Mittendrin

André Häfliger mittendrin!

Wo Blitzlichtgewitter ist, ist auch der SI-Chefreporter.

Ein Ogi-Buch für Gerhard Schröder

Gegen 40'000 Exemplare der jüngsten Ogi-Biografie «So wa(h)r es!» sind schon weg. Jetzt hat auch der Deutsche Altbundeskanzler Gerhard Schröder eine Ausgabe: SI-Chefreporter und Co-Autor André Häfliger hat ihm das Buch von Adolf Ogi in Zürich überreicht.

Er ist der Stargast an der grossen Ringier-Gala des sechsfachen Oscar-Preisträgers Arthur Cohn letzten Donnerstag am Zurich Film Festival in den Sihlcity-Arena-Cinemas. Gut gelaunt schreitet der ehemalige SPD-Kanzler nach der Cohn-Ehrung und der Visionierung seines Films «Central Station» zum Dinner im Papiersaal. Da erblickt der deutsche Polit-Star das Bild von Adolf Ogi des Oltener Star-Fotografen Marco Grob auf der Titelseite des Buches, das ich unter dem Arm trage.

Mit einem breiten Lachen im Gesicht zeigt Gerhard Schröder mit dem Finger auf das Buch. «Oh, der Dolfi», sagt er hoch erfreut. «So ist es, Herr Bundeskanzler», sage ich - und schenke ihm das Exemplar. Der siebte Kanzler der Bundesrepublik Deutschland (1998 bis 2005) bedankt sich herzlich. «Auch wenn wir politisch aus verschiedenen Ecken stammen, haben wir uns immer glänzend verstanden», versichert er. «Ogi ist ein kluger Mann, ein wirklich kluger Mann!»

In der Tat stimmte die Chemie zwischen den beiden immer. Ich erinnere mich noch gut, als ich am 5. Juli 2000 einen Fussball zum Fifa-Treffen mit Schröder, Ogi und Sepp Blatter in Zürich mitnahm. Da schnappte mir Schröder den Ball weg - und begann leichtfüssig mit ihm zu jonglieren. «Aha, ein Fussballartist», staunte Ogi - und zögerte nicht, fröhlich mitzuspielen.

Wenige Stunden zuvor war Gerhard Schröder im Hotel Dolder schnurstracks auf Ogi zugegangen, fragte ihn: «Spielen sie Tennis?» Ogi antwortet mit Ja. Doch Schröder entgegnet barsch: «Ich brauche Gegner, keine Opfer.» Dann bekam er es mit Ogis Schlagfertigkeit zu tun. Der damalige Bundespräsident entgegnete: «Gut, Herr Bundeskanzler, wir spielen gelegentlich zusammen Tennis. Aber zuerst fahren wir gemeinsam die Lauberhorn-Abfahrt im Renntempo hinunter. Dann sehen wir, wer hier das Opfer ist. Verstanden?»

Beide lachten damals herzhaft heraus, wandten sich dann ernsthaften Dingen zu. Aber das Lachen im Gesicht von Gerhard Schröder, wenn er eine seiner Lieblingsdestinationen - die Schweiz - besucht, vergisst keiner so schnell. Auch Adolf Ogi nicht.

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