Der Superstar im Porträt Ariana Grande sucht die Schuld bei sich

«Es tut mir von ganzem Herzen leid.» Sechs Stunden nach dem Terroranschlag an ihrem Konzert in Manchester, richtet sich Ariana Grande mitten in der Nacht auf Twitter an ihre Fans – und sucht die Schuld bei sich selbst.
Ariana Grande Anschlag Manchester Porträt
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Ariana Grande gehört zu den weltweit einflussreichsten Stars in den sozialen Medien.

Der Tweet erreicht 45.7 Millionen Follower. Wenn US-Präsident Donald Trump twittert, lesen das nur etwas mehr als 30 Millionen Menschen. Ariana Grande, 23, gehört zu den weltweit einflussreichsten Stars in den sozialen Medien. Auf Instagram, wo sie ebenfalls täglich aktiv ist, folgen ihr 106 Millionen Fans.

Bomber Jacke statt Sex-Symbol

Es sind vor allem Teenager und Kinder, die sich mit Grande identifizieren. Die zierliche, 1.59 m kleine Sängerin aus Florida zeigt kaum Ecken und Kanten. Zwar trägt sie auf der Bühne Outfits, die ihre Stylistin im Sex-Shop geholt hat, wohl fühle sie sich damit aber nicht, sagt sie, die von ihren italienischen Eltern katholisch erzogen wurde. Privat trägt sie lieber Bomberjacke und Boyfriend-Jeans. Sie liebt die Farbe Pink und Haarreifen, schwärmt von Harry Potter und romantischen Kino-Komödien. Aus Tierliebe isst die Hundebesitzerin kein Fleisch, dafür liebt sie Schoggi-Cereals zum Frühstück. Das nette Mädchen von nebenan. Die Prinzessin, die im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ihren Traum von der Musik erfüllen konnte.

Die grossherzige Schwester

Eine gehörige Portion Ehrgeiz hat dabei geholfen. Geboren in Florida als Kind von Immigranten aus Sizilien und den Abruzzen lernt Grande bereits früh, für sich einzustehen. Sie macht erste Schritte ins Showbusiness, steht als Theater-Schauspielerin auf lokalen Bühnen und bricht später sogar die High School ab, um am Broadway Karriere zu machen. Ganz nach dem Vorbild ihres zehn Jahre älteren Halbbruders Frankie, dem als Schauspieler und Sänger, später sogar als Big-Brother-Darsteller bis heute nicht richtig der Durchbruch gelingen wollte. Stattdessen heimst er auf Social Media viel Häme ein und wird wegen seiner Homosexualität angefeindet. Ariana hält zu ihm. Lässt ihn sogar an ihrem Erfolg teilhaben und nahm ihn als Background-Tänzer mit auf Tour.

Nur eine Leidenschaft: die Musik

Anders als bei ihrem Bruder, stellt sich bei Ariana der Erfolg sofort ein. Als Schauspielerin erlangt sie bereits 2009 in der Kinder-TV-Serie «Victorious» Bekanntheit und erste Preise. Ihr grösstes Talent ist ihre Stimme: sie imitiert damit mühelos die Grössten der Showszene wie Britney Spears oder Christina Aguilera. Ihre natürliche Stimme erinnert an Mariah Carey - auch wenn diese den Vergleich gar nicht mag und Ariana Grande deswegen öffentlich disst! Ein Misserfolg ihrer TV-Serie stellt sich als Glücksfall für Ariana heraus! «Die Schauspielerei macht Spass, aber die Musik ist das Wichtigste für mich.» 2013 gelingt ihr endlich der Schritt vom Kinder-Schauspielstar zur Popikone.

Ariana steht ihren Fans bei

Bis zum Anschlag am Montag tourte Ariana seit Anfang Februar mit ihrem dritten Studioalbum «Dangerous Woman» durch Nordamerika und Europa. Am 5. Juni wäre ein Konzert im Zürcher Hallenstadion vorgesehen. Nun hat Ariana Grande die Aufritte bis auf Weiteres abgesagt – offiziell bestätig ist dies jedoch noch nicht. Laut Berichten in den Sozialen Medien verbrachte sie den Tag nach dem Anschlag im Spital bei ihren verletzten Fans.

Die Schwächsten im Visier

Sie, die täglich mehrere Tweets und Instagram-Posts absetzte, hat sich zurückgezogen aus der Öffentlichkeit. Bis auf den Tweet in der Nacht gab es keine weitere Stellungnahme. Sie ist sprachlos, wie wir alle. In einer Zeit, in der man sich an Meldungen über Terroranschläge an Flughäfen, auf Metrostationen und in Touristenorten schon fast gewöhnt hat, ist es einem Irren gelungen, ein noch schrecklicheres Szenario zu generieren: ein Massaker an Ariana Grandes Fans. Ein Blutbad unter Kindern.

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