Swiss Music Awards Pleiten, Pech - und Stress

An den «Swiss Music Awards 2010» wurden am Dienstagabend in Zürich die besten Künstler geehrt. Die spektakuläre Show lief alles andere als glatt - vor allem für das Moderatoren-Duo Marco Fritsche und Melanie Winiger. Held des Abends: Marc Sway - er sorgte mit einem Guerilla-Auftritt für eine Standing Ovation. Sieger des Abends: Rapper Stress und das Duo Yello - sie holten gleich zwei Preise für ihre Musik.

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Mit einer ungewohnt kurzen Rede und einem «liebe Fans und Faninnen» eröffnete Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch am Dienstagabend die «Swiss Music Awards 2010» - um dann direkt an ein ungewohnt freches Moderatoren-Duo abzugeben. Marco Fritsche und Melanie Winiger gaben die Stossrichtung vor: «Lady Gaga is in the House», ruft Winiger, um gleich anzufügen: «Ah nein, sorry, das ist ja DJ Antoine, hallo.» Ja, da war die Welt des «Swiss Music Awards 2010» noch in Ordnung...

Temporeich gings zum lang ersehnten Comeback von Sens Unik. Wermuts-tropfen: Frontmann Carlos Leal flatterten die Nerven - und der erste Hänger der Show war erreicht. Dafür freuten sich die ersten Gewinner des Abends über ihre Music Awards: Best Newcomer national: Pegasus mit «Heroes & Champions» und Best Newcomer international: Milow. Der sympathische Belgier liess sich denn auch gleich zu einem Spontanständchen hinreissen - und begeisterte damit die Zuschauer. Als Favorit gehandelt, enttäuschte Rapper Stress seine Fans nicht und holte sich seinen ersten von zwei möglichen Awards: Best Song national: «Tous les mêmes» Stress feat. Karolyn.

Bereits 30 Minuten nach Beginn der Show, verkündete Sänger Polar die nächste Preisträgerin - Lady Gaga für den Best Song international: «Poker Face», die laut Moderatorin Melanie Winiger «logischerweise nicht da» war.

Der Baselbieter Baschi wurde danach von Marco Fritsche zwar schelmisch begrüsst - «Hoi Baschi, verstehst du uns noch auf Schweizerdeutsch?» - lieferte aber trotzdem mehr oder weniger souverän seinen Song «Unsterblich». Fazit von Fritsche: «Hühnerhautfaktor hoch». Fazit von Baschi: «Nach 3 bis 10 Gläsern Weisswein ist man locker.»

Ke$ha verschwunden - Sway eingesprungen

Nach dem Jury-Award für Big Zis kams zur ersten Panne des Abends: Popsternchen Ke$ha liess auf sich warten und drängte das Duo Fritsche/Winiger zur Improvisation. Starallüren habe die Amerikanerin keine, meinte Melanie, aber «langsam ist sie trotzdem». Und dann kamen sogar noch interessante Details aus dem Leben der Sängerin ans Licht. So wusste Winiger, dass sich Ke$ha einmal in den Schrank von Paris Hilton übergeben hat. So viel Informationen hätte es nicht gebraucht - und den beiden Moderatoren gingen denn auch die Worte aus. Gefühlte 20 Minuten später sprang einer noch so gerne ein: Sänger Marc Sway stürmte die Bühne mit den Worten: «Erst hiess es, man habe keinen Platz für meine neue Single, damn!» und erntete für seinen Guerilla-Auftritt eine Standing Ovation.

Und auch Ke$ha kam doch noch. Kurz (bereits 30 Minuten später sass die Amerikanerin wieder im Flieger). Lovebugs-Sänger Adrian Sieber leitete dann zum nächsten Gewinner über: Best Album Pop/Rock international: «Funhouse» von Pink.

Weiter gings mit den Pannen direkt im Anschluss. Der Franzose Christophe Maé verspätete sich ebenfalls und brachte Moderator Marco Fritsche gehörig ins Schwitzen. DJ Antoine, holte sich mit «2009» souverän den Preis Best Album Dance national.  Um danach den Weg von der Bühne nicht mehr zu finden.

Die Gewinner des Preises in der Kategorie Best Album urban international: «The E.N.D.» sind die Black Eyed Peas. Der Outstanding Achievement Award ging, wie vorab bereits bekannt, an das Duo Yello - überraschend gratulierte Moby als Fan. Das Elektro-Duo nahm dann auch gleich einen zweiten Preis entgegen: den Award für das Best Album Pop/Rock national.

Auf den letzten Preis haben alle gewartet. Gewinnt Stress einen zweiten Award, oder schlägt ihn Konkurrent Seven? Keine Chance: Stress räumt auch die Auszeichnung Best Album urban national ab für «Des rois, des pions et des fous» und sagt: «Nöd schlecht!» Und: «Ich hoffe, das nächste Mal gibt es eine Bling-Bling-Show wie Ke$ha sie erhalten hat für einen Schweizer Künstler!» Genau das wünschen wir uns auch. Dann hätte man nämlich nächstes Jahr statt dem Skandaljungen Bushido einen Schweizer Act als Abschlussnummer.

Die ganze Show ist am Mittwoch, 3. März um 20.15 Uhr auf ProSieben Schweiz zu sehen.

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