«Üse Buurehof» Umstrittenes TV-Comeback für Remo

Mit «Üsi Badi» wurde Remo vor sieben Jahren bekannt. Der Ruhm war dem geistig Behinderten zuviel. Er zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Nun stellt ihn aber das SRF erneut vor die Kamera. Ist das fahrlässig?
Remo Blunschi in SRF-Sendung «Üse Zoo»
© SRF/Daniel Ammann

Remo (50), geistig behindert und TV-Liebling: Nach vier Jahren kehrt Remo nun ans Set zurück. In der neuen SRF-Sendung «Üse Buurehof», kümmert er sich um die Tiere des Bauernhofs Weiernheim in Winikon LU. An seiner Seite stehen fünf weitere Protagonisten mit Behinderung.

Remo war bereits bei den vorherigen Sendungen «Üsi Badi» (2010) und «Üse Zoo» (2013) des SRF dabei. Mit seiner direkten und fröhlichen Art galt er als Publikumsliebling – Fanpost und Fanseiten auf Facebook inklusive. Nach der ersten Sendung schien ihm der Erfolg aber zu viel geworden zu sein. Wie sein Betreuer dazumal dem Blick sagte, wurde nach der Staffel bewusst «ein Schlussstrich unter das Fernsehprojekt gezogen.» Alle Interview-Anfragen für Remo wurden abgelehnt. Der Entschluss wurde gefasst, «damit sich die Mitwirkenden wieder ihrem gewohnten Leben zuwenden konnten», sagt Eva Wismer, SRF-Mediensprecherin, auf Anfrage von SI online.

Keine Betreuung am Set seitens Remos Stiftung

Könnte die Wiederaufnahme der Doku-Sendung nicht erneute negative Folgen für Remo mit sich bringen? «Bei den Vorabklärungen mit den Eltern und den Betreuern hat man allfällige Herausforderungen ganz klar thematisiert», sagt Wismer. «Für uns steht das Wohl der Mitwirkenden an erster Stelle.» Remo hätte ausserdem schon lange den Wunsch geäussert, bei einer erneuten Sendereihe wieder dabei sein zu wollen.

Auch die Sprecherin von Pro Infirmis, Susanne Stahel, ist optimistisch. «Es gilt, dass die Betreuung von Menschen mit Behinderungen im Rahmen ihres Rechtes auf Selbstbestimmung zu berücksichtigen ist», sagt sie.

Cast Üse Buurehof SRF 2017
© SRF/Oscar Alesio

v.l.: Koni, in der hinteren Reihe: Selin und Heidi; vordere Reihe: Remo, Dominique und Niklaus.

Die Stiftung Arwo, bei der Remo als Monteur arbeitet, hat auch nichts dagegen, dass er sich für die Sendung entschieden hat. Sie werden sich aber nicht an der neuen Fernsehstaffel beteiligen. «Da wir diesmal nicht mitwirken, sind wir vor Ort auch nicht für die Betreuung für die teilnehmenden Personen zuständig, die bei uns arbeiten», sagt Melanie Bär, Kommunikationsleiterin von Arwo. Remo und seine Eltern wollten gegenüber SI online nichts sagen.

Die siebenteilige Dokusoap ist ab dem 3. Juli, um 20.05 Uhr, auf SRF1 zu sehen.

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