10. Mai 2010 Adana – Iskenderun

36° und es wird immer heisser.

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Mit einem Stück gefüllten Penis im Magen hat sich besser schlafen lassen, als gedacht. Und frühmorgens von einer Marschmusikparade geweckt werden kann einem überall auf der Welt passieren. Früh bin ich unten im Restaurant gesessen. Alleine. Und angestarrt worden. Touristen in Adana? Eine Fau? Unbegleitet? Mit einem MacBook? Bei sieben Tassen Schwarztee? Unvorstellbar.

Auch beim Spaziergang durch die (ebenfalls ausgesprochen monogeschlechtlich frequentierten) Gassen ausserhalb des Zentrums, bei dem wir uns nach Indien versetzt gefühlt haben, werde ich unverhohlen angestarrt. Hier ist die Zeit für mindestens 80 Jahre stehen geblieben. In einem Loch in sous-sol haben wir geglaubt, einen Schmied gefunden zu haben. Aber es war der Heizer des Frauenhamams fünfzig Meter weiter hinten.

Erster Meerwasserkontakt in Karataş. Für die Jungs. Für mich war es offenbar nicht angezeigt, schaumgeborene Venus zu spielen. Leider. Es ist weit über dreissig Grad heiss.

Bei der traumhaften Fahrt nach Iskenderun haben sich meine Mitinsassen an Sardinien erinnert gefühlt. In einer der wichtigsten Hafenstädte der Türkei endet eine Ölpipeline aus dem Nordirak. Und die Amis haben einen der truppenstärksten US-Luftwaffenstützpunkte in der Region installiert. Über den CO2-Footprint der rauchenden Kamine im Industriegebiet will ich gar nicht nachdenken.

Um zehn Uhr abends sind auch die Mädchen und die anderen beiden Autos wohlbehalten angelangt. Morgen ist sehr früh aufstehen angesagt. Denn wir wissen nicht, ob uns an der syrischen Grenze ein rasches Durchwinken oder stundenlanges Warten auf Godot erwartet. Das Schmiergeld liegt jedenfalls sauber abgezählt bereit.

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