«Das persönliche Interview» mit Roman Bürki «Wichtig ist, dass man aus den Fehlern lernt»

Auch wenn es für sein Umfeld wohl nicht immer einfach war: Seinen Ehrgeiz möchte Roman Bürki seinen Kindern vererben. Der Goalie von Bundesligist Borussia Dortmund verrät, warum er eine Karotte wäre, wie es ihm nach dem Armbruch geht - und über welches Weihnachtsgeschenk er sich freut. 
Roman Bürki GC-Goali zeigt Tattoos
© Fabienne Bühler

Roman Bürki hofft, dass seine gebrochene Hand schnell heilt und er wieder für den BVB im Goal stehen kann.

«Schweizer Illustrierte»: Roman Bürki, 26, welches Gemüse sollte verboten werden? Und welches Gemüse oder welche Frucht wären Sie?
Roman Bürki: Oliven mag ich nicht. Ich wäre wahrscheinlich eine Karotte, weil ich sehr gute Augen habe.

Bei wie viel Franken pro Liter Benzin wäre für Sie die Schmerzgrenze erreicht?
Viele von uns sind ja doch angewiesen aufs Auto, aber bei vier Franken wäre bei mir Schluss.

Wie hätte Ihr Vorname als Mädchen gelautet?
Romina.

Was haben Ihre Eltern zu Ihnen als Kind immer gesagt?
«Bes aständig!»

Wann haben Sie zuletzt etwas Selbstgebasteltes verschenkt?
In der vierten Klasse habe ich zusammen mit meiner Mutter ein Weihnachtsgeschenk für meine Grossmutter gebastelt. Ich verrate aber nicht, was es war.

Ich bin mir bewusst, dass sehr viele Menschen auf der Welt Hunger haben und dass ich privilegiert bin

Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen: Aus welchen Städten, Dörfern und Landschaften setzen Sie ihn zusammen?
Aus der Stadt Biel, dem Strand auf den Bahamas, und einen schönen Wald sollte es haben. Ich war als Kind immer gern im Wald.

Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie Ihren Teller nicht leer essen?
Ich bin mir bewusst, dass sehr viele Menschen auf der Welt Hunger haben und dass ich privilegiert bin. Darum schöpfe ich wann immer möglich selber. So viel ich mag. Und esse den Teller auch leer

Was für ein Hintergrundbild hat Ihr Handydisplay?
Eine tätowierte Frau.

Haben Sie einen Organspendeausweis?
Nein.

Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
Wenn, dann etwas, was zu mir passt, ein Lied, das ich mochte. Aber darüber denke ich jetzt noch nicht nach.

Können Sie sich vorstellen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen?
Ja, das kann ich mir schon vorstellen.

Über welche Tat oder Aussage von Ihnen wird man noch lange nach Ihrem Ableben reden?
Ich glaube, ich habe nichts Weltbewegendes geleistet. Noch nicht

Die bisher beste Idee Ihres Lebens? Und die dümmste?
Dass ich auf den Fussball gesetzt habe, war sicher die beste Idee. Für mich war das früh klar, für meine Eltern hingegen nicht so. Und die dümmste Idee? Ich habe schon viele Dummheiten gemacht. Was man als Kind halt so macht: Verbotenes, Streiche. Ich habe sicher einiges nicht richtig gemacht, aber Kinder dürfen das. (Lacht.) Wichtig ist, dass man aus den Fehlern lernt. Und das dürfen ja auch Erwachsene.

Als kleiner Junge konnte ich nicht verlieren, da bin ich jeweils fast durchgedreht und habe meine Mitspieler angeschrien

Welche Idee, welchen Wunsch haben Sie endgültig begraben?
Meine Wünsche hatten immer mit Fussball zu tun, und bis jetzt sind viele in Erfüllung gegangen. Mal sehen, was noch kommt. Aktuell wünsche ich mir vor allem, dass ich meinen Handbruch gut überstehe und in der Vorbereitung auf die Rückrunde wieder voll ins Geschehen eingreifen kann – bei Borussia Dortmund und in der Schweizer Nati.

Welche Eigenschaften von Ihnen würden Sie Ihren Kindern gerne vererben?
Ehrgeiz. Als kleiner Junge konnte ich nicht verlieren, da bin ich jeweils fast durchgedreht und habe meine Mitspieler angeschrien.

Welche Pille sollte noch erfunden werden?
Ob als Pille oder anders: möglichst viele wirksame Mittel gegen schlimme Krankheiten.

Falls Ihr Leben verfilmt wird: Welcher Schauspieler soll die Hauptrolle spielen?
Jake Gyllenhaal aus dem Boxerfilm «Southpaw».

Als Sie 16 Jahre alt waren: Wie sah da Ihr Zimmer aus?
Voller Poster von Englands David Beckham.

Was hatten Sie als Kind für einen Spitznamen?
Römu.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Das war mehr ein Schwarm. Ein Mädchen aus der Parallelklasse, es war sehr hübsch. Ich war wahrscheinlich nicht der einzige, der es anhimmelte. Ich habe es dem Mädchen nie gesagt, vielleicht hätten wir aber auch dann keinen Kontakt mehr.

Wer ist Ihr bester Freund oder Ihre beste Freundin?
Neben dem Fussball habe ich zwei gute Freunde aus Bern, Eric und Daniel. Sie kenne ich von früher her, seit ich vier beziehungsweise sieben Jahre alt war. Wir sind zusammen aufgewachsen.

Über welches Geschenk haben Sie sich zuletzt gefreut?
Über ein Weihnachtsgeschenk, das ich letztes Jahr von meiner Grossmutter bekommen habe. Das ist bei uns Tradition. Da sind mehrere kleinere Sachen drin wie zum Beispiel Schleckzeug oder Glückslose. Darüber freue ich mich immer noch!

Im Dossier: Weitere «persönliche Interviews»

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