es gab Momente, in denen ich extrem sparen musste, nicht mehr ausging und mich streng an ein Budget hielt.» Heute sei sie sparsamer als früher und müsse nicht immer «jeden Seich» kaufen.

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