Mittendrin

André Häfliger mittendrin!

Wo Blitzlichtgewitter ist, ist auch der SI-Chefreporter.

Samba! Ein Segelkurs für Köbi Kuhn

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft ist schon dort, diesen Montag ist auch ihr früherer Trainer an die WM nach Brasilien abgeflogen. SI-Chefreporter André Häfliger brachte Köbi Kuhn an den Flughafen Zürich-Kloten, wünschte viel Glück - und schenkte ihm einen Segelkurs.

Es ist frühmorgens um 4.15 Uhr, als wir in Birmensdorf ZH losfahren. Köbi ist bestens gelaunt. «Ich freue mich riesig auf Brasilien», sagt die Fussball-Legende, die mit «seinem» FC Zürich sechs Mal Schweizer Meister und fünf Mal Cupsieger wurde. Noch vor dem WM-Start ist Kuhn Gast bei Sepp Blatter am Fifa-Kongress in São Paolo. «Dann werde ich die Schweizer Gruppenspiele besuchen und Mitte Juli zum WM-Final zurückkehren.» Der frühere Coach der Nationalmannschaft (2001 bis 2008) traut unserer Elf um Kahns Nachfolger Ottmar Hitzfeld zu, ins Achtelfinale vorzudringen: «Auch dann ist noch vieles möglich!» Als Titelanwärter nennt Köbi indes Brasilien, Deutschland, Spanien und Italien.

Kuhn reist mit drei engen Freunden via Lissabon nach São Paolo. Gemütlich trinken wir noch einen Kaffee. «Du hast schon fast alle Sportarten ausgeübt», sage ich zu ihm. «Aber warst du schon mal segeln?» Kuhn verneint. Also lade ich ihn ein, diesen Sommer mal auf mein Boot in Luzern auf den Vierwaldstättersee zu kommen: «Dann gebe ich dir einen Schnellkurs im Segeln, abgemacht?» Köbi nickt, reicht mir die Hand: «Abgemacht, ich freue mich!» Gut so, denn das Segelboot heisst schliesslich «Freude herrscht!»

Dies zu Ehren und im Andenken an einen historischen Moment vor 21 Jahren im Luzerner Verkehrshaus. Damals entstanden die berühmten zwei Worte, die heute noch engstes mit Alt-Bundesrat Adolf Ogi verbunden sind. Dem Magistraten, man stelle sich das vor, wurde ein Zettel hingestreckt: «Das haben sie jetzt unserem Astronauten Claude Nicollier in einer Direktschaltung ins All zu sagen.» Wütend schmiss Ogi den Zettel weg, öffnete mit Blick nach oben die Arme weit und rief Nicollier zu: «Freude herrscht!» Jetzt freue auch ich mich und bin stolz, den grossen Köbi Kuhn auf meinem Boot empfangen zu dürfen. Wie gesagt: «Freude herrscht!»

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