Alicia Keys is the key

Warum die New Yorker Soul-Sängerin total in Bann zieht

 

Das gab's schon lange nicht mehr!

Dass ich einfach nur geblendet war von einer Person. Überwältigt, fasziniert.

Und das von einer Sängerin! Einem Weltstar, den ich noch nicht mal unbedingt sehen wollte.

 

Von vorne:

Der Kundenberater meiner Bank lud ein paar von ihm betreute Start Up's ein. Ins Hallenstadion, ans Konzert von Alicia Keys.

Loge, Essen, Trinken, gute Gespräche und dazu gute Musik. Wunderbar.

Es gibt tatsächlich unangenehmere Verpflichtungen, dachte ich bei mir. Und obwohl ich nicht gerne Grosskonzerte im Hallenstadion besuche, freute ich mich auf einen entspannten Abend.

 

Und dann:

Ich sass da, elektrisiert, hing an ihren Lippen, hatte Gänsehaut und feuchte Augen.

Der Grund?

Diese Frau hat - neben einer grandiosen Stimme - Klasse und Herz.

 

Immer wieder bedankte sie sich beim Publikum für den schönen Abend, den sie hier erleben durfte. Eine Bescheidenheit, die eine Frau ihres Kalibers wohl selten kennt.

 

Die schönsten Momente: 

Als sie ganz alleine am Piano sass, mit schnellen Fingern über die Tasten flog (und dies alleine schon überwältigend war) und dazu sang, flehte, wimmerte, schrie.

Es hat mich umgehauen. Ich war wohl zum ersten Mal das, was man einen Fan nennt.

 

Der allerschönste Moment:

"Egal, wie die Leute dich haben wollen, was sie denken, dass du tun SOLLTEST um ihnen zu entsprechen: Alles was zählt, ist was DU in deinem Herzen spürst. Denn nur das ist das richtige und nur dann machst du es richtig. Nur das Herz zeigt dir den Weg. Den Weg in die absolute Freiheit, die du alleine dir auswählst."

Floskel? Nicht bei ihr. Der Aufruf kam mit einer solchen Inbrunst, dass man unweigerlich nickte und dachte: "Verdammt recht hat sie!"

 

Und es war auch ein Novum, dass ich nach dem Konzert sitzen blieb. Völlig erschlagen. Nachwirken liess. Zuschaute, wie die Putzmannschaft die über 11'000 Zuschauer aus der Halle wischte, sah, wie die fünf grossen Lastwagen ins Stadion reinfuhren um die XL-Bühne aufzuladen und nach Paris, Rom, London zu transportieren.

 

Vermutlich passierte Alicia im Tourbus bereits die Grenze nach irgendwo, als ich irgendwann aufstand und mit einem grossen Lächeln auf den Lippen in der Zürcher Nacht verschwand.

Leicht und frei und wohlig.