Oprah Winfrey Die Taschen-Verkäuferin meldet sich zu Wort

Was für ein Aufruhr: Seit die US-Talkmasterin im Fernsehen gesagt hat, sie sei in der Schweiz ein Rassismus-Opfer geworden, diskutiert die Welt darüber. Am schlimmsten trifft es die Verkäuferin, die von Oprah Winfrey beschuldigt wird. Nun bricht sie ihr Schweigen und erklärt: «Ich kann seit Tagen nicht mehr schlafen.»
© Dukas

US-Talkmasterin Oprah Winfrey beschwert sich über die Art und Weise, wie sie auf einer Shopping-Tour in Zürich behandelt worden ist. Man habe ihr aufgrund ihrer Hautfarbe eine teure Handtasche nicht verkaufen wollen.

Der Rassismus-Vorwurf von Oprah Winfrey, 59, bewegt die Nation. Eigentlich sogar die ganze Welt. Bisher hat sich Boutiquen-Besitzerin Trudie Götz schützend vor ihre Mitarbeiterin gestellt, die für den Vorfall «verantwortlich» ist. Doch nun äussert sich die Angestellte erstmals selbst öffentlich: Sie könne seit Tagen nicht mehr schlafen, gesteht sie im Interview mit «SonntagsBlick». Immer wieder frage sie sich, was sie eigentlich falsch gemacht habe. «Ich fühle mich wie in der Mitte eines Wirbelsturms. Total machtlos, auch ausgeliefert. Es ist Horror, was da passiert.» Im Interview bleibt sie anonym - weil sie Angst vor den Leuten auf der Strasse hat.

Die Verkäuferin berichtet, wie Oprah Winfrey den Laden betreten und sich nach der Damen-Abteilung erkundigt hat. Sie wollte Handtaschen sehen. «Ich ging zu einer Vitrine und zeigte ihr eine dieser Jennifer-Aniston-Taschen, die sehr populär sind. Ich erklärte ihr, dass es diese Taschen in verschiedenen Grössen und Materialien gibt, so wie ich das immer tue. Sie blickte auf ein Gestell hinter mir. Weit oben. Darauf aus­gestellt war die 35'000-Franken-Krokotasche. Ich sagte ihr, dass es dieselbe Tasche sei wie die, die ich gerade in der Hand hielt. Nur dass sie viel teurer sei. Ich könne ihr gerne noch andere Taschen zeigen.» Das sei die ganze Geschichte. Die Talkmasterin habe sich daraufhin noch im Geschäft umgesehen und sei wortlos gegangen.

Auf die Frage, ob sie der berühmten Kundin tatsächlich gesagt habe, dass sie sich die besagte Tasche sowieso nicht leisten könne, sagt die Verkäuferin: «Das stimmt nicht. Das ist absurd. So etwas würde ich zu einem Kunden nie sagen. Wirklich nicht! Gute Manieren und Höflichkeit sind das A und O in diesem Geschäft.»

Dass Oprah Winfrey die Verkäuferin danach als rassistisch bezeichnet hat, kann sie nicht verstehen. «Ich habe niemandem etwas zuleide getan. Ich verstehe auch nicht, weshalb sie das so gross im TV ausschlachten muss.» Sie als Italienerin sei die Letzte, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft beurteilen würde. Erkannt habe sie Oprah tatsächlich nicht - jedoch hätte dies keinen Unterschied gemacht.

Die Talkshow-Queen gibt sich inzwischen übrigens wieder versöhnlich. Die Angestellte habe ihr wohl tatsächlich einen Gefallen getan, die 38'000 Dollar für die Handtasche, wären auch ihr zu teuer gewesen, schrieb sie am Samstag auf ihrem Twitter-Account. Und: Zürich habe ihr eigentlich sehr gut gefallen. Das Hotel Dolder Grand habe gar den besten Spa-Bereich aller Zeiten.

Was denken Sie: Hat die Verkäuferin falsch gehandelt? Oder übertreibt Oprah Winfrey, weil sie sauer ist, dass sie nicht erkannt worden ist? Diskutieren Sie mit im untenstehenden Kommentarfeld.

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