Mittendrin

André Häfliger mittendrin!

Wo Blitzlichtgewitter ist, ist auch der SI-Chefreporter.

Eine rote Rose für die Lady in Red

Die Rose ist rot, ihr Kleid auch. Passt! SI-Chefreporter André Häfliger überraschte Ursula Andress im Bernischen Roggwil mit der Königin der Blumen. Die Bond-Queen war begeistert.

Es ist eine feierliche Eröffnung der für rund 12 Millionen Franken grosszügig neu gestalteten Kunst-Oase «Bromer Art Collection». «Ursi National» ist eigens aus Rom angereist. In «Dr. No» wurde Ursula Andress 1962 als Bond-Girl, das im weissen, selbst genähten Bikini wie eine Jungfrau dem Meer entsteigt, zur Legende. Mit 77 Jahren ist die Bernerin immer noch selber mit dem Auto die knapp 1000 Kilometer in ihre Heimat gefahren. «Ich sitze leidenschaftlich gerne am Steuer», sagt sie.

«Und das ist meine zweite Leidenschaft», sagt Andress, als ich sie kurz vor dem Gala-Dinner mit einer roten Rose überrasche. Lachend fügt sie hinzu: «Ganz herzlichen Dank, das freut mich sehr!» Rosen seien ein weiterer Grund, warum sie mit dem Auto angereist sei. «Ich will noch ein paar Stöcke der nach mir benannten Rose aus Ostermundigen in meinen Garten in Rom bringen.»

Ach ja! Letztes Jahr wurde in der Gärtnerei Wyss im Heimatdorf von Andress ihr zu Ehren die Rose Ursula aus der Taufe gehoben. Der rosa-weissen Blume geht es blendend. «Wir haben schon gegen 500 Stöcke verkauft, gegen Ende Mai gibt es die zweite Auflage.» Das hatte mir Martin Leu, der Vize-Chef in Ostermundigen, vor der Rosenübergabe an Andress noch versichert.

Eine Rose für Ursula Andress. Das ist wahrhaft ein Symbol. Es ist ein Zeichen, das direkt in die Kindheit der Schauspielerin, die 1964 in Hollywood mit einem Golden Globe ausgezeichnet wurde, führt. Mit ihren fünf Geschwistern ist Ursula in Ostermundigen aufgewachsen - im Gärtnereibetrieb ihres Vaters Rolf, den er von seinem Papa Alfred übernommen hatte. «Heute noch pflege ich die Rosen in meinem Garten so, wie es mir mein Grossvater einst gezeigt hatte», erzählt die Lady in Red ganz stolz.

Jetzt will ich aber das Rosen-Geheimnis von Ursula Andress wissen! Das Wichtigste sei, verwelkte Blüten sofort zu entfernen. Auch der richtige Rückschnitt mache eine erfolgreiche Rosenzucht aus. «Man muss sich Zeit nehmen für sie, darf die schönen Blüten streicheln, und auch ruhig mit den Rosen, wie mit allen Pflanzen, reden», ergänzt sie.

Ihre Augen funkeln dabei. Ursi Andress weiss: «Mit meinem Garten bin ich im Frieden. Zum Glück kommt im Alter die Serenität.» Wie schön, das zu hören! 

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