Bertrand Piccard und André Borschberg Mit der Sonne abheben

Zum Himmel wie einst Ikarus: Bertrand Piccard und André Borschberg stellen ihr solarbetriebenes Leichtflugzeug am 26. Juni in Dübendorf ZH erstmals ausgewählten Gästen vor.

Stolz präsentieren André Borschberg (l.) und Bertrand Piccard ein Modell des Solarflugzeugs.

Der Traum vom Fliegen: Für Bertrand Piccard und André Borschberg wird er erst richtig wahr, wenn er ganz ohne die Kraft von Brennstoff auskommt. Jetzt endlich, sechs Jahre nach der ersten Vorstellung ihrer grünen Vision an der ETH Lausanne, sind der Flugpionier Piccard und sein Partner dem erträumten Ziel ganz nah: die Welt im Flug umrunden, einzig mit der Kraft der Sonne.

Im Zentrum steht ein solarbetriebenes Flugzeug. Am 26. Juni wird es nun erstmals auf dem Dübendorfer Militärflugplatz der Öffentlichkeit präsentiert. Gross wie ein Airbus 340, leicht wie ein mittelgrosses Auto und nicht mal annähernd so leistungsstark wie ein Motorrad: Die beiden Abenteurer versprechen ein technisches Meisterwerk aus dem Hangar zu rollen.

Im mit Spannung erwarteten Leichtgewicht steckt auch enorm viel Arbeit. Der Lausanner Borschberg und sein Team haben jahrelang daran gearbeitet. «Ich habe eine grosse Verantwortung, etwas Gutes abzuliefern», sagt der 55-Jährige Ingenieur, Pilot und CEO von Solar Impulse – einem Flugzeug, das es noch nie gab.

Der Waadtländer Piccard sieht darin gar einen Paradigmenwechsel. Nicht nur für ihn, der vor neun Jahren als erster Mensch die Welt mit einem Ballon umrun-dete und der Sohn des Tiefseeforschers und Abenteurers Jacques Piccard ist, sondern für die ganze Gesellschaft.

Den Flugpionieren geht es nämlich nicht in erster Linie um das Abenteuer Luftfahrt, sondern vielmehr um die Sensibilisierung für alternative Energien und das Bestreben, die Menschheit zum nachhaltigen Umgang mit dem kostbaren Gut Energie zu animieren. «Wie kann die Fliegerei trotz knappen Ressourcen mit einem respektvollen Umgang mit der Natur vereinbart werden?», fragt Borschberg. Solar Impulse könne hier vielleicht eine Antwort liefern.

Mit der Sonne um die Welt: «Das ist sozusagen die Umkehr des Mythos Ikarus», schwärmte Bundesrat Pascal Couchepin anlässlich einer Präsentation des auf 115 Millionen Franken budgetierten Projekts. Ikarus stürzte wegen der Sonne ab. «Betrand Piccard fliegt dank der Sonne höher und höher», so Couchepin.

Hoch hinaus, das wollen die beiden tatsächlich. «Solar Impulse ist das vielleicht erste grosse Abenteuer des 21. Jahrhunderts – ohne fossile Brennstoffe», sagt Piccard. Oder wie der Astronaut Neil Armstrong bei der ersten Mondlandung sagte: «Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein grosser Schritt für die Menschheit.»

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