Mittendrin

André Häfliger mittendrin!

Wo Blitzlichtgewitter ist, ist auch der SI-Chefreporter.

Günter Netzer hat noch nie selber etwas eingekauft

Zusammen mit 1000 Gästen wurde SI-Chefreporter André Häfliger in den Bann gezogen: von den Fussball-Ikonen Günter Netzer und Ottmar Hitzfeld an einem CS-Podium mit TV-Star Rainer Maria Salzgeber in Zürich. Alle vier sind seit Jahren eng miteinander befreundet.

Dieser Walliser hat es in sich: Vor Jahren brachte mich Rainer Maria Salzgeber zu seiner Hausbank, zur Credit Suisse. Und jetzt, letzte Woche in Zürich, führte er mich mit meinem Bank-Berater zu den zwei Männern, die ich in der Welt der Prominenten an vorderster Stelle bewundere. An ein von Salzgeber selber geleitetes Podiumsgespräch mit Fussball-Legende Günter Netzer und Ottmar Hitzfeld, dem Coach der Schweizer Nationalmannschaft. Ein göttliches Trio auf dem Podium!

Günter Netzer, 68, aus Mönchengladbach. 1972 mit Deutschland Europameister, zwei Jahre später auch Weltmeister. Nebenher Ferrari-Fahrer, Disco-Betreiber und Lebemann während seiner Aktivzeit. Jahrelang erfolgreicher Fussball-Manager, 13 Jahre lang Fussball-Experte bei der ARD und heute noch ein Zampano in Sachen Sportmarketing. «Noch nie in meinem Leben habe ich selber etwas eingekauft, das kann ich nicht», erzählt er auf der Bühne. Dazu sei seine charmante Gattin Elvira zuständig. An die WM in Südafrika habe sie drei grosse Kisten Kleider bringen lassen. Jeder Anzug sei säuberlich mit allen Accessoires für jeden Tag angeschrieben gewesen. «Das Thema am Schluss der WM war aber nicht die Sendungen, sondern dass ich an einem Tag die falsche Krawatte angehabt habe», erzählt Netzer. Nur bei seiner Tochter Alana, bei IWC-Uhrenkönig Georges Kern in Schaffhausen tätig, habe er eine Ausnahme gemacht: «Ihr habe ich weit über 100 Barbie-Puppen und zwei Meerschweinchen gekauft, als sie noch klein war.»

Ottmar Hitzfeld, 64, aus Lörrach. Nach durchschnittlichen Punkten pro Spiel immer noch der erfolgreichste Trainer der deutschen Bundesliga, zweimal Schweizer und sieben Mal deutscher Meister als Aktiver - und seit fünf Jahren Chef der helvetischen Nationalelf. Einmalig in der Geschichte: Hitzfeld hat beide Vereine, die letzten Samstag im Finale der Champions League in London aufeinander trafen, als Trainer zur höchsten europäischen Klub-Ehre geführt! 1997 Borussia Dortmund, vier Jahre später auch den FC Bayern München. «Dass ich unsere Nationalmannschaft leiten darf, ist ein absoluter Glücksfall für mich. Ich fühle mich richtig angekommen, absolut wohl», sagt er unter dem Beifall der rund 1000 begeisterten Gästen.

Nur drei andere Trainer haben in der Fussball-Geschichte wie Hitzfeld zweimal ein Team zum Champions-League-Triumph geführt: Ernst Happel (1979 Feyenoord Rotterdam und 1988 Hamburger SV), Jose Mourinho (2004 FC Porto und 2010 Inter Mailand) und jetzt Jupp Heynckes (1998 Real und 2013 Bayern München).

Doch zurück zum Podium. Generell wird bemängelt, dass im modernen Fussball «viel zu viel Geld» im Spiel sei. Am Schweizer Fussball aber haben alle im angesehenen und beliebten Trio Spass. «Nur ausgerechnet im Wallis hängt der Haussegen mächtig schief», klagt Golfer Salzgeber. Das könne man laut sagen, stöhnt Netzer gleich dazwischen. Er habe mit Sion-Präsident Christian Constantin nur eine Erfahrung gemacht: «Wir hatten Markrecht-Verhandlungen abgemacht, ich fuhr vom Bodensee nach Sion. Dort wartete ich 35 Minuten auf den Präsidenten - und reiste dann unverrichteter Dinge wieder nach Hause!» So weit, so schlecht…  

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